Home Gemeinden In-/Ausland Sport Magazin Agenda
Kanton
07.05.2021
07.05.2021 15:40 Uhr

Immer noch acht Prozent mehr Arbeitslose

Bild: sg.ch
Im April 2021 ist die Zahl der Stellensuchenden im Kanton St.Gallen gegenüber dem Vormonat erneut gesunken. Gemessen am Vorjahreswert sind acht Prozent mehr Personen auf dem RAV gemeldet.

Ende April 2021 waren im Kanton St.Gallen 13'672 Stellensuchende bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum gemeldet. Das sind 432 Personen weniger als Ende März. Im Vergleich zum April 2020 sind 1'006 Personen oder 7,9 Prozent mehr auf Stellensuche. Dieser Anstieg ist etwas höher als in der Gesamtschweiz (6,5%), aber tiefer als im Kanton Thurgau (9,5%).

Vor einem Jahr führten die bundesrätlichen Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie zu einem raschen Anstieg der Stellensuchendenzahlen. Ende April 2020 waren im Kanton St.Gallen fast 800 Personen mehr auf Stellensuche als einen Monat davor. In diesem Jahr folgt die Entwicklung wieder weitgehend dem üblichen saisonalen Muster, wonach im Frühjahr die Zahlen sinken. Entsprechend ist zu erwarten, dass, wenn keine überraschenden Entwicklungen eintreten, die Zahl der Stellensuchenden sich in den kommenden Monaten weiter dem Vorjahreswert annähert.

Zahl der jüngeren Stellensuchenden unter Vorjahreswert

Die Zahl der jüngeren Stellensuchenden zwischen 15 und 24 Jahren liegt bereits jetzt um zwölf Prozent unter dem Vorjahreswert, nämlich bei 1'471 (Ende April 2020: 1'669). Bei den 25-49-Jährigen ist die Zahl im Monatsvergleich zwar ebenfalls gesunken, nämlich um 210 Personen (-2,6%), liegt aber immer noch um 676 oder 9,3 Prozent über dem Wert des April 2020. Analog ist die Situation bei den 50-jährigen und älteren Stellensuchenden: -125 resp. -2,9 Prozent im Monatsvergleich, +528 resp. +14,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Abnahme im Süden rascher als im Norden

Innert Monatsfrist hat sich die Zahl der Stellensuchenden in allen Wahlkreisen zurückgebildet. Im Vorjahresvergleich zeigen sich unterschiedliche Verläufe. Während im Sarganserland und im Werdenberg praktisch Gleichstand herrscht, liegen die Werte in den Wahlkreisen Rorschach, St.Gallen und Wil nach wie vor mehr als zehn Prozent über den Werten des April 2020.

Im Sarganserland hat zu dieser Entwicklung ein beträchtlicher Rückgang bei den Stellensuchenden aus dem Gastgewerbe, dem Detailhandel und dem Bereich Verkehr und Transport beigetragen, im Werdenberg fällt die Abnahme im Baugewerbe ins Gewicht.

Ähnliche Entwicklung in den Wirtschaftssektoren

Im Monatsvergleich zeigen sich in den Wirtschaftssektoren gesamthaft vergleichbare Entwicklungen. Im Industriesektor beträgt die Abnahme 4,0 Prozent (-225), bei den Dienstleistungen 2,3 Prozent (-182). Im Vorjahresvergleich ist der Anstieg bei den Dienstleistungen mit 8,1 Prozent leicht höher als im produzierenden Sektor (+6,8%).

In einzelnen Branchen liegt die Zahl der Stellensuchenden bereits jetzt unter dem Wert des Vorjahrs. Im produzierenden Sektor ist dies etwa im Baugewerbe der Fall, wo 14 Personen weniger auf den RAV gemeldet sind. Bei den Dienstleistungen trifft dies auf den Finanzbereich zu (-42 resp. -9,1 Prozent), besonders ausgeprägt auf die Banken (-53 resp. -18,2 Prozent). Die Jahresentwicklung der Stellensuchendenzahlen im Detailhandel (+8,7%) und im Gastgewerbe (+10,3%) liegt im Mittel des Sektors. Eine Zunahme ist etwa im Gesundheits- und Sozialwesen (+161 resp. +15,7%) festzustellen.

Anträge auf Kurzarbeit gehen etwas zurück

Die Zahl der für Kurzarbeit vorangemeldeten Mitarbeitenden hat gegenüber dem Vormonat leicht abgenommen und liegt bei rund 3'100 Betrieben und 38'000 Mitarbeitenden, also etwa einem Achtel der Beschäftigten im Kanton. In der Industrie ist es ein Sechstel, bei den Dienstleistungen sind es etwas weniger.

Im Industriebereich weisen die Textilindustrie, das Papier- und Druckgewerbe sowie die metallverarbeitende Industrie Anteile um 30 Prozent auf. Im Dienstleistungsbereich stechen das Gastgewerbe und die Hotellerie mit mehr als jeder zweiten beschäftigten Person heraus. Auch bei den freiberuflichen Dienstleistungen sowie im Bereich Kunst, Sport, Unterhaltung, Erholung ist nach wie vor mehr als jede vierte beschäftigte Person für Kurzarbeit angemeldet.

Aus den Voranmeldungen zur Kurzarbeit lassen sich nur teilweise Rückschlüsse auf die Höhe der ausbezahlten Kurzarbeitsentschädigung ziehen. Diese Information ist erst mit einigen Monaten Verzögerung verfügbar, wenn die Abrechnungen vorliegen. Eine detaillierte tabellarische Darstellung zur abgerechneten Kurzarbeit bis Februar 2021 liegt in den Formaten Excel und PDF vor.

Die hier von der Fachstelle für Statistik publizierten statistischen Informationen unterstehen dem Statistikgesetz des Kantons St.Gallen (sGS 146.1) und dessen Qualitätskriterien.

Linth24/pd