Eschenbach
30.12.2018

MUSIK- UND THEATERGENUSS IN ST.GALLENKAPPEL

Die Musikgesellschaft St. Gallenkappel sorgte

im Winterkonzert für einen musikalischen Genuss und ein kulturelles Ereignis.

Die Musikgesellschaft St. Gallenkappel präsentierte am Jahresende eindrücklich, wie Blasmusik und Unterhaltungsmusik richtig kombiniert, einen genussvollen Konzertabend bieten können. Die Leistung der 41-köpfigen Musikgesellschaft in der 2. Stärkeklasse überzeugte den ganzen Abend. Die vorwiegend jungen Mitspieler haben unter der Leitung ihres Dirigenten Mathias Brandenberger eine enorme Entwicklung durchlebt. Ein spannend umgesetztes Konzertprogramm präsentierte und bewies, dass die Mitglieder in Topform sind.  Beeindruckt waren die vielen Besucher vom Klangbild. Beeindruckt war auch die neue Vereinspräsidentin Silvia Kaufmann, denn schon lange vor Konzertbeginn war die Turnhalle mit Musikfreunden voll besetzt.

Vom Marsch übers Solo bis zum Medley

Der musikalisch gespannte Bogen führte von wohlklingenden Musical- und Filmmelodien über die Klassik bis zum gewohnten Marsch und Polka.  Nach dem rassigen Eröffnungsmarsch ging es mit einem Konzertwerk in sechs kurzen Sätzen weiter und endete grandios.

Werner Blöchlinger wurde kürzlich für seine 50 jährige Mitgliedschaft bei der MG St. Gallenkappel geehrt. Was er als Solist auf der Tuba präsentierte, war Meisterhaft, ja fast Spitze. Die Konzertbesucher anerkannten seine Profi-Leistung mit grossem Applaus und verlangten eine Zugabe. Eine Soloeinlage präsentierte Andrea Gübeli auf dem Euphonium volumenreich in «Facedown».

Der schwedische Marsch «Under Blagul Fana» darf nicht mit einem «gewöhnlichen» Marsch verglichen werden. Die Pianos regten keineswegs zum Marschieren an. Fast unglaublich auch, was die Schlagzeuger aus dem Instrument herausholten. Es hörte sich an wie ein Metallgewitter. «Cats» ist ein Medley,  in dem viele Hits Platz finden. Eingebaut wurde das Soli von Vreni Ulrich. Fast ein Stilbruch war der Marsch «Lauenensee». Der Solopart trugen Sonja Rüegg und Silvia Kaufmann vor.

Die 60er Jahre waren goldene Musikjahre. Der musikalische Abschluss wurde folgerichtig mit «The Golden Sixties» gesetzt. Die Tempi stiegen auf und ab und beinhalteten faszinierende Popmedleys und Soloeinlagen vom neu ausgerüsteten Eufonuimregister.

Der nicht endend wollende Applaus war verdienter Lohn für die harte Probenarbeit der letzten Monate. Die Musikfamilie hat ihren Fans ein schöner Abend mit hervorragender konzertanter Blasmusik bereitet. Ivonne Raymann präsentierte die Vorträge jeweils mit seinem verschmitzten Humor.

Die Geister wurden vertrieben

Noch ein Blick auf das Theaterstück: Rösi bewirtschaftet nach dem Tod ihres Onkels Godi den Lindenhof, zusammen mit Magd Annekäthi und Knecht Guschti. Das Testament hat grosse Wichtigkeit, des es klärt, wem der Hof zufällt.

Ganz überraschend gehört zu den Erben auch noch Claire und diese kreuzt mit ihrem Mann Ottokar auf dem Lindenhof auf. Doch der Stadtfrau passte der Hof gar nicht. Sie würde gerne den Bauernbetrieb platt machen und ein Hotel bauen.

Bei ihrem Plan soll ein gefälschtes Testament helfen. Allerdings geistert es auf dem Hof und die Bilder von Onkel fallen immer wieder auf den Boden. Darum engagiert Claire ein Geisterjäger. Annekäthi hat jedoch das ganze Spiel mitverfolgt und die Unstimmigkeiten bemerkt. Sie hegte einen «geistreichen» Plan aus, um die «Stadtzike» vom Hof zu vertreiben. Nachdem hinter einem Bild das echte Testament auftauchte und darin der Hof dem Rösi verschrieben wurde, hatten die Stadtmenschen natürlich nichts mehr auf dem Hof zu suchen.

Toni Rüesch führte erstmals die Regie und fand mit Vreni von Rotz, Monika Kneller, Eugen Müller, Andrea Müller, Simone Raymann und mit ihm selber unglaublich talentierte Hobbyspieler, die für etliche Lachsalven sorgten.

Am 5. Januar 2019 bietet die Musikgesellschaft St. Gallenkappel eine weitere Möglichkeit Konzert und Theater zu besuchen.

Werner Hofstetter