Eishockey
05.12.2019
05.12.2019 13:21 Uhr

SCRJ - Halbzeit Bilanz

Roman Cervenka (SCRJ) gegen Torhueter Luca Hollenstein (Zug) im Cup-Viertelfinal. Foto: Thomas Oswald.
Die Hälfte der Spiele in der National League sind gespielt. Zeit für einen Blick auf den Leistungsausweis, die Stärken und Schwächen der Lakers.

Eines vorneweg: die aktuelle Tabelle verspricht für die zweite Saisonhälfte enorm viel Spannung was der Kampf um die Playoffplätze angeht: Nur gerade 6 Punkte trennen das siebtplatzierte Langnau und das Tabellenschlusslicht Ambri. Und mittendrin im Kampf um die Playoffplätze sind auch die Rapperswil Jona Lakers.

Auf Rang 11 in der aktuellen Tabelle (Stand 04.12.2019), noch vor Ambri und direkt hinter dem grossen SCB und dem «Grande» Lugano. Man hat somit ein Ziel für die aktuelle Saison bereits erreicht: wollte man doch seit Beginn möglichst lange im Kampf um einen Platz unter den besten acht Teams mitspielen.

Vergleicht man die Rangliste mit der letzten Saison dann ist ein klarer Fortschritt zu erkennen. Damals lagen die Rapperswiler nach 25 Spielen abgeschlagen am Tabellenende mit bereits 22 Punkten Rückstand auf einen Playoffplatz.

Treffsichere Importspieler

Ein Hauptgrund für die bisher ordentliche Saison der Rapperswiler sind die Importspieler. Diese erzielten 37 von 65 Toren (rund 57%). Das ist Ligaweit ein Spitzenwert. Und es zeigt auf, wie wichtig Importspieler in der National League sind. Noch wichtiger sind diese für die budgetschwachen Clubs/Vereine, welche sich auf dem Spielermarkt keine herausragenden Schweizer Spieler leisten können.
Hier hat der Club vieles richtig gemacht.

ndrew Rowe (SCRJ) erzielt das 3:0 gegen Torhueter Luca Hollenstein (Zug) im Cup-Viertelfinal zwischen den SC Rapperswil-Jona Lakers und dem EV Zug. Foto: Thomas Oswald.

Solide Neuzugänge / Überflieger Egli

Allgemein darf man den Lakers attestieren, solide Transfer auf die neue Saison getätigt zu haben. In der Defensive sind Vukovic und Randegger harte Arbeiter und auch Dufner kommt so langsam in Fahrt. Überragend ist vor allem Einer: Dominik Egli! Als Verteidiger ist er derzeit Topscorrer des Teams. Mit seiner Spielintelligenz und seinem satten Slapshot entpuppt er sich als wahrer Glücksgriff für die Rapperswil Jona Lakers.
Positiv überrascht hat mich in der Offensive vor allem Nico Dünner. Ein Kämpfer aus dem Bilderbuch.

Extrem Mannschaftsdienlich und ein Vorbild in Sachen Einstellung. Auch ein Sandro Forrer hat sich gut im Team etabliert.

Dominik Egli (SCRJ) gegen Luca Hischier (Davos) im Spiel vom 23. November 2019. (Foto: Thomas Oswald).

Zukünftig einiges erwarten darf man sich von Frantisek Rehak. Der 19-jährige Flügel steigert sich von Spiel zu Spiel und wird den Lakers hoffentlich noch viel Freude bereiten.

Als enttäuschend muss man im Gegenzug die Entwicklung bei Michael Loosli und auch Andri Spiller bezeichnen. Beide konnten in der NLA bisher nicht Fuss fassen.
Gar einen Vereinswechsel hat Jordan Gähler hinter sich. Dieser wurde gegen Noah Schneeberger in einem Tauschgeschäft nach Fribourg transferiert. 

Verletzungssorgen

Verletzungen sind jene Sorgen, auf die Trainer und Staff nur sehr beschränkt Einfluss haben. Alle Clubs kämpfen mit ihnen, manche trifft es hart, manche kaum. Es wäre falsch zu sagen, die Rapperswiler hätten grobes Verletzungspech in der aktuellen Saison zu beklagen. Verschont wurde der Club dennoch nicht.
So fehlte den Lakers mit Roman Cervenka ein Schlüsselspieler für mehrere Spiele. Zum Glück konnte der spielerisch überragende Tscheche die letzten Partieen wieder mittun. Kay Schweri, musste sich an der Hüfte operieren lassen und wird diese Saison kaum mehr für die Lakers auflaufen können.
Zudem traf die Verletzungshexe den Routinier Corsin Casutt und zuletzt noch Leandro Profico sowie Cederic Hüsler. Alle drei sollten jedoch im weiteren Verlaufe der Saison wieder einsatzbereit sein. 

