Home Gemeinden In-/Ausland Sport Magazin Agenda
Rapperswil-Jona
11.11.2019
12.11.2019 07:12 Uhr

Die 5.Jahreszeit hat begonnen

Zunftmeister Urs Ingold als Lehrerin von Greta Thunberg
Es kann losgehen mit der Rapperswiler Fasnacht. Am 11.11. um 11 Uhr 11 eröffnete die Schellegoggi-Zunft diese mit der GV. Zum letzten Mal mit Urs Ingold an der Spitze.

Punkt 11 Uhr 11 eröffnete die Schellegoggi-Zunft ihre GV und damit offiziell die Rapperswiler Fasnacht. Sie startete gleich mit Paukenschlägen. Der erste Paukenschlag erfolgte durch die anwesende Guggemusig, welche den musikalischen Rahmen der GV bildete. Der zweite, noch heftigere war die Ankündigung von Zunftmeister Urs Ingold, dass es für ihn nach 10 Jahren Zeit wird, die Geschicke der Schellegoggi-Zunft in neue Hände zu geben.

10 Jahre, jetzt isch gnueg: Urs Ingold an seiner letzten GV als Zunftmeister

Er hört also nach 10 Jahren auf, der allseits beliebte und bekannte Zunftmeister, der mit seinem Schaffen und mit seinem Herzblut, aber auch mit seinem unverkennbaren Basler Dialekt die hiesige Fasnacht prägte, wie schon lang keiner mehr.

Gaben den Ton an: ein Ensemble aus Schlosshüüler, Harlekins, Rondo Rappi und Vögel

Und sie kamen wie gewohnt aus allen Himmelsrichtungen, um der Schellegoggi-Zunft an der GV die Ehre zu erweisen: Aus Hinwil, Dürnten, Bubikon, aus Eschenbach und natürlich auch Delegationen der hiesigen Fasnachtsgesellschaften durften ebenfalls nicht fehlen.

Geladene Gäste: Die Bruderschaft vom Wurstkranz

Adrian Pfister übernimmt

Urs Ingold lief an seiner letzten GV als Zunftmeister nochmals zu Höchstform auf: Eloquent und mit viel Schalk wusste er die Anwesenden zu begeistern - Witz folgte auf Witz und Spruch auf Spruch. Doch nur einmal, da versagte auch die Stimme des sonst redegewandten Zunftmeisters. Dann nämlich, als er das Zepter definitiv an seinen Nachfolger, Adrian Pfister, abgab und dieser Urs Ingold im Namen der Schellegoggi-Zunft zum Ehrenzunftmeister ernannte.

Urs Ingold (l) übergibt seinem Nachfolger Adrian Pfister

Für Nachwuchs gesorgt

Die Schellegoggi-Zunft war auch in Sachen Nachwuchsplanung erfolgreich. Gleich zwei Neue wurden ins «Trumpfirat» aufgenommen: Sven Helbling und Matthias «Mätz» Murer. Sie mussten vor versammeltem Publikum ihren «Eintrittstest» absolvieren. Es war keine Mutprobe, doch der Galgen, an dem ein Becher Bier befestigt war, den es in einer Minute zu leeren galt, verlangte von den beiden ganz viel Geschicklichkeit ab.

  • Als Neumitglied muss man einen Eintrittstest absolvieren: Sven Helbling und...
    1 / 2
  • ..Matthias "Mätz" Murer
    2 / 2

«Jetzt isch gnueg»

Man muss von Pontius bis Pilatus, wenn man etwas von den Behörden will, und dann wird viel gesprochen, aber wenig gemacht. Das findet zumindest die Schellegoggi-Zunft. Und verdeutlicht dies auch gleich mit dem Fasnachtsmotto «jetzt isch gnueg». Damit wollen sie in fasnächtlicher Weise demonstrieren und protestieren.

Doch das wird dann erst im Februar 2020 so weit sein, wenn das närrische Treiben auf die Strasse geht. Der Startschuss  dafür wird am Freitag 14. Februar fallen,  mit dem «Sauwleuthen-Empfang». Am Samstag, den 15.  und Sonntag, den 16. Februar wird die Altstadt von Rapperswil dann einmal mehr ganz in den Händen der Fasnächtler sein.

Martin Stöckling überzeugte als Gastredner mit Witz und Charme
Der Rathaus Saal war zum Bersten voll

Urs Ingold stand nach der GV Linth24 für ein kurzes Gespräch zur Verfügung.

Urs Ingold, nach 10 Jahren hören Sie nun als Zunftmeister der Schellegoggi-Zunft auf. Was geht in Ihnen vor?

Ich bin sehr gerührt, nach dieser GV. Ich bin gerührt und freue mich sehr, dass ich zum Ehrenzunftmeister ernannt wurde, obwohl ich dies überhaupt nicht, oder nicht so früh schon erwartet hatte.

Sie sagten an der GV, die 10 Jahre seien eine schöne und intensive Zeit gewesen. Was kommt Ihnen dabei spontan in den Sinn ?

Ich konnte in der Zeit die Fasnacht mitgestalten und prägen, das hat mir sehr viel Freude bereitet. Wenn ich zurückblicke, dann erinnere ich mich noch genau, wie die Fasnachtsgesellschaften hier verkracht waren, sie haben sich nicht über den Weg getraut und es war Neid und Missgunst zu spüren. Ich denke, da konnte ich sehr viel bewegen, in dem ich die Parteien an einen Tisch geholt habe, Transparenz geschaffen habe und ich habe das Gefühl, dass wir es  geschaft haben, dass nun alle am gleichen Strick und in die gleiche Richtung ziehen.

Wieso hören Sie jetzt auf?

Natürlich kam der Gedanke zum Aufhören nicht von heute auf morgen sondern ich habe schon seit über einem Jahr daran daran gedacht, die Geschicke in neue Hände zu übergeben. Denn zu lange an einer Stelle zu verweilen ist auch nicht gut, es braucht neue Ideen und neue Ansichten. Ich bin auf keinen Fall ein Sesselkleber.

Rolf Lutz, Linth24