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Gesundheit
01.09.2021
01.09.2021 16:20 Uhr

Bundesrat verschiebt Zertifikatspflicht: Spitalauslastung unter 80%

Auslastung Intensivstationen (Screenshot vom 17.8.21).
Auslastung Intensivstationen (Screenshot vom 17.8.21). Bild: Screenshot SRF
Der Bund verschiebt die Einführung der Zertifikatspflicht. Er argumentiert, dass die Auslastung der Spitäler – um rentabel zu sein, braucht es übrigens 80% – entscheidend ist. Linth24 mit einigen Fakten.

Am 5. Dezember 2019 schreibt der Verband Zürcher Krankenhäuser (VZK) in einem Bericht: «Das Ziel einer optimalen Auslastung liegt aufgrund des betrieblich notwendigen Puffers bei durchschnittlich 80 Prozent.» 80 Prozent, die Messgröße, die auch bei Spitalschliessungen, die sogar in Pandemie-Zeiten weiter vollzogen werden, eine Rolle spielt.

Laut BAG Stand heute sieht die Spitalauslastung, die man hier für jeden Kanton nachschauen kann, wie folgt aus: 

Ganze Schweiz:
Intensivstationen:              75.8 %
Gesamte Spitalkapazität:  77,6 %

Kanton Intensivstationen Gesamte Spitalkapazität
St.Gallen 82,2 % 73 %
Schwyz 58,3 % 61,7 %
Zürich 88,2 % 86,8 %
Glarus 75 % 73,7 %
Graubünden 50 % 73,7 

 

Weniger Spitaleintritte: (Grafik Quelle SRF)

  • Die Grafik zeigt bereits wieder abnehmende Spitaleintritte. Bild: SRF
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  • Die SRF-Grafik zeigt die Anzahl Hospitalisierter in der gesamten Pandemie. Bild: SRF
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Weiter schreibt der VZK: «Eine tiefere Auslastung ist für das Spital aus wirtschaftlichen Gründen schlecht. Eine höhere Auslastung kann den raschen Zugang zur Spitalversorgung gefährden.» 

Der Bundesrat hat am Mittwoch noch keinen Entscheid zur Ausweitung der Zertifikatspflicht getroffen. Die Regierung will vorerst die weitere Entwicklung der Pandemie abwarten und hofft auf eine gute Organisation der Spitalkapazitäten durch die Kantone. Der Bundesrat behält sich aber vor, Massnahmen zur Entlastung der Spitäler «jederzeit» zu beschliessen, sollte dies nötig werden.

Linda Barberi, Linth24