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20.01.2026

Fischotter erreicht Linthebene

Der Fischotter ist zurück – auch im Linthgebiet.
Der Fischotter ist zurück – auch im Linthgebiet. Bild: Pixabay
Die Fischotter sind zurück an der Linth. Junge Tiere, neue Spuren und Funde zeigen, dass sich die einst ausgerottete Art rasch im Kanton St.Gallen ausbreitet.

An der Linth konnten erstmals Fischotter nachgewiesen werden. Zusammen mit Bildern von jungen Fischottern in Sevelen und zwei überfahrenen Fischottern im St.Galler Rheintal im Jahr 2025 zeigt sich: Die Rückkehr dieser einst in der Schweiz ausgestorbenen Art schreitet zügig voran.

Zügige Ausbreitung

Die Rückkehr des Fischotters in die Schweiz und seine Ausbreitung im Kanton St.Gallen schreiten schneller voran als erwartet. Im vergangenen Oktober war noch keine erfolgreiche Fortpflanzung dieser bedrohten Art im Kanton St.Gallen offiziell bekannt.

Aufgrund der damaligen Medienmitteilung wurden dem Amt für Natur, Jagd und Fischerei Videos von Fotofallen aus dem Jahr 2024 zugeschickt, wo junge Fischotter in Sevelen zu sehen sind. Dies ist der erste Nachweis einer Reproduktion im Kanton St.Gallen.

Benken und Umgebung

Aufgrund von verletzten Fischen am Linthkanal mit mutmasslichen Bissverletzungen durch Fischotter hat sich ein Team von Fischotterspezialisten auf die Suche gemacht.

Ein speziell ausgebildeter Artenspürhund fand im Dezember 2025 in kürzester Zeit mehrere Fischotterlosungen am Ufer der Linth bei Benken und Umgebung. Sie konnten genetisch eindeutig dem Fischotter zugewiesen werden.

Dies sind im Kanton St.Gallen die ersten Nachweise des Fischotters im Linthgebiet und westlich des Rheintals.

Ein Artenspürhund auf der Suche nach Fischotter-Spuren. Bild: Kanton St.Gallen

Melden Sie Fischotterbeobachtungen

Noch unklar ist, ob der Fischotter auch bereits die Thur besiedelt hat. Das es Indizien dafür gibt, sucht das Amt für Natur, Jagd und Fischerei diesen Winter nach Fischotterspuren an der Thur.

Der Winter ist die beste Zeit, diese sehr versteckt und unauffällig lebende Art nachzuweisen. Das Amt bittet darum, Fischotternachweise zu melden unter www.sg.ch.

Dieser Fischotter wurde im Dezember 2025 im Rheintal ertappt. Bild: Kanton St.Gallen

Rückkehr nach 50 Jahren

Der Fischotter wurde vor rund 50 Jahren ausgerottet. Der erste Fischotternachweis seit der Ausrottung gelang im Jahr 2021 im St.Galler Rheintal.

Die neuen Nachweise an der Linth zeigen, dass der Kanton St.Gallen schweizweit offenbar eine besondere Rolle in der Rückkehr des Fischotters einnimmt.

Herausforderungen

Die Rückkehr des Fischotters bringt Herausforderungen mit sich. An der Linth befindet sich eines der letzten und stark geschrumpften Äschen-Laichgebiete von nationaler Bedeutung.

Seit einigen Jahren versucht man, dieser stark bedrohten Fischart durch Lebensraumaufwertungen, stark eingeschränkte Fischerei und ein Kormoran-Management zu helfen.

Wie sich die Rückkehr des Fischotters auf diesen Äschenbestand auswirken wird, ist nicht bekannt. Grundsätzlich können negative Einflüsse von natürlichen Fisch-Räubern wie Fischotter und Kormoran auf die Fische reduziert werden, wenn die Gewässer naturnah und strukturreich sind und den Fischen genügend Unterschlupfmöglichkeiten bieten.

Staatskanzlei Kanton St. Gallen/Linth24
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