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Kanton
09.03.2021

Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit im Vormonatsniveau

Die Voranmeldungen zur Kurzarbeit sind stabil geblieben. Bild: zVg
Gemessen am Vorjahreswert sind über ein Drittel mehr Personen beim RAV gemeldet. Die Voranmeldungen zur Kurzarbeit sind stabil geblieben.

Ende Februar 2021 waren im Kanton St.Gallen 14'258 Stellensuchende bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum gemeldet. Das sind praktisch gleich viele wie Ende Januar. Im Vergleich zum Februar 2020 sind 3'844 oder 36,9 Prozent mehr Stellensuchende auf einem RAV gemeldet. Dieser Anstieg ist praktisch gleich wie in der Gesamtschweiz (36,4%) und nur wenig höher als im Kanton Thurgau (33,8%).

Entwicklung bei den Altersgruppen gleicht sich an

Ende Februar 2021 betrug die Zunahme gegenüber dem Vorjahr bei den 15-24-Jährigen 37,6 Prozent (+457) und war damit praktisch gleich wie bei den 25-49-Jährigen (+2'236 resp. 37,3%) und bei den 50-Jährigen und Älteren (+1'151 resp. 36,0%).

Leichte Unterschiede zwischen den Wahlkreisen

Innert Monatsfrist hat sich die Zahl der Stellensuchende in den Wahlkreisen kaum bewegt, zwischen +1,2 Prozent im Wahlkreis Wil und -0,9 Prozent im Toggenburg. Im Vorjahresvergleich weist ebenfalls das Toggenburg mit 30,1 Prozent den kleinsten Anstieg aus, am andere Ende steht das Sarganserland mit +46,6 Prozent. An diesem Muster hat sich in den letzten Monaten nichts geändert. Von Bedeutung ist dabei der überdurchschnittliche Beschäftigungsanteil von Gastgewerbe und Detailhandel im Wahlkreis Sarganserland.

Anstieg in den Dienstleistungsbranchen etwas stärker

Im Monatsvergleich zeigen sich bei den einzelnen Branchen keine besonderen Verschiebungen. Sowohl im Industrie- als auch im Dienstleistungssektor hat sich die Zahl der Stellensucher kaum verändert. Im Vorjahresvergleich ist der Anstieg bei den Dienstleistungen mit 41,1 Prozent nach wie vor höher als im produzierenden Sektor (+31,3%). Hier spielt die hohe Zahl an Stellensuchende aus dem Gastgewerbe (+73,3%) und dem Detailhandel (+41,4%) eine wichtige Rolle, während auf der anderen Seite der Anstieg im Baugewerbe geringer ausfällt (+25,5%).

Anträge auf Kurzarbeit nehmen erneut zu

Die Zahl der Voranmeldungen zur Kurzarbeit ist gegenüber dem Vormonat praktisch gleichgeblieben und liegt bei 3'600 Betrieben und 45'000 Mitarbeiter. Gemessen an den Beschäftigten beträgt der Anteil der Voranmeldungen kantonsweit rund 15 Prozent, in der Industrie mit rund 18 Prozent etwas mehr als bei den Dienstleistungen (14%). Im Industriebereich weisen die Textilindustrie, das Papier- und Druckgewerbe sowie die metallverarbeitende Industrie Anteile von 30 Prozent und mehr auf. Im Dienstleistungsbereich stechen das Gastgewerbe und die Hotellerie mit mehr als jeder zweiten beschäftigten Person heraus. Auch bei den freiberuflichen Dienstleistungen sowie im Bereich Kunst, Sport, Unterhaltung, Erholung ist jede dritte beschäftigte Person für Kurzarbeit angemeldet.

Aus den Voranmeldungen zur Kurzarbeit lassen sich nur teilweise Rückschlüsse auf die Höhe der ausbezahlten Kurzarbeitsentschädigung ziehen. Diese Information ist erst mit einigen Monaten Verzögerung verfügbar, wenn die Abrechnungen vorliegen. Eine detaillierte tabellarische Darstellung zur abgerechneten Kurzarbeit bis zum Dezember 2020 liegt in den Formaten Excel und PDF vor.

Die hier von der Fachstelle für Statistik publizierten statistischen Informationen unterstehen dem Statistikgesetz des Kantons St.Gallen (sGS 146.1) und dessen Qualitätskriterien.

Information des Amts für Wirtschaft und Arbeit

Anpassungen bei der Kurzarbeitsentschädigung zeichnen sich ab

Zurzeit ist die Frühjahrssession der Eidgenössischen Räte im Gang. Unter anderem entscheidet das Parlament über eine Reihe von Änderungsvorschlägen im Regelwerk der Kurzarbeitsentschädigung, welche der Bundesrat unterbreitet hat. Dazu zählen etwa die Aufhebung der Voranmeldefrist oder die rückwirkende Bewilligung für Kurzarbeit für Betriebe, die aktuell von den behördlichen Massnahmen betroffen sind. Derzeit ist unklar, ob das Parlament den Vorschlägen des Bundesrates folgt oder andere Massnahmen beschliesst. In jedem Fall treten mögliche Anpassungen erst nach der Schlussabstimmung am 19. März 2021 in Kraft. Der Kanton St.Gallen wird zeitnah, spätestens jedoch am 22. März 2021, auf seiner Website informieren, wie die Betriebe weiter vorgehen müssen, um Kurzarbeitsentschädigungen beantragen zu können.

Linth24/pd