Uznach
27.11.2019

Kritik an Turnhalle-Sanierung

Eine Turnhalle aus dem letzten Jahrhundert.
Eine Woche vor der Bürgerversammlung lud der Gemeinderat Uznach die Bevölkerung zu einer Vor-Orientierung ein. Hauptthema war die Sanierung der Turnhalle Haslen.

Die 1983 erbaute Doppelhalle Haslen ruft dringend nach einer Sanierung, sagt der Gemeinderat. In den fast 36 Betriebsjahren wurden lediglich die nötigen Unterhaltsarbeiten ausgeführt. Halle, Geräteraum, Garderobe, Dusche, WC und Haustechnik entsprechen nicht mehr dem heutigen Standard.

Lange Mängelliste

Beim Turnbetrieb der Schulen oder bei Sportanlässe mit Zuschauern, steigt der Sportgeruch bis zum Untragbaren. Bei Regenwetter ist eine Öffnung der Dachfenster nicht möglich, da es auf die Hallenbesucher regnet. Die Deckenbeleuchtung entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Der Wunsch nach einer ausgerüsteten Cafeteria und mehr Platz für Zuschauer sind schon lange auf der Wunschliste. Die Feuerschutzbehörde bemängelte schon lange, dass die Fluchtwege zu knapp seien.

Von draussen regnet es in die Halle.

Gemeinderat prüfte verschiedene Optionen

Der Gemeinderat hat verschiedene Varianten geprüft. Diskutiert wurden unter anderem eine Mehrzweckhalle, den Einbau einer Bühne, zusätzliche Garderoben und Toilettenanlagen, die Situation beim Eingangsbereich und beim Parkplatz. Dieser Ausbau würde rund 5 Mio. Franken kosten. Doch der Gemeinderat spricht sich für eine Sanierung ohne weiteren Ausbau aus. Das würde 2‘060.000.- Franken kosten. Dieser Betrag sei gründlich errechnet worden. Wäre die Kreditsumme höher als 3 Mio Franken müsste der Sanierungsbetrag an der Urne bewilligt werden, so aber könne die Bürgerversammlung am 4. Dezember entscheiden.

Bürger will Tribüne

Am Orientierungsabend präsentierte ein Bürger eine ganz neue Variante mit einer Tribüne. Sie hätte ca. 140 Sitzplätze in sieben Reihen. Der Zugang wäre separat rund um die Halle. Kosten würde dies 580‘000.- Franken.

Einige Teilnehmer fragten, ob dies wirklich möglich sei und empfanden es als eine terminliche «Zwängerei», dies bereits im 2020 zu realisieren zu wollen, bevor alles gründlich durchdacht sei. Befürchtet wurde «ein Schnellschuss», den man in wenigen Jahren als «unüberdacht und nicht ausgereift» abstempeln könnte.

Die Stimmung bewegte sich in Richtung «Zurückweisung des Gutachtens». Es brauche auf jeden Fall zuerst eine saubere Bedarfsabklärung, auch mit den Hallenbenutzern. Der Gemeinderat solle das Projekt nochmals überarbeiten und in einem Jahr eine gutdurchdachte Sanierung vorlegen.

Es wird sich an der Bürgerversammlung vom 4.Dezember zeigen, was die aktiven Stimmberechtigten zur Sanierung sagen und was sie wünschen.

Gefüllte Kassen erlauben Steuersenkung

Ebenfalls Thema bei der Vor-Versammlung waren das Budget und die vom Gemeinderat vorgeschlagene Steuersenkung um 4 Punkte auf 118 Steuerprozent per 2020. Diese Senkung ist möglich, weil der Jahresabschluss gut aussieht und das Eigenkapital auf 8 Mio Franken angewachsen ist. Linth24 wird im Anschluss an die Bürgerversammlung berichten, welche gültigen Beschlüsse gefällt wurden.

Werner Hofstetter, Linth24