Kanton
08.12.2019

Walenstadt ohne Geburtenabteilung

Das Spital Walenstadt ist eines von fünf Spitälern, welche die Kantonsregierung schliessen will. Bereits ab Februar wird dort die Geburtenabteilung geschlossen. Rot-Grüne Kantonspolitiker protestieren.

Die Schliessung der Geburtshilfe am Spital Walenstadt ist die direkte Folge der aktuellen Unsicherheit. Der Verwaltungsrat der Spitäler und die Regierung lassen diese Unsicherheit seit anderthalb Jahren zu. Ein Skandal!

Die Schliessungsankündigung der Geburtshilfe im Spital Walenstadt per Februar 2020 kommt nicht nur überraschend. Die Schliessungsandrohung von fünf Landspitäler wird in den nächsten Monaten und Jahren zur Abwanderung des Personals führen, neues Personal zu finden, erweist sich als praktisch unmöglich. Das führt in der Folge bereits heute zu einem akuten Personalnotstand in Walenstadt. Die SP-Grüne-Fraktion fürchtet, dass sich diese Entwicklung in den nächsten Monaten auch an anderen von Spitalschliessungen bedrohten Standorten zeigen wird. Es ist nachvollziehbar und verständlich, dass sich das Personal bei der Ankündigung einer Spitalschliessung so rasch wie mögliche persönlich umorientiert. Man kann ja nicht ernsthaft erwarten, dass die MitarbeiterInnen diese Unsicherheit in Wattwil, Altstätten, Walenstadt, Rorschach und Flawil über Monate und Jahre aushalten.

Der akute Personalmangel ist aus Sicht der SP-Grüne Fraktion die direkte Folge der Strategie des Verwaltungsrats der Spitalverbunde und der Regierung. Damit werden schon jetzt die ersten Auswirkungen der Strategie „4+5“ der Regierung sicht- und spürbar. Ähnliche Hiobsbotschaften wie aus Walenstadt werden unweigerlich auch an anderen Spitalstandorten folgen.

Das ist der Grund dafür, dass die SP-Grüne-Fraktion das Ende des Aushungerns der Spitäler und der Unsicherheit für das Personal fordert. „Wir stellen fest, dass die momentan in der Vernehmlassung zur Diskussion stehende Strategie der Regierungsmehrheit in dieser Form völlig untauglich ist. Die SP fordert, dass die Strategie weiterentwickelt wird und die Entwicklung der Regionen in den Blick nimmt. Wir wollen nicht, dass einzelne Regionen abgehängt werden. Und wir wollen eine volkswirtschaftliche Betrachtung – kein rein betriebswirtschaftlicher, kurzsichtiger Blick“, sagt Laura Bucher.

Die SP-Grüne-Fraktion ist seit jeher für die Weiterentwicklung der Netzwerkstrategie. Anpassungen sind unbestritten nötig. Aber kein radikaler Abbruch der St.Galler Spitallandschaft. Es braucht jetzt rasche Entscheide des Kantonsrats um die Regionalspitäler in die Zukunft zu führen.

Kantonsräte der SP und der Grünen
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