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Kanton
18.04.2021
18.04.2021 09:56 Uhr

Junge Mitte will Holzfeuerungsanlagen fördern

Die Partei will sich an der Kantonsratssession für die Energieproduktion aus Holz einsetzen. (Symbolbild)
Die Partei will sich an der Kantonsratssession für die Energieproduktion aus Holz einsetzen. (Symbolbild) Bild: Pixabay: congerdesign
Holzfeuerungsanlagen zur Strom- und Wärme-Produktion sollen auch ausserhalb der Bauzone errichtet werden dürfen, fordert die Jungpartei. Sie sieht vielfältiges Potenzial.

In der Aprilsession entscheidet der St.Galler Kantonsrat über eine von der CVP-EVP-Fraktion eingereichte Standesinitiative (41.21.01), die verlangt, dass zentrale Holzfeuerungsanlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme auch ausserhalb der Bauzone und möglichst standortgerecht erstellt werden können.

Mit dieser raumplanerischen Massnahme soll der Bau von grossen Holzfeuerungsanlagen und Wärmenetzen gefördert werden.

Vorstoss aus der Jungen Mitte als Basis

Diese Standesinitiative gründet auf einer von unserer Kantonsrätin Franziska Steiner-Kaufmann (Gommiswald) eingereichten Interpellation (51.20.76). Dies war sogar ihr allererster politischer Vorstoss im Kantonsrat. Über die erwähnte Standesinitiative forderte sie zusammen mit den anderen Fraktionsmitgliedern in der Februar-Session, dass auf Bundesebene Anpassungen im eidgenössischen Raumplanungsrecht vorzunehmen seien.

Die Regierung lehnt dies ab mit der Begründung, dass Bauten und Anlagen für die Produktion von Wärme aus verholzter Biomasse in die Bauzone gehören – gemäss dem raumplanerischen Grundsatz, dass Baugebiet und Nichtbaugebiet zu trennen sind.

Die CVP-EVP-Fraktion hält jedoch fest am Standesbegehren. Namentlich im Hinblick auf die Umsetzung der Energiestrategie 2050 ist sie überzeugt, dass der Energieträger «Holz» besser genutzt werden muss.
«Gebäude zur Energiegewinnung sollen dort gebaut werden können, wo das Material zur Verfügung steht, und das ist vielfach ausserhalb der Bauzone», argumentiert Fraktionssprecherin Franziska Steiner-Kaufmann. «Gleichzeitig hat dieses Anliegen auch wirtschaftlich seine Berechtigung. Die Wertschöpfungskette entlang des Holzes wird insbesondere in den ländlichen Regionen gestärkt. Wir schaffen damit Arbeitsplätze.»

Zwischen Raumplanung und Energiepolitik abwägen

Die Junge Mitte SG ist auch der Meinung, dass es eine sorgfältige Interessensabwägung zwischen der Raumplanung und der Energiepolitik vorzunehmen gilt.

Dieses Anliegen bietet aber auf verschiedenen Ebenen Potenzial, die es im konkreten Fall den raumplanerischen Überlegungen vorzuziehen gilt. Neben den erwähnten wirtschaftlichen und energiepolitischen Aspekten (mit der Förderung von Holzenergie könnte noch bis zu 1.5 Millionen Tonnen CO₂ eingespart werden), sieht die Junge Mitte insbesondere auch eine Chance für den hiesigen Wald. Aktuell findet von Schädlingen befallenes Holz fast keinen Absatz und verrottet daher häufig einfach ungenutzt in den Wäldern.

Wenn wir eine lösungsorientierte Energiepolitik wollen, gilt es zu solchen nachhaltigen und einfach umzusetzenden Ideen Ja zu sagen.

Junge Mitte Kanton St.Gallen