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Kanton
04.02.2021

Dringender Appell vom Openair St.Gallen

Auch 2021 könnte es sein, dass das OASG abgesagt werden muss. Bild: PD
Auch im Jahr 2021 bangen Festivals um die Durchführung und stehen vor einem finanziellen Fiasko. Am Donnerstag melden sich die Veranstalter des Openair St.Gallen mit einem Appell an die Behörden.

Schweren Herzens wurde das Openair St.Gallen im Jahr 2020 wegen der Pandemie abgesagt - das erste Mal seit 1977 fand das jährliche St.Galler Highlight im Sittertobel nicht statt. Trotzdem blickte man zuversichtlich in die Zukunft und setzte alles auf das Jahr 2021. Doch auch der diesjährige Festivalsommer steht  auf der Kippe.

Das Jahr 2020 konnten die Festivals zwar dank den schnell implementierten finanziellen Unterstützungsmassnahmen von Bund und Kantonen überbrücken aber nun gilt es, eine Strategie für den Sommer 2021 zu finden. 

Intensive Zusammenarbeit

Am Donnerstag veröffentlichte das Veranstaltungskomitee des OASG ein Update zur aktuellen Lage. «Obwohl wir seit bald einem Jahr in Kurzarbeit beschäftigt sind, haben wir volles Verständnis für die Massnahmen und machen alles dafür, dass wir alle wieder unter sicheren Bedingungen Festivals besuchen können. Dafür sind wir seit Monaten in den Planungen. Gemeinsam mit vielen weiteren Festivals sowie externen Spezialisten und vor allem mit den Behörden und der Politik arbeiten wir an diversen Szenarien und Schutzkonzepten, um eine realistische Chance für eine Durchführung des OASG zu schaffen. Und dies über alle Sprach- und Landesgrenzen hinweg im nationalen und internationalen Austausch. Diese nie da gewesene intensive Zusammenarbeit und Solidarität ist sicherlich einer der wenigen Lichtblicke dieser Pandemie», heisst es dort. 

Gemeinsam mit der Swiss Music Promoters Associations (SMPA), dem Dachverband für Schweizer Festivals, appelliert man für eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Behörden, auf transparente und praxistaugliche Richtlinien und Öffnungsschritte sowie auf einen umfassenden finanziellen Rettungsschirm angewiesen.

2021 ist nicht 2020

Es gibt bessere Behandlungsmöglichkeiten, die Testoptionen entwickeln sich stetig weiter und die Impfungen laufen. In Kombination mit den zu erwartenden tieferen Fallzahlen in den Sommermonaten schafft dies für den Sommer 2021 eine andere Ausgangslage, die folgende Kernfragen aufwirft:

  • Unter welchen Voraussetzungen können Schweizer Festivals regulär und mit voller Kapazität ohne Social Distancing durchgeführt werden?
  • Welche Massnahmen sind für Gäste, Künstler, Personal und Lieferanten notwendig?


Neben aussagekräftigen Antworten auf diese beiden Kernfragen fordert SMPA: 

Schweizweit einheitliche Richtlinien

«Wir benötigen im Verlauf des Februars grösstmögliche Klarheit für den ersten Teil des Festivalsommers 2021 (bis Mitte Juli), denn die Vorbereitungen nehmen mehrere Monate in Anspruch. Dafür braucht es eine transparente, praxistaugliche Strategie der Behörden mit dem Ziel, Veranstaltungen sicher und unter schweizweit einheitlichen Bedingungen durchzuführen. Die Veranstalter bieten mit grossem Elan Hand, zusammen mit den auf Bundesebene definierten Ansprechpersonen diese Strategie sowie Konzepte und Massnahmen zu erarbeiten. Es ist wichtig, dass das Know-how der Branche genutzt wird! Wenn es auch schwierig bleibt, absolute Planungssicherheit zu erreichen, so hilft das gemeinsame Vorgehen, die für unsere Festivals überlebenswichtigen Entscheide richtig zu fällen und die weiteren Schäden zu reduzieren.»

Finanzieller Rettungsschirm

Im Falle einer Nichtdurchführung braucht es die bewährte Ausfallentschädigung weiterhin, jedoch sei eine hundertprozentige Schadensdeckung ohne Plafonierung notwendig, um den Erhalt der Musik-Festivals langfristig zu sichern. Wenn einer Veranstaltung die erteilte Bewilligung nach Beginn der Arbeiten wieder entzogen wird, muss der entstandene Schaden ebenfalls komplett übernommen werden. Gleiches muss schliesslich gelten, wenn eine Veranstaltung aufgrund verschärfter Massnahmen zur Pandemiebekämpfung aus wirtschaftlicher Sicht vorausschauend abgesagt wird oder nur in reduzierter Form durchgeführt werden kann. «Ohne diesen Rettungsschirm wird die Planung von Veranstaltungen zum Himmelfahrtskommando mit kaum einschätzbaren Risiken und kommt folglich zum Erliegen», heisst es.

Verhältnismässigkeit bei der Lockerung

Eine Grossveranstaltung soll so sicher sein wie das tägliche Leben; «wir appellieren aber an das Prinzip der Verhältnismässigkeit! Massnahmen müssen deshalb laufend überprüft und gegebenenfalls in einem praxistauglichen und sinnvollen Rahmen gelockert werden. Wir sind es alle zusammen den Besuchern, den vielen tausend Mitarbeitenden, den Künstlern und den Lieferanten schuldig, Klarheit zu schaffen und die kulturelle Vielfalt der Schweiz zu erhalten.»

Linth24