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Kanton
31.10.2019
31.10.2019 15:55 Uhr

Kanton will See-Energie nutzen

In den Seen liegen «thermische Energien». Diese will der Kanton St.Gallen vermehrt nutzen.

Die grossen Seen im Kanton sind eine grosse, bisher wenig genutzte Energiequelle. Der Kanton St.Gallen will Projekte zur Wärmegewinnung aus Seewasser vorantreiben, um die CO2-Emissionen der Gebäude weiter zu senken. Gemeinden mit Seeanstoss profitieren von einer wirtschaftlichen, klimafreundlichen Wärmeversorgung mit lokaler Energie.

Die CO2-Emissionen der Gebäude im Kanton St.Gallen müssen bis zum Jahr 2030, im Vergleich zu heute, um 20 bis 30 Prozent sinken. Dafür muss Energie effizienter genutzt werden. Gleichzeitig sollen fossile Heizsysteme durch eine CO2-arme, klimafreundliche Wärmeversorgung ersetzt werden.

Die grossen Seen im Kanton St.Gallen – der Bodensee, der Walensee und der Zürichsee – speichern enorme Energiemengen. Beim Bodensee und Walensee übersteigt das Potenzial zur Wärmenutzung den Wärmebedarf der seenahen Gemeinden bei Weitem.

Die notwendige Technik ist seit Jahrzehnten erprobt. Sie bewährt sich bei der Nutzung von Erd- und Grundwasserwärme oder bei Luft-Wasser-Wärmepumpen. Die Wärme wird den Seen mittels Wärmepumpen entzogen. Über thermische Netze kann die Energie aus dem Seewasser in Quartiere und Areale verteilt werden. Die Energie lässt sich auch zur Kühlung nutzen. Dabei entsteht Abwärme, mit der andere Gebäude geheizt werden können.

Um konkrete Projekte für die Wärmenutzung aus den Seen anzustossen, führt das Amt für Wasser und Energie zusammen mit der Energieagentur St.Gallen eine Informationsund Vernetzungskampagne durch. Das Amt für Wasser und Energie bringt Fachwissen ein, wirkt koordinierend mit und hilft bei der Vernetzung der Akteure. Die Gemeinden stellen idealerweise mit einer räumlichen Energieplanung sicher, dass die Wärmeversorgung koordiniert erfolgt und somit wirtschaftlich attraktiv ist.

Bei der Umsetzung der Projekte sind vor allem die Gemeinden, die lokalen Energieversorgungs-Unternehmen, die Liegenschaftsbesitzerinnen und -besitzer sowie die Unternehmen gefragt. Für die betroffenen Akteure am Bodensee findet heute ein Informationsanlass statt. Weitere Anlässe sind im Jahr 2020 am Zürich-Obersee und am Walensee geplant.

r Andreas Herold, Amt für Wasser und Energie