Kultur
11.11.2019
12.11.2019 00:29 Uhr

Saiten-Klänge in Uznach

Der Sonntagabend wurde abgeschlossen mit einem dynamischen und emotional farbigen Musikerlebnis des Mandolinen- und Gitarrenorchesters Uznach.

Wer als Gast das Herbstkonzert des Mandolinen- und Gitarrenorchester Uznach besuchte, konnte mehrere Fragen selber beantworten.

Warum durfte Präsidentin Andrea Zahner über 200 Musikfreunde begrüssen? Weil das MGOU ein seit 90 Jahren hervorragendes Orchester ist. Warum stand der musikalische Leiter Geri Miller nicht als Dirigent vor dem Orchester? Weil er auf der Seite mehrmals mit der elektrischen Gitarre mitspielte. Warum sassen die Einsätze so präzis? Geri Miller meinte dazu: «Ein Dirigent leistet seine Arbeit bei den Proben, auf der Bühne holt nicht er die Lorbeeren, sondern die Spielerinnen und Spieler». Warum führte die Konzertbegleiterin Corina Zahner auf solch brillante Art durch den Konzertteil? Weil sie die Tochter der Präsidentin ist. Warum gab es eine Standing Ovation am Konzertende? Weil die 12 Vorträge Spitze waren.

 

Die Musikfreunde liessen sich in der Aula des OSZ von den Musizierenden in ein facettenreich klingendes Kaleidoskop entführen. Sie präsentierten Klänge aus ganz verschiedenen Stilrichtungen. Die Klangwelt war zart, aufbäumend, mitreissend, melancholisch, tempogeladen, emotional, dezent, träumerisch und gediegen.

In allen zwölf Vorträgen schwelgten die Mandolinen und Gitarren zu den Begleitinstrumenten Kontrabass und Perkussion.

Gewagt hat der musikalische Leiter ein Kinder-Streicherensemble unter der Leitung von Caroline Thoma als Untermalung eingebaut.

Nicht mehr gültig ist das Image, Mandolinen seien vor allem eine Tessiner Spezialität. Trotzdem kam ein wenig Nostalgie auf bei «Le Scarpette», weil da Musica die Ticino in fünf Variationen gespielt wurde. Dominierend aber waren neue Musikstile wie Passa Doble, Rock und ganz viel Filmmusik. Natürlich spielte das Orchester auch eine Polka.

Ganz grossen Eindruck hinterliessen «Eine kleine Nachtmusik» oder Ausschnitte aus «Der Dritte Mann», «Pink Panther», «Chi Mai», «Champagne-Rag» oder «Something Stupid».

Einmalig war die gesangliche Einlage von Präsidentin Andrea Zahner und Dirigent Geri Miller.

Die Begeisterung im Publikum war so gross, dass die Filmmelodie «Chi Mai» nochmals gewünscht wurde. Endgültig abgeschlossen wurde der eindrückliche Konzertabend mit dem Adventslied «Drei Nüsse für Aschenbrödel», basierend auf der herzerwärmenden Weihnachtsgeschichte.

Werner Hofstetter, Linth24
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