Kanton
25.03.2019

VIEL MEHR KRIMINELLE IM KANTON ST.GALLEN

Im Kanton St.Gallen war die Gesamtkriminalität höher als letztes Jahr, schwere Gewaltdelikte nahmen ab und die Aufklärungsquote war hoch. Dies geht aus der Kriminalstatistik der Kantonspolizei hervor.

Die Öffentlichkeit wähnt sich gerne in der Illusion der absoluten Sicherheit. Die Politik trägt gegen aussen ihren Teil mit bewusstem Aktivismus gerade nach Gewaltdelikten dazu bei, diese Illusionen zusätzlich zu schüren. Hinzu kommt in konkreten Fällen, dass mit der Medienberichterstattung über Gewalt- oder Terrordelikte und den Fragen nach Schuldigen über die Attentäter hinaus weiter an dieser Illusion gearbeitet wird. So wird typischerweise danach gefragt, weshalb denn insbesondere die Behörden nicht gehandelt oder angemessen reagiert hätten. So wird den Sicherheitsbehörden eine Allmacht zugeschrieben, welche sie so in unserem freiheitlichen Staat schlicht nicht haben kann – sei es aufgrund der nicht vorhandenen gesetzlichen Grundlagen oder schlicht auch der fehlenden Ressourcen. Absolute Sicherheit gibt es nicht und die Polizei kann diese nicht garantieren.

Sicherheit verstärken bedeutet immer Freiheiten einschränken zugunsten der Überwachungsmöglichkeiten des Staates. Genau dies wollen wir aber alle nicht, niemand von uns will in einem Überwachungsstaat leben. Damit zahlen wir aber den Preis, dass der Staat keine absolute Sicherheit garantieren kann. Entsprechend sind wir – und gerade Sie als Medienschaffende – dazu aufgefordert, von den Sicherheitsbehörden nicht eine Sicherheits-Omnipotenz zu fordern, welche nicht realistisch ist.

Es ist nicht zielführend, bei Gewaltdelikten in monotoner Regelmässigkeit bei den Behörden Fehler zu suchen im falschen Bewusstsein, dass diese die Möglichkeit gehabt hätten, das Geschehene zu verhindern. Von dieser Illusion müssen wir uns verabschieden! Und gerade bei Gewaltdelikten werden wir leider immer wieder mit der Tatsache konfrontiert sein, dass wir diese meist nicht verhindern können. Der Mensch mit seinen Emotionen und unsere Gesellschaft kann und soll nach unserem freiheitlichen Verständnis nicht dermassen ein-geschränkt werden, dass absolute Sicherheit garantiert werden kann.

Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2018

Die Gesamtkriminalität lag im Jahr 2018 im Kanton St.Gallen mit total 26’526 erfass-ten Straftaten mehr als 8% über jener von 2017. Damit hat nach mehreren Jahren der Abnahme 2018 die Zahl der Straftaten wieder zugenommen. Allerdings haben im letzten Jahr die schweren Gewaltdelikte (Tötungsdelikte, schwere Körperverletzungen, schwerer Raub und Vergewaltigungen) um 22% abgenommen (von 88 auf 69 Straftaten). Bei den Delikten nach Schweizerischem Strafgesetzbuch (StGB-Delikte) stellen wir eine Zunahme von 7% auf 18‘433 fest. Dies sind 1'196 Delikte mehr als im Vorjahr. Insgesamt mussten mehr Delikte gegen Leib und Leben bearbeitet werden, eine Steigerung von 874 auf 916 oder um 5% (insbesondere Steigerung bei Schlägereien, Raubüberfällen und sexueller Nötigung). Die vollendeten und versuchten Tötungsdelikte haben von 18 im Vorjahr auf 12 im Jahr 2018 abgenommen (-33%); auch die schweren Körperverletzungen sind gesunken, von 25 auf 20 (-20%).

OriginalUnterlagen

Kriminalstatistik 2018 (PDF)

Kriminalstatistik2018_Präsentation Medienkonferenz (PDF)

Ausführungen-Stefan Kühne_Leiter Kriminalpolizei (PDF)

Ausführungen von Stefan Kühne, Leiter Kriminalpolizei