Wird in kürze zurück erwartet: Roman Cervenka

Ein äusserst aktiver Sportchef

Juraj Simek, Eliot Antoinetti, Gian Marco Wetter, Noah Schneeberger: Dies sind allesamt Transfers, die Yannick Steinmann nicht etwa für die nächste, nein für die aktuelle Saison getätigt hat.

Konnte man den Verantwortlichen letzte Saison teilweise «Trägheit» in diesem Bereich vorwerfen, ist der aktuelle Sportchef hellwach und äusserts aktiv auf dem Spielermarkt. Er stopft die durch Verletzungen oder schwachen Leistungen entstandenen Lücken im Team adäquat und ohne zu zögern. Auch hier darf man getrost von einem Schritt in die richtige Richtung sprechen. 

Jeff Tomlinson (hinten) beim Cup Achtelfinal gegen den HC Fribourg am 20. Oktober 2019. Foto: Thomas Oswald.

Ein unverzichtbarer Headcoach

Wenn Zahlen für sich sprechen: Als Jeff Tomlinson an der Bande stand, gewannen die Rapperswiler 11 von 19 Partien. Während seiner krankheitsbedingten Abwesenheit konnte nur noch 1 von 8 Spielen siegreich gestaltet werden.
Dies ist ein Indiz, wie wichtig Jeff Tomlinson für das Team ist. Mit seinem Charisma und seiner positiven Art ist er zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Clubs geworden.Man darf hoffen, dass die bisher fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Rappi und Tomlinson demnächst verlängert wird.

Die Lakers Spieler jubeln mit den eigenen Fans.

Tabellenschlusslicht – beim Fanaufmarsch

Steigerungsbedarf gibt es vor allem noch beim Fanaufmarsch. In diesem Bereich hat man mit durchschnittlich 4156 Fans die rote Laterne. Immerhin gilt es auch hier eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr zu vermelden.
In Anbetracht des ansprechenden Saisonverlaufes ist dies jedoch eine Enttäuschung und es ist zu hoffen, dass wieder mehr Fans den Weg in die St. Galler Kantonalbankarena finden. Das Team hat sich die Unterstützung verdient!

evin Clark, Dominik Egli und Torhueter Melvin Nyffeler (SCRJ) gegen Fabrice Herzog welcher das 2:2 erzielt (Davos), Foto: Thomas Oswald.

Playoffqualifikation und obendrauf noch ein Titel?

Im weiteren Saisonverlauf ist vieles möglich: Eine Playoffteilnahme aber auch ein erneuter Gang in die Ligaqualifikation. Sogar ein Titel können die Lakers wieder in die Rosenstadt holen. Man ist noch zwei Siege vom Cuptitel entfernt. Hoffen wir am 15.12.2019 im Cuphalbfinal auf ein volles Stadion und einen Sieg gegen den HC Davos.

Unbedingt zu vermeiden gilt es den Gang in die Ligaquali. Denn dort könnte der wiedererstarkte Leader der Swiss League, EHC Kloten warten. Dies wäre wohl zu viel für schwache Nerven. Läuft es für die Rapperswil Jona Lakers hingegen optimal in der Meisterschaft, dann winkt sogar eine Playoffteilnahme.

Daniel Kristo, Nico Duenner, Dominik Egli und Casey Wellman (SCRJ) jubeln nach dem 1:0. Foto: Tom Oswald.

Als realistisches Ziel gilt es meiner Meinung nach den 10. Platz anzustreben. Dieser liegt in Anbetracht der aktuellen Situation und der Kaderstärke in Griffnähe. Mit diesem könnte der Ligaerhalt frühzeitig gesichert werden und die Vorbereitung auf die nächste Saison in Gang gesetzt werden.

So oder so können sich die Fans der Rapperswil Jona Lakers auf eine spannende zweite Saisonhälfte freuen. Da kommen einige packende Spiele auf uns zu. Und dies ist als wirklicher Fortschritt gegenüber der letzten Saison zu werten.

Die Rapperswil Jona Lakers haben viele Schwachstellen korrigiert und einiges richtig gemacht im Hinblick auf diese Saison. Jetzt heisst es für den Club den erfolgreichen Weg der kleinen Schritte vorwärts weiter zu führen. Dann ist künftig vieles möglich.

Dani «Shorthand» Altorfer, Linth24
Melden Sie sich jetzt an: