Eschenbach
19.03.2020
19.03.2020 07:57 Uhr

54'000 Mal geteilt: Miet-Erlass geht viral

Ivo Kuster erlässt seiner Mieterin die Miete und landet mit diesem Facebook-Post einen unglaublichen viralen Hit!
Was für eine positive Nachricht in dieser schwierigen Corona-Zeit! Ivo Kuster aus Eschenbach ist Vorbild und viraler Hit zugleich: Sein Facebook-Post wurde über unglaubliche 54'000 Mal geteilt.

Ivo Kuster aus Eschenbach hat in einem Akt der Solidarität seiner Mieterin seiner Liegenschaft die Miete erlassen. Und landet damit einen sensationellen Hit auf Facebook. Der Eintrag spricht Bände und Klartext: «Offensichtlich erlebe ich gerade, was ein viraler Hit ist. Das Traurige daran ist, dass diese Selbstverständlichkeit nur deshalb Beachtung findet, weil die Gier und der Geiz so salonfähig geworden sind!»

Was ist passiert? Ivo Kuster trifft per Zufall eine Mieterin in seiner Liegenschaft, die Inhaberin eines Kosmetikstudios. Dabei habe diese nach einer Reduktion der Monatsmiete nachgefragt. Und dieser Wunsch kommt nicht von ungefähr, darf sie doch auf Anordnung des Bundesrates das Geschäft bis auf weiteres nicht öffnen.

Der umtriebige Liegenschaftsbesitzer hat dem Ersuchen ganz spontan zugesagt und die Geschichte unverzüglich auf Facebook gepostet. Was dann kam, überraschte den umtriebigen Eschenbacher sehr. Innert Kürze wurde die Geschichte über 54'000 Mal geteilt, erhielt 12'000 Kommentare und 57'000 Likes. Das sind absolut unglaubliche Zahlen. Zum Vergleich: Die 10 letzten Posts von Cristiano Ronaldo, der 122 Millionen Abonnenten hat, wurden zwischen 1'600 und 20'000 Mal geteilt.

Eine Selbstverständlichkeit in schweren Zeiten

Es sei für ihn gerade in dieser schwierigen Zeit, so betont der Eschenbacher mehrmals, eine Selbstverständlichkeit, dass man sich solidarisch mit den Nächsten zeigt. Kuster auf seinem Facebook-Account: «Meine Mieterin musste mir nur guten Morgen sagen und fragte scheu um eine Reduktion und 1 Minute später sagte ich ihr, lassen wir das mit der Miete! - So einfach könnte das sein!»

In der Tat trifft Kuster einen Nerv, der sehr schmerzt. Geschäfte müssen behördlich angeordnet ihre Türen auf unbestimmte Zeit schliessen. Sie können keine Kunden mehr empfangen, aber die Kosten laufen unaufhaltsam weiter. Die Lohnkosten sind das eine, die versucht man nun mit Kurzarbeit abzufedern – aber da sind auch die Mietkosten, die für viele existenzgefährdend werden können.

Ein lautstarker Appell

Kuster appelliert und fordert auf seiner Facebook-Seite: «Liebe Mieter: Verlangt Mietpreisreduktion! In der Schweiz ist das nicht rechtlich einklagbar aber GANZ KLAR angemessen! Zum einen sank der LEITZINS AUF 1.25 % PER 2.MÄRZ. Zum Andern ist Corona für das unterste Drittel der Gesellschaft und WorkingPoors endgültig zu viel! Helft auch euren Nachbarn, damit ihr gemeinsam Druck machen könnt!"

Und Kuster wäre nicht Kuster, wenn es nicht gleich einen Schritt weiterginge. So hat er auf seiner Website einen Musterbrief reingestellt, der mithelfen soll, wenigstens eine Sorge weniger in diesen schweren Zeiten zu haben: http://ivo.sg/?p=997.

Rolf Lutz, Linth24
Melden Sie sich jetzt an: