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11.11.2020
11.11.2020 10:04 Uhr

6 Spitäler in der Region: So ist es mit Corona bei uns!

Bild: zvg
Wie sieht die Covid-Situation aktuell aus in den Spitälern der Region? Lesen Sie, was Spital Linth, Lachen, Einsiedeln, Schwyz, Glarus und Wattwil im Interview mit Linth24 berichten.

Kern-Aussagen der 6 Spitäler

Während der Direktor vom Spital Linth die aktuelle Medienberichterstattung zum Thema der Spitalbelastungen wegen Covid zurzeit schweizweit für etwas faktenfern hält, erzählt die Direktorin vom Spital Lachen, dass sie im Herbst eh immer sehr gut ausgelastet und wegen Covid alleine nicht am Anschlag seien. 

Im Spital Schwyz hat man die Lage im Griff, die Anzahl hospitalisierter Patienten ist leicht zurückgegangen, während man im Spital Einsiedeln aufgrund der vielen Covid-Tests, die in den vergangenen Wochen durchgeführt werden mussten, zeitweise an die Kapazitätsgrenze gestossen ist.

Im Spital Wattwil ist die Zahl der hospitalisierten Covid-Patienten diese Woche im Vergleich zu den letzten beiden Wochen leicht gesunken. Und das Spital Glarus kann wegen seinen kleinen Fallzahlen keine Aussage machen, wie viele Patienten wegen Covid am Beatmungsgerät waren, weil sonst Rückschlüsse auf Patienten gemacht werden könnten.

Zum aktuellen Lagebericht und weiteren Aussagen der 6 Spitäler hier weiterlesen:

Spital Linth in Uznach

Linth24: Wie viele Intensiv-Betten stehen in Ihrem Spital zur Verfügung?
Spitaldirektor Peter Werder: Das Spital Linth verfügt über keine IPS. Wir haben für die aktuelle Situation zwei Beatmungsplätze eigerichtet.

Wie viele Betten sind per heute durch Covid-Patienten belegt?
Heute sind es 15, die Zahl schwankt seit Mitte Oktober zwischen 14 und 23.

Wie viele Covid-Patienten mussten seit  dem 1.11.2020 an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden?
Ein paar wenige – wir beatmen nur übergangsweise, weniger als 2 Stunden, und überweisen die Patienten dann ans KSSG.

Wie lange bleibt ein Covid-Patient im Durchschnitt in Ihrem Spital?
10 Tage.

Ist Ihr Spital am Anschlag wegen Covid-19?
Nein. Die aktuelle Medienberichterstattung zum Thema der Spitalbelastungen ist zurzeit schweizweit etwas faktenfern.

Spital Lachen

Linth24: Wie viele Intensiv-Betten stehen in Ihrem Spital zur Verfügung?
Spitaldirektorin Franziska Berger: Gesamthaft verfügen wir über 100 Betten. Diese sind vorwiegend durch «normale» Patienten belegt.

Wie viele Intensiv-Betten sind per heute noch frei?
Im Moment sind keine Betten frei. Aber wir schaffen es trotzdem, jederzeit alle Notfälle aufzunehmen, indem beispielsweise jemand früher entlassen oder verlegt wird.

Wie viele Betten sind per heute durch Covid-Patienten belegt?
Dazu machen wir keine Angaben, weil das stündlich ändern kann. Die Zahlen schwanken sehr stark. Wir haben Covid-Patienten auf der Intensivstation, aber auch solche, die auf der Abteilung stationiert sind.

Wie viele Covid-Patienten mussten bisher im November an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden?
Dazu machen wir keine Angaben. Wir haben auf der Intensivstation 2 Beatmungsplätze. Weitere Geräte sind im OP oder in den Krankenwagen vorhanden.

Wie lange bleibt ein Covid-Patient im Durchschnitt in Ihrem Spital?
Da dies von Fall zu Fall stark variiert, machen wir hierzu keine Angaben.

Ist Ihr Spital am Anschlag wegen Covid-19?
Im Herbst ist unser Spital immer sehr gut ausgelastet. Wegen Covid alleine sind wir nicht am Anschlag. Aber wir stossen an unsere Grenzen, weil es derzeit vermehrt sehr viele Personalausfälle gibt, sei es aufgrund von Quarantäne oder positiven Tests.

Spital Schwyz 

Linth24: Wie viele Intensiv-Betten stehen in Ihrem Spital zur Verfügung?
Spitaldirektorin Franziska Föllmi: Aufgrund der leicht zurückgegangen Anzahl hospitalisierter Covid-Patienten konnten wir die Anzahl Plätze auf der Isolationsstation leicht reduzieren. Für die Pandemiesituation haben wir derzeit noch eine Isolationsstation mit insgesamt 23 Plätzen eingerichtet. Die Lage ist unter Kontrolle.

Wie viele Intensiv-Betten sind per heute noch frei?
Auf der Intensivbettenstation sind drei Beatmungsplätze für Covid-Patienten installiert und derzeit ständig belegt. Reichen diese Plätze aktuell nicht aus, werden Patienten in der Regel innerhalb der Zentralschweiz auf andere Intensivbettenstationen verlegt.

Wie viele Covid-Patienten mussten im November an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden?
Die Belegung eines Spitals ändert sich stündlich und schwankt generell sehr stark. Bisher wurden seit Anfang Oktober über 125 Covid19-positive Patienten stationär behandelt und ein Vielfaches davon ambulant betreut.

