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Rapperswil-Jona
04.11.2019

Avenida-Kritiker befürchten Boom

Ein JA zum «Projekt Stadtraum» - auch «Avenida / Lebensader» genannt - befeuert das ungebremste städtische Wachstum, schreibt das Bürgerforum.

Ein JA zum Strassenraum Neue Jonastrasse würde zusammen mit der anstehenden Bauzonenplanung den Weg ebnen für weiteres ungebremstes städtisches Wachstum. Thomas Furrer stipuliert die Strasse als «Motor für den angrenzenden Raum» mittels gezielter Verdichtung.

Liest man die Abstimmungsvorlage (die per Montag immer noch nicht bei den Bürgern in den Briefkästen ist) und die Medienmitteilung einer Ortspartei genau durch, dann wird moniert, dass mit einem NEIN der natürliche Wandel der Stadt verhindert würde, weil gerade Grossprojekte (!) wegen der Planungsunsicherheit nicht mehr bewilligt werden könnten. Die Stadt ihrerseits promotet die Achse für zukünftiges Wachstum. Vielleicht sollte sich der Stadtrat einmal die Frage stellen, ob viele Bürger vielleicht die Nase voll haben vom derzeitigen und zukünftig absehbaren Wachstum?

Unter dem Mantel der vordergründig ins Feld geführten Vorteile für Bus, Langsamverkehr und Klima wird bei einem JA nämlich vor allem der Weg für den weiteren städtischen Bauboom geebnet. Mit der anstehenden Bauzonenrevision (Zeit bis 2027/28) soll die Kernzone entlang der neuen Jonastrasse zwecks Verdichtung aufgestockt werden.

Das schon jahrzehntelang andauernde Hamsterrad soll sich also munter weiter drehen: Noch mehr Grossbauten mit Wohnungen, Büros usw. und in der Folge noch mehr selbstgemachter Ziel- und Quellverkehr ohne Verkehrslösung bis zum Verkehrskollaps. PS: Auch in absehbarer nahezu schadstofffrei fahrende Fahrzeuge verursachen Verkehr.

Das jetzt seitens Stadt und Politik eine Drohkulisse aufgebaut wird, dass ein NEIN vom Kanton als eine Art Verweigerungshaltung interpretiert würde und dass dies der anstehenden Abstimmung über den städtischen Tunnel nicht förderlich wäre, ist gelinde gesagt fragwürdig; wenn nicht schon fast eine Nötigung  gegenüber dem Stimmbürger. Hat der Bürger dem Staat zu dienen oder umgekehrt? Es ist davon auszugehen, dass viele Einwohner, wie schon erwähnt, auch genug haben vom Wachstum und den Charakter ihrer Stadt erhalten und deren Seele nicht «verkaufen» wollen.

Wenn es durch die Stadtregierung schon in Abrede gestellt wird, dass die Ost-West-Achse einen massgeblichen Zusammenhang mit dem geplanten Tunnel habe, dann ist es nicht angebracht, diese jetzt miteinander für ein JA zu verknüpfen.

Marcel Gasser, Bürgerforums Stadtraum NEIN