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Rapperswil-Jona
27.04.2020

Weidmann mit Umsatzsteigerung

Die Technologiegruppe Weidmann (früher Wicor) in Rapperswil-Jona verzeichnete im Geschäftsjahr 2019 gegenüber Vorjahr eine Umsatzsteigerung von 3% auf CHF 351 Mio.

Restrukturierungsaufwendungen, deutlich gestiegene Rohmaterialkosten (Cellulose) und der weiter erstarkte Schweizer Franken belasteten das Betriebsergebnis. Die gute Auftragslage und die weltweite Einstufung aller Weidmann Bereiche als systemrelevant – d.h. benötigt für die Grundversorgung der Gesellschaft – stützen das Geschäft während der Corona-Krise.

Electrical Technology – Risiken abgebaut

Der Unternehmensbereich Electrical Technology profitierte von der guten Nachfrage nach Leistungs- und Verteiltransformatoren in der Region Americas und wuchs um 2.5%. Zudem wurde auch ein Teil der lange erwarteten chinesischen Grossprojekte vergeben, allerdings nur an in China tätige Hersteller. Davon profitierten zwar unsere lokalen Werke in Jiaxing und Wuhan, für die Schweizer Standorte Rapperswil und Ennenda hingegen resultierte das neue Einkaufsverhalten in einer verminderten Produktionsauslastung. In Verbindung mit dem stetig stärkeren Schweizer Franken als Wettbewerbsbehinderung auf dem internationalen Markt führte dies zur Entscheidung, die Schweizer Komponentenfertigung in vorhandene Werke nach China und die Ukraine zu verlagern. Zur besseren Umsetzung der Wachstumsstrategie in China wurde Ende 2019 die Mehrheitsbeteiligung am dortigen Joint Venture Taizhou Weidmann an den Minderheitspartner verkauft. Entsprechend wurde das Unternehmen dekonsolidiert, d.h. aus der finanziellen Berichterstattung der Jahre 2019 und 2018 herausgerechnet. 

Fiber Technology – erste Kommerzialisierungserfolge

Das «Start-Up» Fiber Technology lieferte erste Standardprodukte aus MFC (mikrofibrillierte Cellulose) in die Spezialpapierindustrie und wird als innovativer Ansprechpartner für bio-basierte und recycelbare Verpackungen wahrgenommen. Im Bereich Kosmetik/Personal Care wurde der Fokus auf die weitere Optimierung von MFC aus Sicht anwendungstechnischer und regulatorischer Anforderungen gelegt und so auch für dieses Marktsegment wesentliche Meilensteine in der Kommerzialisierung erreicht.

Medical Technology – weiterer Ausbau des Schweizer Produktionsstandortes

Der Unternehmensbereich Medical Technology konnte dank erfolgreicher Projekt-Akquise und höheren Serienumsätzen mit Neuprodukten seinen Umsatz um knapp 2 % steigern. Als Folge kontinuierlicher Prozess-, Produktions- und Qualitätsoptimierungen erhöhte sich auch die operative Performance der beiden Werke Bad Ragaz (Schweiz) und Saltillo (Mexiko). Neuanlaufende Produkte für die Bereiche IVD (Diagnostik) und Medical Devices bedingen nun einen weiteren Ausbau des Schweizer Produktionsstandortes mit Reinräumen.

Aussichten

Grundsätzlich sind die Marktaussichten bzw. die Nachfrage unserer Kunden erfreulich. Unsere führende Position in Technologie, Qualität und weltweiter, lokal aufgestellter Produktionswerke wird gerade in unsicheren Zeiten zunehmend geschätzt und gesucht. Die laufenden Restrukturierungs- und Verlagerungsmassnahmen sollten sich mittelfristig positiv auf unsere Wettbewerbsfähigkeit auswirken. Deshalb haben wir in allen Unternehmensbereichen mit steigendem Umsatz und einem höheren operativen Ergebnis geplant. Die Corona-Krise birgt nun jedoch Unsicherheiten in sich, die wir nicht abschätzen können. Positiv ist, dass alle unsere Geschäftsaktivitäten für die weltweiten Elektrizitäts- und Medizin/Pharmamärkte – und damit alle Produktionswerke – als systemrelevant eingestuft sind und die Nachfrage nach unseren Produkten bislang intakt ist.

Änderungen im Verwaltungsrat

An der Generalversammlung vom 24. April 2020 wurde Jennifer Maag-Pelz neu in den Verwaltungsrat der Weidmann Holding AG gewählt.

OM Weidmann Holding AG