Home Region Sport In-/Ausland Magazin Agenda
Region
02.07.2021
30.06.2021 21:09 Uhr

Radon in Linthgebiet-Schulen: Sanierungen nötig

Hohe Radonwerte wurden u.a. in den Schulhäusern Oberdorf in Schänis (l.o.), Dorf (l.u.) und Obergass (r.o.) in Eschenbach sowie Altbreiten (r.u.) in Kaltbrunn gemessen.
Hohe Radonwerte wurden u.a. in den Schulhäusern Oberdorf in Schänis (l.o.), Dorf (l.u.) und Obergass (r.o.) in Eschenbach sowie Altbreiten (r.u.) in Kaltbrunn gemessen. Bild: zVg
Es gilt als zweitwichtigste Lungenkrebs-Ursache: das radioaktive Edelgas Radon. Messungen im Rahmen des nationalen Aktionsplans zeigten an mehreren Linthgebiet-Schulen überschrittene Grenzwerte.

Als Teil der Uranzerfallsreihe entsteht im Boden auf natürliche Weise das radioaktive Edelgas Radon. Wenn ein Untergrund durchlässig ist, kann Radon eher die Erdoberfläche erreichen. Das radioaktive Gas kann durch undichte Stellen der Gebäudehülle ins Haus eindringen, sich in Innenräumen ansammeln und die Innenluft belasten, insbesondere im Winter. Gemäss Bundesamt für Gesundheit gilt Radon nach dem Rauchen als zweitwichtigste Ursache für Lungenkrebs.

Zu hohe Radon-Messwerte

Wie die Linth-Zeitung berichtet, finden im Kanton St.Gallen seit Ende 2018 Radon-Messungen in Schulen, Kindergärten und Kitas statt, darunter auch im Linthgebiet. Dabei wurden in Schulhäusern mehrerer Gemeinden teils derart hohe Radonwerte gemessen, dass Massnahmen erforderlich werden. Laut Radon-Karte der Schweiz liegt in weiten Teilen des Linthgebiets die Wahrscheinlichkeit, den Referenzwert zu überschreiten, bei 2 bis 10%.

Der höchste Radonwert (870 Bq/m³) wurde im Schänner Schulhaus Oberdorf gemessen – allerdings in einem Raum, in dem sich keine Personen aufhalten, so dass keine Massnahmen nötig sind. Anders sieht es etwa im Schulhaus Dorf in Eschenbach aus: Dort wurden in einem Schulzimmer 690 Bq/m³ registriert. Hier soll die Sanierung für 2022 budgetiert werden, wie Gemeindepräsident Corne Aerne der Linth-Zeitung sagt.

Handlungsbedarf besteht zudem an folgenden Orten: Schulhaus Obergass in Eschenbach (620 Bq/m³), Schulhäuser Altbreiten und am Dorfbach in Kaltbrunn (570 Bq/m³ bzw. 410 Bq/m³), Oberstufenschulhaus Nord in Schmerikon (363 Bq/m³), altes Schulhaus Gommiswald (470 Bq/m³). Gemäss Linth-Zeitung sind in den betroffenen Gemeinden bereits Massnahmen geplant.

Nationales Aktionsprogramm

Gegen die Radon-Problematik läuft bereits das zweite nationale Aktionsprogramm, um Menschen zu sensibilisieren und besser vor dem Gas zu schützen. Es sollen häufiger Messungen durchgeführt werden, Neubauten möglichst von Beginn weg radongeschützt geplant und betroffene Altbauten saniert werden. Als gesetzlicher Referenzwert gilt aktuell 300 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³) in «Räumen, in denen sich Personen regelmässig während mehreren Stunden pro Tag aufhalten».

Laut Radon-Karte der Schweiz liegt in weiten Teilen des Linthgebiets die Wahrscheinlichkeit, den Referenzwert zu überschreiten, bei 2 bis 10%.

Redaktion Linth24