Schmerikon
06.11.2019
08.11.2019 05:21 Uhr

Festbau statt Zelt beim Strandhotel

Das Strandhotel Schmerikon erkannte man von weitem wegen seiner Zelte auf dem Dach. Diese wurde jedoch durch einen Sturm zerstört. Nun soll es einen Festbau von 4.50 Meter Höhe als Ersatz geben.

Im Januar 2018 hat der Sturm «Burglind» das auf den Garagen des Strandhotels fixierte PagodenZelt völlig zerstört. Bis dahin war das Zelt ein existenzieller Bestandteil des Strandhotels, um darin verschiedene Anlässe wie Hochzeiten, Seminare usw. abhalten zu können. Das Strandhotel ist eines von wenigen Hotels in der Umgebung und insbesondere am Oberen Zürichsee.

Um den Betrieb des Hotels auch weiterhin wirtschaftlich führen zu können, soll anstelle des ehemaligen Zelts ein Festbau errichtet werden.

Mit dieser Lösung entfallen die Nachteile des Zelts hinsichtlich der Sicherheit, der Lärmdämmung aber auch dem Energieverbrauch. Zudem ermöglicht der Festbau durch eine ganzjährige Betriebsnutzung mehr Spielraum in der Bewirtschaftung des Strandhotels.

Bestehende Plangrundlagen

Für das Strandhotel besteht der rechtskräftige «Überbauungsplan Strandhotel», welcher mit der Genehmigung durch das Baudepartement am 29. Oktober 2009 in Rechtskraft erwachsen ist. Aufgrund der geplanten bzw. oben beschriebenen Erweiterung und Aufstockung muss der Überbauungsplan angepasst werden. Dies soll im Rahmen einer Änderung, welche der neuen übergeordneten Gesetzgebung entspricht, vorgenommen werden. Hauptbaute Ergänzend zu der bereits bewilligten Aufstockung des Bungalows (Baubereich A) südlich des Restaurants ist eine Erweiterung im Bereich der Garagen in Richtung Osten vorgesehen.

Als Ersatz für das ehemalige Pagoden-Zelt soll der Bestand und dessen Erweiterung um ein überhohes Geschoss von ca. 4.50 m Höhe aufgestockt werden. Der neue Hauptbau erscheint als einfaches und klares Volumen, welches sich bezüglich Massstäblichkeit und Gestaltung dem Restaurant als Zeitzeugen unterordnet. Mit der Fassade als Holzkonstruktion wird bewusst ein Bezug zum Restaurant hergestellt. Die Belichtung der Räumlichkeiten erfolgt sowohl seeseitig als auch strassenseitig über eine gleichmässige und vereinfachte Anordnung der Fenster.

Die seeseitige Fensterfront wird in der oberen Hälfte mit Holzlamellen gegliedert, welche als Gestaltungselement und Schutz vor starker Sonneneinstrahlung dienen. Ergänzt wird die Hauptbaute mit einem verglasten Lift und einer Passerelle, welche eine direkte Anbindung an den Laubengang der südlichgelegenen Hotelzimmer im Baubereich A sicherstellt.

Lift wie auch Passerelle sind dabei etwas zurückversetzt, damit der neue und der bereits bewilligte Baukörper als zwei Volumen wahrgenommen werden. Auf eine Überdachung der Passerelle wird zugunsten einer höheren Transparenz verzichtet.

Nutzung

Die bestehenden Garagen wurden bis anhin als Abstellräume und Lager genutzt. Abgesehen von der Neuanordnung des Treppenhauses und den Toiletten soll dies auch weiterhin so bleiben. Im Obergeschoss wird mit einem multifunktional nutzbaren Raum unter anderem ein Frühstücksraum geschaffen, da der bestehende Frühstücksraum bei Vollauslastung zu klein ausfällt. Bei Bedarf kann der Raum im Obergeschoss für Seminare, Hochzeiten und andere Events genutzt werden.