Ist Ihr Spital am Anschlag wegen Covid-19?
Die Betreuung und Behandlung von hospitalisierten Covid19-Patienten ist personal- und materialintensiv. Aktuell beansprucht dies knapp 30 % unserer Behandlungskapazität. Bei uns sind zumeist zwischen 5 und 10 Mitarbeitende wegen einer Covid19-Infektion nicht einsatzfähig.

Welches ist momentan die grösste Herausforderung?
Die personelle Situation. Die Betreuung von Covid 19-Patienten ist aufwändig, da die Schutzmassnahmen sämtliche Prozesse verlangsamen.

Spital Glarus

Linth24: Wie viele Intensiv-Betten stehen in Ihrem Spital zur Verfügung?
CEO Markus Hauser: Derzeit 6, mit Option auf Erweiterung auf 8.

Wie viele Intensiv-Betten sind per heute noch frei?
Null.

Wie viele Betten sind per heute durch Covid-Patienten belegt?
22.

Wie viele Covid-Patienten mussten im November an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden?
Unsere Fallzahlen sind zu klein, als dass ich hier eine Aussage machen dürfte wegen dem Berufsgeheimnis. Mit einer Angabe könnten Rückschlüsse auf Patienten, von denen bekannt ist, dass sie bei uns auf der IPS sind, gemacht werden.

Wie lange bleibt ein Covid-Patient im Durchschnitt in Ihrem Spital?
12 Tage.

Ist Ihr Spital am Anschlag wegen Covid-19?
Wir sind sehr stark belastet, haben aber die Situation unter Kontrolle.

Spital Einsiedeln

Linth24: Wie viele Intensiv-Betten stehen in Ihrem Spital zur Verfügung?
Medienstelle: Das Spital Einsiedeln verfügt über keine Intensivstation. Wir verfügen hier jedoch über eine sogenannte Intermediate Care Unit (IMCU). An Covid-19 erkrankte Patienten, die eine Beatmung benötigen, verlegen wir in ein Zentrumsspital.

Wie viele Betten sind per heute durch Covid-Patienten belegt?
Aktuell befinden sich 4 Covid-Patienten bei uns in Isolation. Diese Zahlen schwanken jedoch von Tag zu Tag.

Wie lange bleibt ein Covid-Patient im Durchschnitt in Ihrem Spital?
Eine an Sars CoV-2 erkrankte Person hält sich je nach Verlauf der Krankheit zwischen 2 und 7 Tage an unserem Spital auf.

Ist Ihr Spital am Anschlag wegen Covid-19?
Nein. Medizinisch sind wir bestens auf Covid-Patienten vorbereitet und können mit den personellen Ressourcen eine optimale Versorgung derjenigen Covid-Patienten gewährleisten, die nicht beatmet werden müssen. Aufgrund der vielen Covid-Tests, die wir in den vergangenen Wochen durchführen mussten, liefen wir zeitweise an unserer Kapazitätsgrenze. Seit dieser Woche hat sich die Situation aber etwas beruhigt.

Spital Wattwil

Linth24: Wie viele Intensiv-Betten stehen in Ihrem Spital zur Verfügung?
CEO René Fiechter: Die Spitalregion Fürstenland Toggenburg verfügt über keine Intensivstationen. Auf unseren Betten- und Überwachungsstationen sind Covid-19-Patientinnen hospitalisiert, deren Gesundheitszustand eine Überwachung erforderlich macht. Verschlechtert sich der Zustand eines solchen Patienten, so verlegen wir ihn an ein Spital mit einer Intensivstation.

Wie viele Betten sind per heute durch Covid-Patienten belegt?
Derzeit sind im Spital Wattwil 7 Patienten mit bestätigter Covid-19-Infektion hospitalisiert.

Wie lange bleibt ein Covid-Patient im Durchschnitt in Ihrem Spital?
Die Aufenthaltsdauer dieser Patienten ist sehr unterschiedlich. Im Durchschnitt beträgt sie 7 Tage.

Ist Ihr Spital am Anschlag wegen Covid-19?
Die Auslastung von unseren beiden Spitälern Wattwil und Wil ist derzeit hoch, sowohl auf den Bettenstationen, den Überwachungsstationen als auch den Notfallstationen. Die Zahl der hospitalisierten Patientinnen und Patienten mit bestätigter Covid-19-Infektion ist diese Woche im Vergleich zu den letzten beiden Wochen jedoch leicht gesunken. Damit verfügen wir wieder über leicht mehr Kapazitäten.

Je nach Verlauf kann dies aber auch rasch wieder ändern. Ausschlaggebend für unsere Kapazitäten ist neben der Entwicklung der Patientenzahl auch die Anzahl der Mitarbeitenden, die krankheitsbedingt ausfallen. Denn letztlich ist die Kapazitätsfrage nicht eine reine «Platzfrage», also eine Frage der freien Betten, sondern der Frage des Personals, welches die entsprechenden Patienten behandeln und betreuen kann.

Sollten wir die Kapazitätsgrenze in den derzeitigen Strukturen erreichen, so sieht unser Stufenplan weitere Massnahmen vor. So wäre der teilweise oder ganze Verzicht auf elektive Eingriffe oder nicht dringliche ambulante Behandlungen eine Massnahme, um sowohl Betten als auch personelle Ressourcen für die Behandlung von weiteren Covid-19-Patienten frei zu machen. Die Task Force der SRFT beobachtet die Situation laufend und ist im engem Austausch mit den anderen Spitalregionen und dem Gesundheitsdepartement, um im richtigen Moment die Massnahmen der nächsten Stufe einleiten zu können.

Sibylle Marti, Linth24