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Rapperswil-Jona
14.04.2021
14.04.2021 07:04 Uhr

«Offener Kleiderschrank» wird rege genutzt

Ernst Odermatt ist ein Nutzer des "offenen Kleiderschrank".
Ernst Odermatt ist ein Nutzer des "offenen Kleiderschrank". Bild: L24
Seit Februar führt der Verein für Kinder-, Jugend- und Sozialarbeit (KJS) in Rapperswil einen «Offenen Kleiderschrank». Dieser ermöglicht notbedürftigen Menschen, sich mit qualitativ guten Kleidern einzudecken.

Seit rund zwei Monaten findet sich an der Glärnischstrasse 7 in Rapperswil, auf dem Gelände der Kirche im Prisma, ein «offener Kleiderschrank». Es handelt sich um ein soziales Projekt, das vom Verein Kinder-, Jugend- und Sozialarbeit (KJS) ins Leben gerufen wurde, um in der momentan sehr schwierigen Zeit notbedürftigen Menschen den Zugang zu qualitativ guten Kleidern zu ermöglichen. Das Angebot ist gratis und anonym und wird schon seit Beginn des Projektes rege genutzt.  Von Herren- über Frauen- bis hin zu Kinder- und Babykleider:  Es findet sich alles darin, in verschiedensten Grössen und guter Qualität.

Gestartet wurde mit einem mittelgrossen Kasten, um sich bezüglich der Nachfrage zuerst ein Bild verschaffen zu können. Nathalie Gattiker, Leiterin des Projekts: «Wir wussten am Anfang natürlich nicht, ob diese Aktion überhaupt genutzt wird, zumal der Kasten nicht an einem Durchgangsweg liegt. Wir sehen jetzt aber mittlerweile mit grosser Freude, wie das Angebot stark genutzt wird und wie wir den Menschen in der Not begegnen können».

Die einen holen….

Und ein Blick in den Kasten zeigt, dass das Angebot umfassend ist: Jacken, Hosen, Schuhe, Pullover, Babysachen - es findet sich ein gutes Angebot für all diejenigen, die dieses Angebot nutzen möchten. Und einer dieser Nutzer ist Ernst Odermatt. Vor vier Wochen ist er bei der Durchfahrt mit dem Velo zufällig auf das Angebot gestossen.

Nathalie Gattiker, Leiterin des Projekts "offener Kleiderschrank" Bild: L24

«Natürlich war ich zuerst einmal neugierig, was denn überhaupt drin ist, was es für Sachen hier gibt,» erinnert sich Odermatt schmunzelnd. «Ich habe fünf Kinder, die noch am Studieren sind, und das kostet Substanz. Durch diese Möglichkeit kann ich das Budget schonen.» Er findet es einfach toll, dass es dieses Angebot überhaupt gibt und verpackt seine Freude auch in Worten: «Es ist eine tolle Sache, so wird Nachhaltigkeit gelebt. Ich möchte den Verantwortlichen ein «Chränzli winden.»

Die anderen bringen…

Angela Falzone weiss ein Lied davon zu singen, wie bei vier Kindern im Haushalt die Kleider schnell zu klein werden und ausgetauscht werden müssen. Für sie ist Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema, und deshalb bietet der offene Kleiderschrank eine hervorragende Möglichkeit, die getragenen, aber immer noch qualitativ guten Kleider an notbedürftig Menschen weitergeben zu können. «So weiss ich, dass die Kleider Menschen aus unserer Stadt oder Region erreichen, die es dringend brauchen,» freut sich die Mutter von vier Kindern.

Für Angela Falzone ist das Thema Nachhaltigkeit sehr wichtig. Bild: L24

Die Aktion wird auf alle Fälle in den nächsten Monaten weitergeführt. «Für uns ist dieses Projekt schon jetzt ein grosser Erfolg und passt zu unserem Motto: „Leben lebenswerter machen», meint Nathalie Gattiker mit Blick auf den Start, und sie kann sich durchaus vorstellen, das Angebot mit einem grösseren Kasten noch zu erhöhen.

Rolf Lutz, Linth24