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Gommiswald
04.05.2021

In Gommiswald beginnt eine neue Ära

Gemeindepräsident Peter Hüppi steuert den Bagger nach kurzer Einweisung gekonnt. Bild: Jérôme Stern/LInth24
Am Dienstag erfolgte in Gommiswald der Spatenstich für das neue Gemeindehaus mitsamt Feuerwehrdepot. Ingesamt brauchte es neun Jahre bis zu diesem Meilenstein.

Dorfplatz Gommiswald am Dienstagmorgen. Hier soll gleich der Spatenstich für das neue Gemeindehaus mitsamt Feuerwehrdepot und Tiefgarage vollzogen werden. Doch statt einer Schaufel greift Gemeindepräsident Peter Hüppi zu schwerem Gerät. Er schwingt sich in die Fahrerkabine eines Baggers und lässt die Schaufel der schweren Maschine ein paar Kubikmeter Erde ausheben. «Das sind die ersten paar Brocken von insgesamt 12 000 Kubikmeter Erde, die wir hier rausholen», sagt der Baggerführer neben ihm.

Lange Vorgeschichte mit Komplikationen

Der Neubau des Gemeindehauses und des Feuerwehrdepots mit Baukosten in der Höhe von 11,5 Millionen Franken ist gewissermassen ein Projekt in mehreren Etappen. Begonnen hatte alles mit der Fusion von Ernetschwil, Rieden und Gommiswald zu einer Gemeinde im Jahr 2013. Als Folge dieser Vereinigung verblieben bestimmte Abteilungen der Gemeindeverwaltungen an ihren ursprünglichen Standorten. Ebenso blieben die Feuerwehrdepots in ihren angestammten Gemeinden. Mit dem Neubau können nun alle Ressorts der Verwaltung sowie die Feuerwehr an einem zentralen Ort zusammengefasst werden. 

So soll das Gemeindehaus nach seiner Fertigstellung im Sommer 2023 aussehen. Bild: zVg

Belastete Erde sorgt für Verzögerung

Die zweite Phase startete im September 2018: Damals befürwortete die Bevölkerung einerseits den Baukredit für das Feuerwehrdepot mit darunter liegender Tiefgarage sowie einem zentralem Entsorgungs-Park. Andererseits sagte sie Ja zum Projektierungskredit eines darüber befindlichen Gemeindehauses. 

Geplant war ursprünglich ein Baustart anfangs 2020. Doch musste man die Planung revidieren, nachdem man bei Sondierungen des Baugeländes Altlasten entdeckte hatte. Peter Hüppi erklärt: «Genau hier, mehrere Meter unter uns, verlief früher der Hutbach.» Im Rahmen der Eindolung und Auffüllung in den 70er-Jahren sei belastetes Material verwendet worden.

Damit startete die nächste Phase: Die genau Untersuchung des Baugeländes, welche das gesamte Projekt um ein Jahr verzögerten. Laut Hüppi müsse die belastete Erde nicht vollständig abgetragen werden. «Aber das Aushub-Material müssen wir korrekt entsorgen.»

Neuer Dorfkern

Fakt ist, dass das Projekt mit der Zusammenführung von Verwaltung, Feuerwehrdepot, Tiefgarage mit 50 Plätzen sowie Entsorgungspark eine effiziente Platzausnutzung aufweist. Zugleich erhält Gommiswald mit dem Neubau auch einen neuen Dorfkern. Gemeindepräsident Hüppi bekräftigt: «Mit der neuen Denner-Filiale mit integrierter Poststelle und der Beiz daneben erhalten wir einen neuen Treffpunkt, was sich ja auch in der Adresse «Dorfplatz» spiegelt.»

Dabei ist zu sagen, dass zusätzlich zur Tiefgarage auch 40 oberirdische Parkplätze geplant sind. Wäre ein Dorfplatz ohne Parkplätze nicht sinnvoller? Er verstehe die Überlegung absolut, meint Gemeindepräsident Hüppi. Wobei er nicht ausschliesst, dass diese dereinst verschwinden würden. Gewissermassen im Sinne eines dörflichen Treffpunktes. 

Gemeinderäte von Gommiswald mit Vertretern der Feuerwehr und beteiligter Firmen. Bild: Jérôme Stern/LInth24
Jérôme Stern, Linth24