Essen & Trinken
05.12.2019
05.12.2019 17:44 Uhr

«Ninja Noodle»: Japanische Kochkunst

Yoshi Tachibana und Shino Maruyama haben im Joner Zentrum einen Take Away eröffnet. Im «Ninja Noodle» an der Molkereistrasse gibts Gourmet-Kost aus ihrer Heimat.

Oben in der Schale, halb in einer klaren Suppe schwimmend, sind drei rosa Stück Schweinehals, ein weichgekochtes Ei, Sojasprossen, Seetang, Mais, Sesamsamen und Frühlingszwiebeln. Abwechslungsweise löffelt man die schmackhafte Suppe und pickt die «Beilagen» heraus. Weiter unten in der Schale stösst man zu den Hauptdarstellern vor: Es sind die Ramen-Nudeln, die diesem nahrhaften Gericht ihren Namen gegeben haben.

Mittlerweile gibt es in der Schweiz kaum mehr eine Ortschaft ohne Sushi-Bar. Auch bei den Grossverteilern finden die Häppchen aus rohem Fisch Anklang. Weniger bekannt sind weitere Spezialitäten aus Japan. Dabei haben Ramen, Udon und Miso das Zeug, bei uns Karriere zu machen. Diese Gerichte sind nämlich gesund, nahrhaft und vielseitig. Und viele Köche aus dem Land der aufgehenden Sonne arbeiten mit so achtsam und präzis wie ein Zen-Meister.

Küchenchef im Gourmet-Restaurant

Yoshi Tachibana (40) ist einer von ihnen. Er wuchs in der nordjapanischen Küstenstadt Aomori auf lernte er schon als Kind, wie man Fisch zubereitet. Ab 15 arbeitete er in verschiedenen Restaurants und bildete sich weiter, bis es das ganze Spektrum der japanischen Küche beherrschte. 2007 kam er in die Schweiz und wurde Küchenchef des Gourmet-Restaurants «Myoko» in Zermatt. Nun ist er nach Rapperswil-Jona gekommen, weil er hier Freunde hat und seinen Traum vom eigenen Lokal verwirklichen will.

Eigentlich wollte Tachibana mit seiner Partnerin Shino Maruyama (46) ein reines Nudel-Restaurant eröffnen. «In Japan gibt es viele dieser Ramen- und Udon-Restraurants», so Tachibana. «Sie sind dort sehr beliebt – und ausserdem ist Udon mein Lieblingsessen.» Bisher findet man die japanischen Teigwaren aber nur auf wenigen Speisekarten. «Sie werden jetzt bekannter, in Zürich gibt es schon mehrere Ramen-Restaurants», sagt Maruyama. In Rapperswil-Jona mache aber ein breiteres Angebot Sinn. «Deshalb haben wir auch Sushi, Sashimi und Nigri auf die Karte genommen.»

Der Reis-Döner

Tachibana und Maruyama sehen sich in Jona als Botschafter der japanischen Kochkunst. Sie möchten ihre Kundschaft dazu ermuntern, Neues zu versuchen. Deshalb gibt es bei ihnen meist (gratis) Probiermuster von Gerichten, die in der Schweiz noch nicht bekannt sind. Zum Beispiel Onigirazu, eine Art japanischer Reis-Döner, den Tachibana mit Gemüse und Fisch oder Poulet zubereitet. Auch Onigirazu eignet sich bestens für ein Essen, das nicht zu lange dauern und trotzdem gesund sein soll.

Martin Mühlegg, Rapperswil-Jona
Melden Sie sich jetzt an: