Uznach
28.11.2019
28.11.2019 22:21 Uhr

Fragen zum Spital Linth

Der Abgang des Orthopädie-Teams vom Spital Linth zur privaten Rosenklinik in Rapperswil und das Sponsoring des Spitals Linth für den SRCJ werden von vier CVP-Kantonsräten hinterfragt.

Die Kantonsräte Mathias Müller, Thomas Warzikek, Michael Schöbi und Sandro Hess fragen in einer gemeinsamen Eingabe an die Regierung, ob die Spitalstrategie der Regierung bereits vor der Umsetzung gefährdet sei.

Ihr Text als Originalmeldung

Wie der Presse («Leader» vom 19. November 2019) entnommen werden kann, hat das gesamte vierköpfige Orthopädie-Team des Spitals Linth in Uznach gekündigt. Das Ärzteteam wechselt an die private Rosenklinik in Rapperswil.

Angeblich steht nun zur Diskussion, dass es zu einer Zentralisierung der Leistungen am Kantonsspital St.Gallen kommen soll. Weiter wird gemutmasst, dass das ganze Geschehen im Kontext zur umstrittenen St.Galler Spitalstrategie steht.

Personelle und finanzielle Schwierigkeiten
Alarmierend ist zudem, dass es bereits zuvor zu gewichtigen personellen Schwierigkeiten am Spital Linth gekommen sei. Gleichzeitig ist es offenbar mit den Finanzen beim Spital Linth ebenfalls nicht so gut bestellt, wie dies noch vor kurzem der Fall war. Auch bleibt unklar, inwieweit der Wechsel in der Geschäftsleitung (bis anhin Dr.med. Urs Graf, ab 1. Februar 2020 neu Dr.phil. Peter Werder) eine Rolle spielt.

Sponsoring des SCRJ trotz Finanzschwierigkeiten?
Nebenbei stellen sich Fragen bezüglich des Engagements des Spitals Linth als Sponsor des Eishockeyclubs SC Rapperswil-Jona Lakers. Sollen die öffentlichen Spitäler ein solches Sponsoring übernehmen, gerade auch vor dem Hintergrund der finanziellen Schieflage der Spitäler und geplanter Spitalschliessungen?

Bis im Dezember 2019 läuft die Vernehmlassungsfrist zur Spitalstrategie. In diesem Kontext ist es wichtig, dass Klarheit herrscht bezüglich der Ausgangslage beim Spital Linth. Wenn nicht die ganze Wahrheit auf den Tisch kommt, besteht die Gefahr, dass wir in fünf Jahren wieder am selben Ort stehen.

Sieben kritische Fragen
Wir bitten die Regierung um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Wie stellt sich die Regierung zu den gewichtigen Abgängen beim Spital Linth? Worauf sind diese zurückzuführen?
  2. Wie hoch ist die Fluktuation beim Spital Linth? Kam es in diesem Jahr zu vermehrten Abgängen?
  3. Wie soll künftig die Orthopädieklinik im Spital Linth organisiert werden? Gibt es Absichten, weitere Leistungen in St.Gallen zu zentralisieren?
  4. Kann auch eine Kooperation mit dem Spital Walenstadt gesucht werden, wo eine intakte Orthopädie bestens funktioniert und wegen der Tourismusgebiete auch dringend weiterhin benötigt wird?
  5. Was bedeutet das aktuelle Geschehen in Bezug auf die Spitalstrategie im Kanton?
  6. Sind allfällige negative Skaleneffekte bei einer weiteren Leistungszentralisierung am Kantonsspital St.Gallen detailliert untersucht worden?
  7. Wie stellt sich die Regierung zum Sponsoring des Spitals Linth beim Eishockeyclub SC Rapperswil-Jona Lakers? Ist dieses Verhalten sensibel und angebracht in einer Zeit, in der andere Spitäler gegen die Schliessung ankämpfen?

Die Regierung wird diese Fragen in den nächsten Monaten beanworten.

CVP St.Gallen / Linth24