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Kanton
03.04.2021
03.04.2021 09:40 Uhr

Situation eskaliert: Verletzte und Verhaftungen

Polizei beobachtet die Situation auf dem Roten Platz in St. Gallen. Bild: KEYSTONE/Michel Canonica
Erneut kommt es zu Unruhen in der Stadt St.Gallen: Polizisten werden angegriffen, Jugendliche verhaftet und ein Helikopter kreiste über der Stadt.

Nach der Krawallnacht am vergangenen Freitag kommt es in der Stadt St.Gallen erneut zu üblen Szenen: Gemäss verschiedenen Medienberichten sollen sich auf dem Roten Platz bis zu 350 – später deutlich mehr – Jugendliche versammelt haben. Zwei Jugendliche wurden verletzt, es gab 19 Verhaftungen. Inzwischen sind aber alle bereits wieder auf freiem Fuss.

Die Situation sei gegen 21 Uhr eskaliert, sagte Stapo-Sprecher Klaus-Dieter Mennel der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Am Rand der Altstadt griffen Jugendliche die Polizei an. Diese antwortete mit Gummischrot. Mindestens eine Ambulanz fuhr in die Innenstadt, wie ein Reporter von Keystone-SDA beobachtete. Der Polizeisprecher erklärte, er habe keine Kenntnis von Verletzten.

Es sei zu Sachbeschädigungen gekommen. So seien Velos auf die Strasse geworfen und Gegenstände angezündet worden. Auch Steinwürfe hätten Spuren hinterlassen. Schaufenster seien auf den ersten Blick jedoch nicht zu schaden gekommen.

Erneut grosse Versammlungen und Krawalle in der Innenstadt Bild: stgallen24-Leserin

Mehrere Ostschweizer Korps im Einsatz

Auch ein Helikopter kreiste über St.Gallen, wie eine Leserin berichtet: «Es ist unheimlich und beängstigend. Überall sind Polizisten und es wird gerade alles abgeriegelt», sagt sie. Immer wieder werden Feuerwerkskörper durch die Luft gejagt.

Andere Chaoten werfen Molotowcocktails in Richtung der Polizei. Mobilisiert wurde der wütende Mob über die sozialen Medien. Die Beamten versuchten, das Gelände abzuriegeln. Die Stadtpolizei St.Gallen erhält dabei Verstärkung von der Thurgauer, Schaffhauser und Bündner Polizei. 

  • In der St.Galler Innenstadt ist es am Freitagabend zu Ausschreitungen gekommen. Bild: KEYSTONE/Michel Canonica
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  • Jugendliche flüchten vor der Polizei in der St. Galler Innenstadt. Bild: KEYSTONE/Michel Canonica
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Molotow-Cocktails geworfen

Nach dem Gummischrot-Einsatz beruhigte sich die Lage vorübergehend. Am Roten Platz, einem beliebten Ausgangs-Treffpunkt der Jugendlichen, blieb die Stimmung aber aufgeheizt. Nachdem die Polizei die Menschenansammlung aufgelöst hatte, kam es erneut zu Ausschreitungen.

Laut Mennel wurden an der Kornhausstrasse in der Nähe des Bahnhofs Polizisten mit mehreren Molotow-Cocktails beworfen. Die Einsatzkräfte setzten Pfefferspray ein. Der Polizeieinsatz war bis in die frühen Morgenstunden im Gang. Aufgrund anhaltender Pyrowürfe gegen die Polizei und dem Anzünden von Gegenständen wurde auch Reizgas eingesetzt.

Auf Twitter trendet der Hashtag «StGallen» zurzeit und viele zeigen sich schockiert über die aktuellen Geschehnisse. Auch erste Politiker nehmen Stellung:

Linth24/sda