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26.04.2020
26.04.2020 14:18 Uhr

Mit Drohnen Rehkitze retten

Livo Son von der Rehkitzrettung Linthgebiet
Jedes Jahr kommen über 1500 Rehkitze beim Mähen ums Leben. Livio Son hilft mit Drohnentechnologie die Tiere vor dem qualvollen Tod zu retten.

Bald ist es wieder so weit, und die Bauern werden ihre Felder mähen - zwischen Mai und Anfang Juli passiert der erste Grasschnitt, Es ist aber genau auch die Zeit, wenn die Rehe ihre Jungen zur Welt bringen. Die Mütter legen diese dann ins hoch gewachsene Feld, um sie dort vor Gefahren in Sicherheit zu bringen.

Doch genau diese Sicherheit bringt sie oft in Todesgefahr. Pro Jahr sterben gemäss Statistik ca.1500 Rehkitz, welche Mähmaschinen in Schweizer Feldern zum Opfer fallen, obwohl die Bauern alles daran setzen, die Jungtiere vor der Mäharbeit aufzuspüren.

Technologie rettet Tierleben

Hier kommt nun die Technologie ins Spiel, die vielen Rehkitzen das Leben rettet: Drohnen mit Wärmebildkamera. Livio Son aus Kaltbrunn ist lizenzierter Drohnenpilot und engagiert sich seit einem Jahr mit seiner Drohne beim gemeinnützigen Verein «Rehkitzrettung Schweiz». Er hat dafür eine regionale Seite aufgeschaltet, damit hiesige Bauern aus auch einen Ansprechpartner vor Ort haben. «Auf die Rehkitz-Rettung bin ich über den Drohnenverband gestossen. Sie suchten Piloten, die sich für die Rettung der Jungtiere engagieren. Als ich das hörte, war ich sofort fasziniert.» Mittlerweile hat sich der 44-jährige Kaltbrunner eine eigene «Rettungs-Ausrüstung» bestehend aus einer Drohne, einer Wärmebildkamera und mehreren Monitoren angeschafft.

Drohne mit Wärmebildkamera

Und so funktioniert die Suche mit Drohnen

Der Bauer der mähen will, nimmt vorher mit der Rehkitzrettung Schweiz oder regional mit Livio Son direkt Kontakt auf. «Ich kontaktiere dann einen Jäger und gehe mit diesem am Morgen in aller Herrgottsfrühe aufs Feld. Das Feld wird dann mit der Drohne abgeflogen, nach einem klaren Vorgabeplan, und dann erkennt man auf der Wärmebildkamera die Rehkitze als kleinen weissen Punkt,» erklärt Son.

Das tönt einfach, bedingt aber eine gute Vorbereitung. «Beim abzusuchenden Feld müssen zuerst die Ecken einprogrammiert werden, und dann berechnet der Editor einen Flugvorschlag, welcher auf die Fernsteuerung gespielt wird, und dann fliegt die Drohne diese Bahne ab». Sobald die Kitze erkannt und auf dem Bildschirm festgehalten sind, läuft der Jäger  zu den Jungtieren und nimmt diese ganz vorsichtig in Obhut, ohne dass der Geruch des Menschen auf das Tier fällt. Das Jungtier «sichert» er dann ausserhalb des Feldes, bis dieses gemäht ist. Erst danach wird das Tier frei gelassen und von der Mutter wieder gefunden. «Rund 750 Jungtiere Tiere konnten so im letzten Jahr gerettet werden.» weiss Son zu berichten.

 

Die Drohne steigt zwischen 60 und 80 Meter hoch und kann von dort das Rehkitz im Feld gut erkennen.

Die Rehkitz-Retter begrüssen es sehr, wenn die Bauern ihre zu mähenden Felder möglichst frühzeitig erfassen. Dies erleichtert die Einsatzplanung.  Erfasst werden können die Felder auf der Webseite www.rehkitzrettung-linthgebiet.ch oder rehkitzrettung.ch oder Sie geben ihrem zuständigen Revierjäger Bescheid.

Bald startet die Saison

Der grosse Vorteil der Drohnensuche ist sicher die Geschwindigkeit, mit der man an die Suche durchführen kann. Darüber hinaus kann ein Feld auch viel genauer abgesucht werden. 

Die Saison startet bald. «Es fängt auch schon an zu kribbeln», gibt Son schmunzelnd  zu, und rechnet damit, dass sein Dienst jeden zweiten Tag in Anspruch genommen wird. Es ist ihm hoch anzurechnen – bedenkt man auch, dass ein «Arbeitseinsatz» bereits zwischen drei und vier Uhr am Morgen startet.

Weitere Infos zur Rehkitzrettung Linthgebiet erhalten Sie hier:
https://www.rehkitzrettung-linthgebiet.ch

Rolf Lutz, Linth24
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