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Kultur
30.11.2020
30.11.2020 10:38 Uhr

Museum Amden: «Wahre Schönheit oder schöne Wahrheit?»

Der junge Künstler Stefan Brucherseifer zeigt im Museum Amden erstmals sein Schaffen in einer Einzelausstellung.
Der junge Künstler Stefan Brucherseifer zeigt im Museum Amden erstmals sein Schaffen in einer Einzelausstellung. Bild: Linth24
Im Museum Amden startet am 6. Dezember die Ausstellung von Stefan Brucherseifer. Seine zeitkritischen Bilder setzen sich mit unserem Gebrauch moderner Medien auseinander.

Der junge Künstler Stefan Brucherseifer, aufgewachsen in Eschenbach und heute wohnhaft in Zürich, zeigt erstmals sein Schaffen in einer Einzelausstellung. Er überrascht und berührt mit zeitkritischen Bildern, die sich mit unserem Gebrauch moderner Medien auseinandersetzen. Es sind eingefangene – oft autobiografische – Momente und Szenen des Alltags, ein Screenshot auf einem Handy, ein Abend mit Freunden. In Öl auf Leiwand übertragen werden diese Augenblicke zu konservierten Zeitzeugen. Sie laden ein, das Spannungsfeld von Provokation, Versöhnung, Fremdbild und eigener Vorstellung zu betreten – und darüber hinaus zu sehen.

«In Bewegung denkt es sich gut»

Stefan Brucherseifer hat diesen August sein Bachelorstudium am Institut Kunst der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel abgeschlossen, wo er in Gruppenausstellungen bereits mit fotorealistischen Arbeiten auf sich aufmerksam gemacht hat. Sowohl der Ausdruck seiner Arbeiten als auch der Prozess der Entstehung sind von faszinierenden Gegensätzen geprägt. So sieht er sich selbst als Realist, als tatkräftigen Arbeiter, als akribischen Sammler von Momenten, als Wertschätzer von Strukturen.

Auf der anderen Seite ist es manchmal ein im Vorbeigehen erhaschter Moment, der ihn Inne halten lässt und ihm als Inspiration für seine Kunst dient. Der Entstehungsprozess seiner Werke zielt aufs eigene Verlieren im Bild ab und schafft dennoch die Konzentration auf den einen magischen Moment. Diese Vision trägt er auch auf seinen Spaziergängen mit, auf seinen Wanderungen zu seinem Lieblingsberg, dem Speer. «Es ist bei mir immer wieder ein Weggehen und ein Wiederkommen, ein Sehen, Einordnen und Verstehen.» Aus dieser Fülle an Wahrnehmungen entstehen feinfühlige Landschaftsbilder, detailgetreue Kompositionen, aber auch scheinbar ungeplante Abrisse des Lebens, die wie Abziehbilder nicht für die Ewigkeit bestimmt sind, aber dennoch Spuren hinterlassen.

Kunst neu gedacht und umgesetzt

Mit 27 Jahren und einer erfahrungsreichen Studienzeit in Münster und in Basel möchte Stefan Brucherseifer aus vordefinierten «Kunstblasen» ausbrechen, vielleicht auch Brückenbauer sein zwischen der etablierten Kunstszene und den Kunstinteressierten. Er möchte Einfluss nehmen, ohne sich einengen zu müssen und Türen aufmachen für neue Betrachtungen.

Sein ambitioniertes Ziel ist es, eines Tages von seiner Kunst leben zu können. Mit dieser Energie gestaltet er nun auch die Ausstellung im Museum Amden. Es reizt ihn, den Ausstellungsbesuchern eine neue Art von persönlichen Sujets mit gesellschaftskritischem Bezug zu präsentieren. Die Bilder sind voller Schalk, Doppeldeutigkeit und Intimität und spiegeln das Talent und perfektionierte Handwerk des Künstlers und gelernten Grafikers. Brucherseifer meint: «Durch meine Technik des Auftragens der unverdünnten Ölfarbe direkt auf den Leinwandstoff bin ich gezwungen, die Farbe einzuarbeiten. So bleibt die Malerei nicht oberflächlich, sondern geht in die Tiefe.»

In Dialog mit dem Künstler

Es lohnt sich, in der Betrachtung der Bilder dieser Tiefe nachzuspüren und zu reflektieren, was die Botschaft bei einem selbst bewirkt. Wer Lust hat in den Dialog mit dem Künstler zu treten und die Bilder «out of the Box» mit ihm zu erleben, der kann Stefan Brucherseifer an verschiedenen Sonntagen im Museum Amden zu einer Kurzführung treffen. 

Ausstellung & Kurführungen

Ausstellung: 06.12.2020 – 14.03.2021, Mi./So., 14 – 17 Uhr

Kurzführungen: 6. 12., 3.1., 7.2., 7.3.
Anmeldung per Mail: studio@stefanbrucherseifer.com

Museum Amden
Dorfstrasse
8873 Amden

Museum Amden