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Leserbrief
Rapperswil-Jona
13.11.2019
13.11.2019 05:20 Uhr

Avenida: Als wäre RJ eine Insel

Der Leserbrief von Max Rechsteiner zur Abstimmung von diesem Sonntag.

Wenn die Grünen weniger Asphalt und gleichzeitig den Ausbau einer Hauptverkehrsachse propagieren, ist das ein veritabler Spagat. Immerhin setzt das Projekt auf die Versiegelung von 12'000 m2 Boden.

Auch aus den Grünstreifen inmitten der Strasse wird das Oberflächenwasser nicht natürlich versickern können, sondern es wird wegen des Salzes (schädlich für die Bäume) in der Winterzeit wohl als Meteorwasser in Kanälen abgeführt werden! Man kann auf die Lösungen solcher Probleme gespannt sein, zumal die ersten Äste erst ab 4.5 Meter Abstand über Boden über die Strasse wachsen dürfen. Die Krone dürfte dann wohl bis 7 Meter Höhe anwachsen.

Konsequent wird ausgeblendet, dass die Ost-West-Achse nicht nur dem selbstproduzierten Binnenverkehr dient, sondern den Ziel-/Quell- und Durchgansverkehr (ca 75%) zu bewältigen hat. Rapperswil-Jona kann nicht umfahren werden, da der Verkehr von und zum Seedamm auf dieser Achse fliesst oder eben steht.

Die Verkehrsproblematik wird dank stehender Busse auf der Fahrbahn und verlängerten Fussgängerstreifen zusätzlich verschärft. Die Entwicklung der Fahrzeugzahlen (ob mit Benzin/Diesel oder Elektroantrieb) ist, wie alle wissen, permanent steigend.

Die drohenden Enteignungen von Land quer durch die ganze Stadt wird offenbar als selbstverständlich hingenommen – welchen Interessen jagen diese Promotoren hinterher? Es ist jedem Grundeigentümer sein gutes Recht, für sein Eigentum einzutreten.

Sollte dieses Projekt angenommen werden, ist nicht auszuschliessen, dass sich andernorts (zB Rüti-/Zürcherstrasse) gleiches wiederholen könnte. Finanzielle Abfindung ist kein taugliches Mittel und die Möglichkeit  weiter in die Höhe bauen zu können, wird die ‘Strassen-Schluchtenbildung’ begünstigen.

Als bekennender Velofahrer (ich habe kein Auto mehr) muss ich feststellen, dass die Beführworter dieses Projektes die Pläne kaum studiert haben. Ich hoffe mit vielen anderen auf ein NEIN am 17. November.

Max Rechsteiner, Rapperswil-Jona