Leserbrief
Kaltbrunn
11.11.2019

Schwachstellen des Zentrum

Unter dem Titel «Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!» schreibt René Hager einen Leserbrief zur neuen Zentrumsgestaltung in Kaltbrunn.

Bei genauer Betrachtung des vorliegenden Projekts werden Schwachpunkte erkannt, welche bei einem Projekt dieser Bedeutung nicht einfach so hingenommen werden dürfen!

Mittelinseln, Kernfahrbahn mit Radstreifen sind reine kosmetische Dinge, welche grundsätzlich nicht in Frage gestellt werden. Bei den Niveauanpassungen der Strassen, welche zur besseren Übersicht führen sollen, habe ich doch meine Zweifel, wie dies nicht zu schnellerem Fahren animieren soll.

«Legoautos» täuschen

Der Stein des Anstosses welche nicht als Vorzüge eines visionären Projekts überzeugen konnten, sind die Verengungen der Rickenstrasse und der Benknerstrasse. Sollen doch das heute halbwegs mögliche zweispurige Einspuren, bzw. Einlenken in die Gaster- und Uznacherstrasse nicht mehr ermöglicht werden. Die Wartebereiche werden verschmälert.

Achtung, in den Abstimmungsunterlagen werden die Grössen-Verhältnisse mit «Legoautos» kaschiert.

Trotz Verengungen wird für PW´s weiterhin ein relativ zügiges Fortkommen möglich sein. Doch werden LKW´s, Busse und z.B. Landwirtschaftliche Fahrzeuge unweigerlich stets grösser und nicht weniger in der Zahl.

Abbiegen auf die Gegenfahrbahn

In Modellversuchen seien Tests durchgeführt worden um die benötigten Platzverhältnisse beim Befahren der Kreuzungen aufzuzeigen. Anlässlich der Informationsveranstaltung im April dieses Jahres, wurde ersichtlich, dass beim Abbiegen, je nach Fahrzeugdimension unweigerlich Verkehrsfläche der Gegenfahrbahn beansprucht werden muss! In den Versuchen wurde auf ideale Voraussetzungen gesetzt. Was, wenn ortsunkundige oder weniger routinierte Lenker die verengten Passagen befahren müssen? Mögen die Busse des ÖV, infolge Staus von Privatautos den Fahrplan nicht einhalten können?

Neuerstellte Strecken werden zurückgebaut

Ich setze voraus, Sie studierten die Projektunterlagen selbstverständlich sehr genau. Bestimmt ist Ihnen nicht entgangen, dass zusätzlich die Einspurstrecken zur Grafenaustrasse und zur Lohren, welche vor wenigen Jahren gebaut wurden, bereits wieder zurückgebaut werden sollen? Bestehende Warteräume müssen erhalten bleiben um den Verkehrsfluss nicht unnötig zu behindern.
Auf die Verkehrsplaner sollen wir uns verlassen? Ein Sprichwort besagt: Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser!

Wir alle sind betroffen

Warum wir das Referendum ergriffen? Es geht doch erst um die finanzielle Zusicherung? In den Abstimmungsunterlagen ist der Prozess des Projektablauf klar aufgezeigt! Nach der Projektgenehmigung durch die Regierung startet die Öffentliche Auflage. Während der öffentlichen Auflage (30 Tage) besteht die Möglichkeit zur Einsprache. Wer ist Einspracheberechtigt? Überlassen wir den Kampf den wenigen Anstössern? Sind wir doch alle Betroffene und interessiert an einer langfristigen und wirklich sicheren und leistungsfähigen Verkehrslösung für Kaltbrunn! WIR ALLE sind Kaltbrunn!

Demokratie in Kaltbrunn belebt

Wir vom Referendumskomitee hoffen auf eine grosse Stimmbeteiligung und zählen auf die Unterstützung der Unterzeichner des Referendumbegehrens! Legen Sie als Zeichen ein NEIN in die Urne. Ein ausgereiftes und zukunftstaugliches Projekt muss her!

Egal wie das Abstimmungsergebnis schlussendlich ausfällt. Einen Erfolg feiern wir auf Nummer sicher. Die Demokratie und der Meinungsaustausch im Dorf wurde belebt!

René Hager, Kaltbrunn
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