Linthgebiet
10.02.2020

Wochenkommentar: Der Weltuntergang naht

Das Coronavirus soll uns alle hinraffen. Das wollen uns die Medien weismachen. Bald einmal wird «die nächste Sau» durch die Gassen gejagt.

Es ist in aller Leute Munde und verbreitet sich rasend über unsere Fernsehbildschirme, Tablets, IPHONE, Handys und über die Zeitungsseiten. Keine Stunde vergeht, ohne wieder an die Pandemie erinnert zu werden. Die Leser, Zuschauer und Zuhörer werden schon allein durch die Medien angesteckt. Der «Killer», die «grosse Seuche», ja, man glaubt, der potenzielle Vernichter unserer Spezies Mensch sei zur Welt gekommen: Das Coronavirus!

Dieses menschenverschlingende Monster versetzt die Weltkugel in Angst und Schrecken. Der Tages-Anzeiger titelte, dass die Schweizer Apotheken überfallen werden würden. Und die Linth-Zeitung vermeldet: «Weltweite Knappheit an Schutzausrüstung wegen Coronavirus». Und so weiter und so fort.

Respekt, aber auch Vernunft

Selbstverständlich muss man Respekt haben vor ansteckenden Krankheiten. Und natürlich hofft jedermann, dass die Ausbreitung der Krankheit nicht fortschreitet. Die getroffenen Schutzmassnahmen sind somit richtig und wichtig.

Was aktuell aber die Massenmedien in die Welt schreiben, ist unverhältnismässig. Ein Horror Szenario jagt das nächste. Jeder Tote wird erwähnt, jeder neue Krankheitsherd wird als nächster Schritt zur Pandemie erkoren. Die Angst der Leser wird hochgetrieben, das Panikmachen wird zum Spielball von News-süchtigen Redaktoren.

Die verängstigte Bevölkerung reagiert teilweise mit Hamsterkäufen und Hotlines werden überhäuft mit sorgenvollen Anrufern. Nutzniesser der Polemik sind die Verbreiter der Nachrichten, wie auch die Pharmaindustrie, die den in Panik versetzten Bürgern gern etwas verkaufen.
Sogar von rassenfeindlichen Reaktionen gegen asiatisch stämmige Menschen ist schon die Rede. Asiaten bringen Europäer dazu, die Strassenseite zu wechseln. In gewissen Restaurants werden Gäste dieser Herkunft nicht mehr geduldet.

Sachlicher statt schädigender Journalismus

Wieder einmal muss man sich fragen: Wo liegt die Grenze zwischen sachlichem und schädigendem Journalismus? Es wäre doch gerade in einem solchen Moment die Aufgabe der Medien, informativ und umsichtig zu informieren: Wie ansteckend ist die Krankheit wirklich? (Mässig, wie man heute weiss.) Wieviel nützen Atemmasken? (Wenig, wie ebenfalls bekannt ist.) Wer stirbt am Coronavirus? (Oft sind vom Tod schon durch andere Krankheiten geschwächte Menschen betroffen.) Dazu eine aktuelle Schlagzeile, in der es heisst: Dem Coronavirus seien in China mehr Menschen erlegen als damals dem Sarsvirus. Dazu eine Korrektur: Sars wütete damals nicht in China, sondern in Hongkong)

All den medialen Horror-Szenarien zum Trotz: In Europa gibt es bis jetzt kaum Ansteckungen durch das Coronavirus. In der Schweiz noch keine. Und in China wird alles getan, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Und schon bald wird das Thema das Interesse der Medien verlieren, wonach dann wieder «die nächste Sau» durch die Gassen gejagt wird.

Daniel Altorfer, freier Mitarbeiter Linth24
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