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Gesundheit
21.02.2021
21.02.2021 06:34 Uhr

BAG gibt zu, die Test-Statistik zu verfälschen

Das BAG gibt zu: «Die derzeitige Positivitätsrate ist eine Überschätzung.»
Es liest sich wie ein schlechter Witz: Bei den Massentests werden nur die positiven Resultate in die Statistik aufgenommen. Was für eine Zahlen-Verfälschung, welche nun vom BAG gegenüber nau.ch zugegeben wird!

Testen, testen, testen. So will es der Bundesrat für die Schweiz. Bei präventiven Massentests in Schulen, Firmen oder Altersheimen übernimmt der Bund darum auch die Kosten. Gegen eine Milliarde Franken will er dafür ausgeben. Und anhand der Test-Ergebnisse seine Entscheidungen fällen.

Wie Recherchen von Nau.ch zeigen, ist die aktuelle Berechnung aber eine Farce. Die vom BAG publizierte Positivitätsrate sei verfälscht. Denn die negativen Resultate aus den Massentests fliessen gar nicht in die Statistik.

Überschätzung der Positivitätsrate

Wie BAG-Sprecher Jonas Montani auf Anfrage festhalte, gelte die Meldepflicht nur «für medizinische Einrichtungen». Bedeutet: Alle negativen Testresultate aus den präventiven Massentests in Altersheimen, an Schulen oder in Hotels werden nicht erfasst.

Positive Resultate auf das Coronavirus fliessen hingegen sehr wohl in die BAG-Statistik ein. Ausgenommen, es handle sich um vorbeugendes Testen oder im Rahmen eines Infektionsausbruches. Hier erhalte das BAG auch die negativen Resultate.

Beim vorbeugenden, repetitiven Testen müssen also Altersheime oder Schulen negative Resultate nicht melden. Der Grund: Der Prozess werde damit «möglichst kosteneffizient» gestaltet, sagt das BAG und meint weiter: «Infolgedessen ist die derzeit messbare Positivitätsrate eine Überschätzung der tatsächlichen Positivitätsrate.»

«Bewusste politische Einflussnahme»

Nationalrat Marcel Dobler aus Rapperswil-Jona dazu auf nau.ch: «Weil die Covid-Zahlen stark sinken, wird das BAG kreativ um die zögerlichen Lockerungen zu rechtfertigen.» Das Ignorieren der Negativ-Tests sei eine «bewusste politische Einflussnahme».

Linth24