Rapperswil-Jona
03.02.2019

KOMMENTAR ZUM HAFEN-MONSTER: ES WIRD WIEDER «GEZOLLERT»

Klartext von Bruno Hug.

Die Ära des Ex-Stadtpräsidenten Erich Zoller war geprägt von einer sonderbaren Form der Kommunikation. Der Stadtrat gab immer nur das zu, was ihm schrittweise nachgewiesen werden konnte. Paradebeispiele waren das Sozialschlamassel rund um die sozialen Dienste oder die Anstellung von KESB-Chef Dr. Grob, wo es Jahre brauchte, bis endlich klar wurde, was Sache ist. Redaktionsintern nannten wir diese Anti-Kommunikation «Zollern».

Mit dem ab anfangs 2017 mehrheitlich erneuerten Stadtrat durfte man hoffen, dass damit Schluss sei. Doch schon kurz nach den Wahlen fand dieser unzeitgemässe Kommunikations-Würg seine Fortführung.

  • Beim Trainings-Eishallen-Projekt im Lido wurde das für jedermann ersichtliche Debakel erst zugegeben, als die Kosten aus dem Ruder liefen. Sonst hätte der Rat den Stuss wohl noch durchgeboxt.
  • Im Falle des Zusatzbaus für das Feuerwehrdepot im Engelhölzli mäanderte der neue Stadtpräsident um seine Landpreis-Angaben derart, dass einem schwindlig wurde.
  • Beim Visitors-Center versuchte der Stadtrat das Volk mit verführerischen Tourismus-Visionen und einem irren Millionenbau einzusalben, bis es auch den staatsgläubigsten Bürgern mulmig wurde.
  • Auch bei der neuen Hockeyaner-Trainingshalle - abseits der bestehenden Eishalle - wird wieder so kommuniziert, dass es niemandem wohl ist und kaum jemand glaubt, dass sie dort zu stehen kommen muss.
  • Eine weitere Zerreissprobe steht beim BWZ-Neubau an.
  • Und ganz bedenklich geht es bei der KESB-Klage zu und her, für die der Stadtrat schon eine halbe Million Franken verpulverte, dazu aber beharrlich schweigt und erst noch die Klage aufrechthält, obwohl er gleichzeitig seinen KESB-Leiter per sofort freistellen musste.
Und nun sind wir beim neusten Debakel angelangt: Beim Hafen Rapperswil. Auch hier: Wieder ein Stadtrat, der weit neben dem Volk agiert und eine bedenkliche Kommunikation dazu an den Tag legt.

Die städtische Bauauflage enthielt nur kaugummiähnliche, dehnbare, ungenaue Informationen. Über Wichtiges aber wurde und wird nicht informiert.

Deshalb verlangte Linth24 letzten Mittwoch vom Stadtrat die Offenlegung des Mietvertrages mit dem Schiffsbetreiber, den Beschluss des Stadtrates zum Projekt und die Korrespondenz mit der Stadtbildkommission. Mal sehen, ob weiter «gezollert» wird.

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Bruno Hug