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Uznach
19.06.2021
21.06.2021 12:14 Uhr

Brand in Uzner Hanf-Plantage: Was steckt dahinter?

Der Brand in Uznach dürfte auf eine defekte Lüftung zurückzuführen sein.
Der Brand in Uznach dürfte auf eine defekte Lüftung zurückzuführen sein. Bild: zVg
Der Brand in der Uzner CBD-Anlage wirft Fragen auf. Offenbar liegt die Ursache in einer nicht bewilligten Lüftungsanlage.

Es war ein unschönes Erwachen für Peter Müller in Uznach (Name von der Redaktion geändert): An diesem Samstag vor drei Wochen musste er mit ansehen, wie unmittelbar neben seiner Wohnung an der Zürcherstrasse eine Lagerhalle brannte, in der CBD-Hanf angebaut wurde. Doch schon mehrere Wochen vor dem Brand fiel ihm der neue Nutzer der Liegenschaft unangenehm auf. «Wir mussten feststellen, dass die neu installierte Lüftung einen Riesenlärm verursacht.»

Die Lüftung habe wie ein Flugzeugtriebwerk geklungen und sei Tag und Nacht gelaufen, sagt der lärmgeplagte Nachbar. Seine Beobachtung meldete er der Gemeinde Uznach wie auch der Kantonspolizei. Seitens der Polizei teilte man ihm mit, dass der CBD-Anbau bewilligt sei. Bei der Gemeinde wollte Müller wissen, ob für die Lüftung wie auch für die ganze Anlage eine Baugenehmigung vorliege. Offensichtlich hatten die zuständigen Behörden von der Plantage keine Ahnung. Insofern logisch, dass es auch keine Bewilligung gab. 

Seit der Legalisierung von CBD-Hanf tummeln sich viele Anbieter im Geschäft. Bild: zVg

Baueingabe im Nachhinein

Als das Uzner Bauamt von der CBD-Plantage erfuhr, wurde dessen Betreiber aufgefordert im Nachhinein ein Baugesuch einzureichen. Pikant an der Sache ist, dass zum Zeitpunkt des Brandes weder für die Lüftung noch für die Umnutzung der einstigen Lagerhalle von Vögele Shoes eine  Bewilligung vorlag. 

Gemäss der damaligen Polizeimeldung wurde der Brand durch einen Mitarbeiter der Anlage ausgelöst, der am fraglichen Samstagmorgen die Lüftung einschaltete. Daraufhin sei eine drei Meter hohe Konstruktion eingebrochen, in welcher tausende Hanfpflanzen unter Wärmelampen blühten. Die von diesen Lampen ausgestrahlte Hitze entzündete schliesslich die leicht brennbaren Untersätze der Pflanzen. Die Schadensumme beträgt laut der Meldung über 100 000 Franken. 

Das Bauamt bestätigt den Sachverhalt

Sacha Hölscher, Leiter des Hochbauamtes Uznach, bestätigt grundsätzlich, dass sie erst anfangs April von der Anlage wussten. «Am 5. April hat uns dieser Nachbar telefoniert und am 6. April haben wir den Grundeigentümer aufgefordert bis spätestens Ende April ein Baugesuch einzugeben.» Ende April sich dieser beim Amt gemeldet und mitgeteilt, dass er dafür noch ein paar Wochen brauche. 

Laut Hölscher war die Anlage durch den Kanton zwar bewilligt worden, doch bei der Gemeinde Uznach reichte er kein Umnutzungsgesuch ein. Wie der Brand versicherungstechnisch behandelt wird, ist derzeit noch offen. Klar ist dagegen, dass eine die aktuelle Ernte mit dem Brand vernichtet wurde. Derzeit untersucht die Staatsanwaltschaft den Fall. 

Jérôme Stern, Linth24