Benken
18.03.2019

GENUSS MIT DIETIKER: FRUST UND LUST

Bewegungen in der Gastroszene des Linthgebiets schlagen hohe Wellen.

Reisserisch berichtete die «Linthzeitung» auf der Titelseite, dass der Wirt des Landgasthofs «Sternen» in Benken mehrfach gegen 
Hygienevorschriften verstossen hat, die eine Anzeige und eine Busse zur Folge hatten. Inzwischen relativierte der Kantonsinspektor: «Wir haben nie krank machende Keime im ‚Sternen’ festgestellt. Eine Gefahr für die Gäste habe nie bestanden». Aber der Schaden ist angerichtet, denn es hagelte Annulationen von Reservationen, auch von Hochzeitsgesellschaften.

Sternen-Wirt Kurt Fäh nimmt nun eine Auszeit und will in einem Monat entscheiden, wie es weiter gehen soll. Seine Zukunftspläne wurden auch erschwert, weil der Gemeinderat Benken das Baugesuch für einen Neubau neben dem Landgasthof am Linthkanal abgelehnt hat. Dort hätten Wohnungen und ein kleines Hotel entstehen sollen.

«Out» in Schmerikon

Im Januar warf Mehmet Gedik das Handtuch im traditionellen Restaurant Frohsinn in Schmerikon. Er kündigte seinen Pachtvertrag, weil die hygienischen Zustände im Haus an der Hauptstrasse nicht mehr tragbar waren. Seither ist das Lokal geschlossen.

Gedik, der im Sommer das Badirestaurant in Schmerikon betreibt, unterstützt nun seinen Sohn Inan, der seit einem Jahr den Paragraph 11 an der Rapperswiler Halsgasse führt.

Rapperswil: Es wird weiter getrunken

Diese Altstadt Institution gehört seit 1977 der Ortsgemeinde. Viele Jahre kochte und wirtete die legendäre Rina Kundert im Paragraph 11. Aber als sie 2015 altershalber in Pension ging, kam die Kultbeiz ins Schleudern und blieb sogar ein Jahr geschlossen.

Der Name leitet sich übrigens vom Studentenkomment ab, einem alten Regelwerk, dessen elfter Paragraph lautet: «Es wird weiter getrunken.»

Inzwischen kann man im aufgefrischten, jedoch immer noch gemütlichen, holzgetäferten Lokal wieder einkehren. Eine gut bestückte Getränke- und Speisekarte bietet Traditionelles wie Cordon bleu oder «Ghackets mit Hörndli». Die Preise sind moderat, das teuerste Gericht, ein Kalbs-Cordon-Bleu, kostet 42 Franken.

«In» in Schmerikon

Erfreuliches geschah inzwischen in Schmerikon, wo im vergangenen Oktober mit dem «Ahoi Schmerikon» ein neues Restaurant öffnete (Linth24 berichtete). Das von den bekannten Schmerknern Cony Sutter und Fritz Stucki ins Leben gerufene Lokal ist inzwischen ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt.

Ein sympathisch eingerichtetes Parterre mit kleiner Bar und im Obergeschoss ein Spielzimmer; ein breites Getränkeangebot mit kleinen Snacks. Der schweizweit bekannte Cabarettist Sutter belebt die Gastroszene, indem er mit seiner Tochter zusammen immer wieder originelle Events organisiert. So zum Beispiel am 25. März mit «dä Nötzli mit de Chlötzli». (www.ahoi-schmerikon.ch).

Weitere Linth24-Kolumnenbeiträge von Hansjörg Dietiker gibt es unter «Freizeit»

https://linth24.ch/genuss-mit-dietiker-das-schaefli-in-uznach/

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https://linth24.ch/genuss-mit-dietiker-linsen-und-literatur/

Hansjörg Dietiker