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Lifestyle
13.01.2021
12.01.2021 09:12 Uhr

Tierbetreuer in der Region kämpfen um jeden Kunden

Tierferienheime sind eine gute Möglichkeit, den geliebten Vierbeiner während den Ferien in sichere Hände zu geben – doch was passiert nun mit den Tierhotels, wenn die Besitzer plötzlich alle coronabedingt zuhause bleiben?
Mit dem omnipräsenten Corona-Virus verreist kaum noch ein Mensch in die Ferien. Dadurch verlieren Tierferienheime gewaltig an Umsatz. Linth24 hat sich in der Region umgehört.

Was passiert, wenn Herrchen und Frauchen aufgrund Corona nicht mehr in die Ferien gehen und durch das Homeoffice den ganzen Tag zuhause bleiben? Die Vierbeiner brauchen keine Fremdbetreuung mehr und die Ferienheime verlieren so einen grossen Anteil der Kundschaft. Linth24 hat sich bei lokalen Heimen und Betreuern erkundigt – der wurde einstimmig bestätigt.

Katzenheim Arche in Jona

Die Mitarbeiter des Katzenheims Arche stimmen zu, dass durch Corona viel weniger Katzen ins Ferienheim kommen als üblich. Im Juli sei es noch erträglich gewesen, da zu dieser Zeit doch noch einige Personen in die Ferien gingen. Doch vor allem nun über Weihnachten, wo sich sonst sehr viele Familien auf die Skipisten begaben und die Katzen ins Tierheim gaben, war ein extremer Schwund an Kundschaft bemerkbar. «Über Weihnachten hatten wir etwa 5 Ferienkatzen... Das ist nichts», erklärte eine Mitarbeiterin des Katzenheims in Jona. Unter normalen Umständen konnte das Katzenheim bis zu 50 Ferienkatzen aufnehmen, daher entsprechen 5 Ferienkatzen gerade mal 10% der Kundschaft, was in der Tat ein sehr kleiner Anteil ist.

Über Weihnachten 2020 hatte das Katzenheim Arche gerade mal 5 Ferienkatzen in Obhut, was sehr wenig ist. (Bildquelle: Manuela Matt)

Tierbetreuung Zürichsee in Hombrechtikon

Ursula Riedler der Tierbetreuung Zürichsee bestätigte, dass sie im Moment viel weniger Hunde betreut als üblich. «Ich merke es massiv. Ich habe viele fixe Tageshunde, welche zum Beispiel immer am Montag kommen, da dann Herrchen und Frauchen am Arbeiten sind. Da nun viele Leute im Homeoffice arbeiten, behalten viele ihre Tiere natürlich zuhause. Im Moment mache ich nur noch 60 Prozent von meinem normalen Umsatz», so Riedler. 

Wie ihre Zukunft aussehen wird, weiss Ursula Riedler nicht. Sie vermutet aber, dass viele Firmen einsehen werden, dass das Homeoffice funktioniert und so werde es dann permanent zu weniger Hunden in ihrer Betreuung kommen.

Auch Ursula Riedler bemerkte bei ihrer Tierbetreuung Zürichsee einen grossen Schwund an Ferienhunden.

Hundehotel Joy-Dog in Kaltbrunn

Einen Schwund an Kunden bestätigt ebenfalls auch die Hundeschule & Hundehotel Joy-Dog in Kaltbrunn. Es gebe zwar noch Personen, welche ihren Hund zum Spielen mit Artgenossen zu Joy-Dog schicken, doch Ferienhunde gäbe es im Moment sehr wenig, meint Irène Meier. Das Ehepaar Meier hat zwar noch eine Hundeschule, welche noch Umsatz bringt, doch auch diese Lektionen seien mit den Corona-Massnahmen oft schwierig bis gar nicht durchführbar.

René Meier haben in ihrem Hundehotel zwar noch ein paar Hunde, welche zum Spielen mit Artgenossen kommen, doch Ferienhunde bleiben aus.

Hundebetreuung Kessler in Schübelbach

Auch Romy und Armin Kessler der Hundepension Kessler in Schübelbach spüren einen Rückgang der Ferienhunde. «Man merkt es wahnsinnig. Ich habe momentan 75 Prozent weniger Einkommen als sonst. Da niemand in die Ferien reist und viele Leute im Homeoffice arbeiten, behalten sie die Hunde logischerweise auch zuhause. Ein paar meiner Kunden bringen ihre Vierbeiner aber noch aus Solidarität zu mir, das ist schön», berichtet Romy Kessler.

Romy Kessler spürt einen grossen Rückgang an Ferienhunden in ihrer Hundepension Kessler.
Linda Barberi, Linth24