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Kultur
24.03.2026

Kunstverein an der Eiskante

Antonio Cifelli (l.), Grönlandkenner, erläutert dem Kunstverein die Fotografien von Markus Bühler.
Antonio Cifelli (l.), Grönlandkenner, erläutert dem Kunstverein die Fotografien von Markus Bühler. Bild: Marie-Eve Hofmann-Marsy/Markus Bühler/Collage: Linth24
Der Kunstverein Oberer Zürichsee besuchte die aktuelle Ausstellung im Museum NONAM. Fotograf Markus Bühler und Sohn Nils zeigen eindrückliche Einblicke ins harte Leben der Inughuit.

Das Museum NONAM – Nordamerika Native Museum im Züricher Seefeld ist alleine schon einen Besuch wert. Wie Antonio Cifelli den rund 35 Mitgliedern des Kunstvereins Oberer Zürichsee erklärte, liegt die Gründung das damaligen Indianermuseums 60 Jahre zurück. Ein Lehrer begann 1963 mit nur einem Moccasin die Ausstellung, die dann langsam aber stetig weiterwuchs. 

Nach seinem Tod ging die Sammlung an die Stadt Zürich, zog in die Räumlichkeiten in der Nähe des Bahnhofs Tiefenbrunnen, zeigt nun eine beeindruckende Vielfalt der Indigenen Kulturen Nordamerikas und ist damit eines der wenigen Museen in Europa.

Das Verständnis für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der indigenen Nationen wird auf vielfältige und sehr spannende Art gefördert und richtet sich nicht nur an Erwachsene, sondern besonders auch an Kinder und Familien.

Fasziniert vom Leben im Norden Grönlands, zeigt der Züricher Fotograf Markus Bühler mit seinem Sohn Nils im Museum zurzeit fotografische und filmische Einblicke in die faszinierende Kultur der Inughuit.

Das harte Leben der Inughuit

Der Besuch des Kunstvereins galt aber hauptsächlich der Sonderausstellung «An der Eiskante – Unterwegs nach Nordgrönland».

Es heisst, wen die Arktis in ihren Bann gezogen hat, den lässt sie nicht mehr los. So geht es auch dem Züricher Fotografen Markus Bühler, der seit den 1990er Jahren das Leben der Inughuit mit der Kamera dokumentiert und bereits seine dritte Ausstellung in NONAM zeigt. Dieses Mal von seinem Sohn Nils und dessen Filmkamera begleitet.

Es ist eine Hommage an den Norden Grönlands und an die Menschen, die dort in einer extremen Landschaft leben, genau wie einst ihre Vorfahren. Die wunderschön kuratierte Ausstellung geht entlang zweier Hundeschlitten, gefertigt aus Schwemmholz, das über viele Jahre gesammelt wird.

Entlang der Eiskante zeigen die Fotografien von Markus Bühler das harte Leben der Inughuit. Bild: Marie-Eve Hofmann-Marsy

Warme Felle und Eishütten

Rentier- und Eisbärenfelle halten deshalb so warm, weil sie aus Röhrenhaaren bestehen. Über die gezeigten Stiefel wird gestaunt, denn die weisse Fellseite liegt innen, die Lederseite aussen und diese ist schwarz, denn Eisbärenhaut ist tatsächlich schwarz. Die Sohle besteht aus Robbenhaut und ist nicht nur warm, sondern auch 48 Stunden wasserdicht.

Im Hauptraum reihen sich die Fotografien von Bühler entlang der schneeweissen Wände, in der Mitte eine Eishütte, die mit Hundeschlitten aufs Meereis gezogen wird und dank der kleinen Öfen den Eisfischern und Jägern selbst bei – 40 Grad wohlige Wärme schenken.

Links: Der Stiefel aus Eisbärenfell lässt staunen, denn die Haut des weissen Bären ist tatsächlich schwarz. Rechts: Die Schlittenhunde sind wichtige Partner für die Inughuit-Jäger. Bild: Marie-Eve Hofmann-Marsy/Markus Bühler/Collage: Linth24

Täglicher Überlebenskampf

Die grossformatigen Fotografien zeigen das Leben unter den sehr harten Bedingungen und sind Zeugen des täglichen Überlebenskampfes im Eis. So befremdlich die Bilder auf uns wirken, die die Jagd auf Narwale und Robben und das blutige Schlachten zeigen, so überlebenswichtig ist diese für die Inughuit.

Sie verbringen oft viele Tage mit ihren Hundegespannen auf dem Eis und nicht jede Jagd ist erfolgreich. Wenn sie aber ein Tier erlegen, wird restlos alles davon verwertet – Fett und Fleisch als Nahrung, das Fell als Kleidung und Schuhe, das Narwalhorn für Werkzeuge Jagdausrüstung, Schnitzereien und Kunsthandwerk.

Antonio Cifelli (l.) erläutert den Mitgliedern vor der Eishütte die Fotografien von Markus Bühler. Bild: Marie-Eve Hofmann-Marsy

Diese aussergewöhnliche und sehr berührende Ausstellung geht noch bis zum 28. Juni 2026.

Marie-Eve Hofmann-Marsy, Kunstverein Oberer Zürichsee/Linth24
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