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Sport
13.10.2020

Kaltbrunner Gleitschirm-Ehepaar erfolgreich

Werner und Gabriela Jacober fliegen seit 30 Jahren Gleitschirm und waren diese Saison - auch wenn diese coronabedingt ein wenig abgeändert verlief - erfolgreich in den Wettbewerben.
Sogar die Freiheit des Gleitschirmfliegens litt unter der Corona-Krise. Trotzdem war das Kaltbrunner Piloten-Ehepaar Jacober erfolgreich in den Wettbewerben.

Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Wer wenn nicht das fliegende Ehepaar aus Kaltbunn kann diese Zeilen von Reinhard Mey am besten nachvollziehen? Doch in der vergangenen Saison war alles etwas anders, die grenzenlose Freiheit coronabedingt etwas eingeschränkt.

Wettbewerbszeit wurde gekürzt

Die Thermiksaison dauert in der Schweiz von März bis September. Während dieser Zeit herrschen in der Schweiz die besten Bedingungen, um lange Streckenflüge zu realisieren. Jeder Pilot mit der entsprechenden Lizenz kann auf einer Internetplattform seine Flüge einreichen. Mitte Oktober werden die Resultate ausgewertet und die Ranglisten erstellt. Coronabedingt wurde der Wettbewerb von Mitte März bis Mitte Mai schweizweit ausgesetzt, genau in den allerbesten Wochen um in der Region grosse Streckenflüge zu vollenden.

Für die Wertung in der Schweiz wurden aus diesem Grund nur noch die drei weitesten, anstatt der vier weitesten Flüge jedes Piloten berücksichtigt, für die weltweite Wertung zählten deren sechs. Beim Streckenflugcup entscheiden die Piloten selbst, wann und wo sie starten und welche Route sie fliegen.

Bei seinem Flug übers Wallis war der Kaltbrunner Werner Jacober fast 8 Stunden in der Luft.

8-stündiger Flug im Wallis

Werner Jacober konnte mit drei soliden Flügen an die Spitzenleistungen der letzten Jahre anknüpfen. Im Wallis startete er seinen weitesten Flug in der vergangenen Saison. Von Fiesch das Goms hinauf bis zum Siedelhorn beim Grimselpass, wo Jacober den ersten Wendepunkt setzte. Zurück über Fiesch, den Rhonegletscher und das Unterwallis bis zum Mont Bonvin bei Aminona zum zweiten Wendepunkt. Weiter über das Matter- und Saaserthal bis zum Weissmies wo Jacober den dritten Wendepunkt setzte.

Auf dem Rückflug bei Brig die letzte Thermik ausgedreht und im Gleitflug zurück bis nach Fiesch wo der Kaltbrunner nach etwas mehr als 8 Stunden sehr zufrieden landete.

In der Einzelwertung erreichte Werner Jacober in der Kategorie Fun and Safety national den 11. Platz, international den 24. Rang von 10545 Piloten.

  • Hoch über der Linthebene, wo nur noch die Vögel anzutreffen sind, scheint die Freiheit unendlich.
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  • Mit jedem neuen Gleitschirmflug gibt es neue Aussichten und Landschaften zu bestaunen.
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Seriensiegerin National auf Platz 7

Bei den Frauen landete Gabriela Jacober, die Seriensiegerin National der letzten fünf Jahre, auf dem 7. Platz, international auf dem 17. Platz von 1130 teilnehmenden Pilotinnen. Eine Verletzung eines Skiunfalls von 2009 wurde akut, so dass im verlaufe des Jahres zwei Operationen notwendig wurden. Nach einer längeren Reha Phase hofft die Kaltbrunnerin in der nächsten Saison wieder ganz grosse Streckenflüge geniessen zu können.

Das Ehepaar Jacober, seit 23 Jahren verheiratet, lebt in Kaltbrunn, um schön nahe an den Bergen zu sein.

Kaltbrunner Piloten-Ehepaar

Für das Ehepaar Gabriela und Werner Jacober ist das Gleitschirmfliegen eine Sucht, deren Faszination sie nicht mehr los lässt. Gabriela fliegt seit 31 Jahren und Werner seit 30 Jahren mit dem Gleitschirm. Die Beiden sind seit 23 Jahren verheiratet und wohnen seit 22 Jahren in Kaltbrunn, natürlich wegen der Nähe zu den Bergen.

Werner Jacober war und ist seit 1992 sehr erfolgreich im Gleitschirmsteckenfliegen – alle Jahre immer wieder in den vordersten Rängen zu finden.

Gabriela Jacober war ab 1991 mehrmals Schweizermeisterin im Gleitschirmfliegen. Von 1998 bis 2012 erfolgte eine grosse Pause, Flüge waren wegen den Kindern nur noch am Hausberg möglich. 2015 - 2019 durfte die Pilotin den Titel Schweizermeisterin im Streckenfliegen für sich beanspruchen.

Linda Barberi, Linth24