Rapperswil-Jona
08.11.2019
08.11.2019 20:41 Uhr

Avenida: Wie es der Stadtrat sieht

Bauchef Thomas Furrer (links) und Stadtpräsident Martin Stöckling an der Medienkonferenz, wo sie Werbung für die «Lebensader» machten.
Wenige Tage vor der Abstimmung über die «Lebensader / Avenida» rührte der Stadtrat angesichts des deutlich sichtbaren Widerstands die Werbetrommel. Auf ungewöhnliche Art.

Der Stadrat von Rapperswil-Jona lud am 7. November die Medien ein, um über das Budget 2020 und die Anträge an die Bürgerversammlung vom 5. Dezember zu informieren.

Ausserdordentlich war: Er nutzte die Präsenz der Medien um ein weiteres Mal für das Projekt «Lebensader / Avenida» zu werben, nachdem am Tag zuvor alle Haushalte die Abstimmungsunterlagen erhalten hatten.

Weil offensichtliche Abstimmungs-Propaganda einer Behörde verboten ist, machte das der Stadtrat mit einer Serie von Powerpoint-Folien (Original siehe unten). Darin stellte sich der Stadtrat selber ein paar Fragen und beantwortete sie auch gleich selber.

Linth24 dokumentiert den Frage-Antwort-Teil.

Frage des Stadtrats: Braucht es das Projekt für die städtebauliche Weiterentwicklung der Ost-West-Achse?
Antwort des Stadtrats: Die Aufwertung und die Erreichbarkeit der Liegenschaften mit dem ÖV und Langsamverkehr ist nötig, damit die angrenzenden Liegenschaften attraktiv werden für das Gewerbe und seine Kundschaft Die ausreichende Erschliessung der Liegenschaften entlang der Achse ist zwingend für eine städtebauliche Weiterentwicklung.

Frage des Stadtrats: Müssen bestehende Häuser / Gebäude abgerissen werden?
Antwort des Stadtrats: Nein, es müssen keine Hauptgebäude abgebrochen werden – an einigen Stellen werden Übergangslösungen zugunsten bestehender Gebäude nötig sein. Wo immer möglich werden Kanton und Stadt das Strassenprojekt mit privaten Interessen und Vorhaben abstimmen.

Frage des Stadtrats: Inwiefern profitiert der MIV? (MIV = Motorisierter Individualverkehr) 
Antwort des Stadtrats: Die Kapazität kann nicht erhöht werden (Nadelöhr Cityplatz) – dennoch sind Verbesserungen des Verkehrsflusses möglich: - Optimierung der Knoten / Aufstellflächen - Vergrösserung Verkehrsflächen - Entflechtung der Verkehrsteilnehmer - Optimale Abstimmung Lichtsignalanlagen

Frage des Stadtrats: Warum wird soll sich die Stadt in ihrem Innern weiterentwickeln?
Antwort des Stadtrats: Unterdurchschnittliches Bevölkerungswachstum in Rapperswil-Jona in den letzten 10 Jahren – dafür wächst die Peripherie mit negativen Folgen wie Mehrverkehr. Eine massvolle Innenentwicklung im Zentrum wirkt der Zersiedelung entgegen und stärkt Rapperswil-Jona als attraktives Regionalzentrum.

Frage des Stadtrats: Gehören Velos auf die Hauptstrasse?
Antwort des Stadtrats: Schnelle und sichere Velofahrer benutzen die Haupstrasse – heute häufig auf dem Trottoir. Sie sollen sowohl stadtein- als auch stadtauswärts einen durchgehenden Veloweg erhalten. Für Kinder und gemütliche Velofahrer gibt es abseits der Haupstrasse weitgehend sichere Alternativen.

Frage des Stadtrats Können sich Velo und Bus die Spur teilen?
Antwort des Stadtrats: Ein gemischtes Verkehrsregime Bus/Velo bewährt sich in innerstädtischen Situationen (z.B. Genf, St.Gallen, Bern etc.) Die Breite der Busspur wird im kombinierten Verkehr mit den Velos um 1,5 Meter verbreitert (4,5 statt 3 Meter).

Frage des Stadtrats: Können Bäume im Strassenraum gedeihen?
Antwort des Stadtrats: Ja, es gibt viele positive Beispiele, auch in Rapperswil Jona (Kreuz Jona, Schachenstrasse, Bühlstrasse, Neupflanzung vor dem Sonnenhof etc.) Wichtig ist eine richtig konzipierte Baumgrube oder ein ausreichender Pflanzstreifen. In den ersten Jahren sind Pflege und Geduld nötig.

191107 Stadt Rapperswil Präsentation an der Medienkonferenz (Lebensader, Budget, Steuern, Investitionen)
Mario Aldrovandi, Linth24