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Eschenbach
06.05.2021

Jungfreisinnige See-Gaster treffen sich auf Bauernhof

Ein Thema des Besuchs war die einseitige Wahrnehmung, welche die Bevölkerung von der Landwirtschaft hat. Bild: Jungfreisinnige See-Gaster
Die Agrarinitiativen, die am 13. Juni 2021 an die Urne kommen, erhitzen die Schweizer Gemüter. Die Jungfreisinnigen See-Gaster nutzten die Gelegenheit zu einem Austausch mit Betroffenen vor Ort.

Am letzten Samstag trafen sich die Jungfreisinnigen See-Gaster auf dem Bauernhof der Familie Müller in Bürg, um sich über die Agrarinitiativen auszutauschen. Die praxisnahe Auseinandersetzung mit dem Thema dient als wichtige Entscheidungsgrundlage zur Parolenfassung an der kantonalen Mitgliederversammlung vom 8. Mai 2021.

Fundierte Meinungsbildung ist elementar

Trotz regnerischer Witterung zeigten die Jungliberalen grosses Interesse am Zusammenspiel zwischen Politik und Landwirtschaft. Jan Müller konnte bei einer Betriebsführung eindrücklich die Funktionsweise eines modernen Landwirtschaftsbetriebs aufzeigen. Nebst den ökologischen Prozessen spielen auch wirtschaftliche Faktoren eine entscheidende Rolle. Dass die Landwirte trotz widriger Umstände hocheffiziente Produktionsweisen umsetzen, wird dabei oft vergessen.

Die eingehende Auseinandersetzung mit dem Thema zeigt die Schwierigkeiten auf und erklärt den grossen Missmut, welchen viele Landwirte gegen die Agrarinitiativen hegen. Umso wichtiger erachten es die Jungfreisinnigen, sich ausführlich über das Thema zu informieren und sich mit den Beteiligten auszutauschen.

Widersprüche aufgezeigt

Zwei weitere Junglandwirte, unter anderem aus der Gemüseproduktion, ergänzten die gesammelten Einblicke auf die schweizweite Perspektive. Dass die Agronomen eine hervorragende Leistung bei der Versorgungssicherheit der Schweiz erbringen, ist die Folge jahrelanger Weiterentwicklung und Innovation.

Das Wissen der Landwirte über das gesamte Spektrum der Lebensmittelproduktion ist beachtlich. Dass der Status quo ein Zusammenspiel verschiedenster Faktoren und Wirkungsgruppen beinhaltet, ist selbstverständlich. Beide Agrarinitiativen hätten einen massiven Einfluss auf dieses feinabgestimmte Wirkungsnetz. Anstatt die massiven Fortschritte der letzten Jahre anzuerkennen, würde das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.

Der Teufel liegt im Detail

Viele Landwirte wünschen sich wirtschaftliche Freiheit und insbesondere die Unabhängigkeit von staatlichen Subventionen. Dieses Bestreben ist sehr erfreulich und entspricht ganz dem liberalen Gedanken.

Der massive Eingriff in ihre Arbeit und der Beziehung mit dem Staat würde viele Bäuerinnen und Bauern vor den Kopf stossen. Die einheimische regionale Nahrungsmittelproduktion sollte gefördert, statt mit unbedachten Eingriffen geschwächt werden.

Grosse Freude über Informationsaustausch

Dass die Jungbauern derart offen und transparent über ihre Arbeit erzählten, stiess bei den Anwesenden auf grosse Begeisterung. Es ist beachtlich, wie sie sich mit so viel Energie für eine fortschrittliche Landwirtschaft einsetzen. Ebenso erfreut waren diese ihrerseits über das Interesse der Fragestellenden.

Die Bereitschaft zum Diskurs ist eine vorbildliche Reaktion auf einen erheblichen Angriff auf das Gesellschaftsbild der Bäuerinnen und Bauern, welche mit den Agrarinitiativen gefahren wird. Es ist zu hoffen, dass die Bevölkerung und die Schweizer Lebensmittelproduzenten wieder näher zusammenrücken.

Jungfreisinnige See-Gaster