Erschliessung und Umgebung

Mit dem grosszügig verglasten Treppenhaus wird eine ansprechende Eingangssituation zum HotelRestaurant geschaffen. Die Hotelzimmer werden via Passerelle resp. Laubengang direkt an den Hauptbau (Baubereich C) angebunden. Die Umgebungsgestaltung bleibt soweit möglich erhalten und wird bei Bedarf mit einheimischen Neupflanzungen ergänzt.

Sondernutzungsplan

Durch den Sondernutzungsplan wird in Abweichung von Zonenplan und Baureglement eine besondere Bauweise und eine höhere bauliche Nutzung zugelassen. Voraussetzung ist eine Überbauung von hoher städtebaulicher und architektonischer Qualität. Nebst der besonderen Bauweise können die Erschliessung und die Gestaltung von Bauten und Aussenräumen geregelt werden. Aufgrund der Lage des Strandhotels und der Abweichungen der Regelbauweise ist ein Sondernutzungsplan zu erlassen. Er bezweckt die Erweiterung und Aufstockung des bestehenden, für die Region wichtigen Strandhotels.

Durch die baurechtlichen Bestimmungen des Sondernutzungsplans und der damit einhergehenden Möglichkeit, Mehrzweckraumnutzungen anbieten zu können, verhilft der Sondernutzungsplan zu einer grösseren Flexibilität in der Bewirtschaftung des Strandhotels. Nicht zuletzt wird über den Sondernutzungsplan die Eingliederung der Erweiterungen und Aufstockungen in das Ortsund Landschaftsbild sichergestellt.

Der Sondernutzungsplan definiert die für die Bauten freigegebenen Grundflächen und weist in den besonderen Vorschriften die entsprechenden Höhenentwicklungen zu. Die Grundfläche des Baubereichs A wird entsprechend dem Projekt angepasst. Die Baubereiche C und D werden zugunsten der Erweiterung und Aufstockung der bestehenden Garagen (heute als Lager genutzt) des Strandhotels neu geschaffen. Sie weisen gegenüber dem Richtprojekt einen allseitigen Spielraum von 50 cm auf.

Strassenseitig wird der Spielraum der beiden Baubereiche A und C kleiner gefasst, damit die Erschliessung über die Verkehrsfläche gewährleistet werden kann. In Bezug auf die Höhenentwicklung wird mit dem Sondernutzungsplan ebenfalls ein Spielraum gewährt. In Abweichung zum Richtprojekt fällt die Gebäudehöhe innerhalb der Baubereiche C und D leicht höher aus. Mit einem kleinen Spielraum wird eine ähnliche Höhenentwicklung der neuen Baukörper, wie dies mit dem Richtprojekt vorgesehen ist, sichergestellt. Die zusätzliche maximale Höhe für technisch bedingte Aufbauten und Anlagen von 0.50 m ermöglicht innerhalb des Baubereichs C die Installation von Photovoltaikanlagen.

Mit dem Baubereich D wird ein direkter Anschluss der Hotelzimmer mit dem neuen Frühstücks- und Eventraum ermöglicht. Damit die Passerelle gegenüber den Hauptbauten untergeordnet in Erscheinung tritt, soll diese leicht zurückversetzt und nicht überdacht werden. Mit dem behindertengerechten Lift, welcher innerhalb des Baubereichs D zu erstellen ist, wird eine barrierefreie Erschliessung zwischen den Hotelzimmern und dem Restaurant ermöglicht. Eine barrierefreie Erschliessung des gesamten Hotels ist aufgrund der unterschiedlichen Ebenen innerhalb des bestehenden Strandhotels nicht möglich.

Bezüglich der Erschliessung und Parkierung werden keine neuen Regelungen getroffen. Die Erschliessung des Planungsgebiets für den motorisierten Individualverkehr sowie den Fuss- und Veloverkehr erfolgt wie bisher über die Aabachstrasse.

Gemeinderat Schmerikon