Kaltbrunn
10.10.2019
10.10.2019 22:05 Uhr

Jahrmarkt geht mit der Zeit

Dass man an vielen Marktständen mit der Kreditkarte zahlen kann, überraschte doch einige Besucher am Jahrmarkt in Kaltbrunn. Das bieten heute viele an, erläuterte ein Marktfahrer.

Jedes Jahr am zweiten Donnerstag im Oktober steht in Kaltbrunn alles still. Ausser dem Jahrmarkt. Seit über 300 Jahren ist der Kaltbrunnermarkt der grösste Markttag der Ostschweiz. Er ist ein Treffpunkt für alle Generationen und es ist Tradition, dass für den Nachmittag ein Ferientag geopfert wird.

Nebst den Verkaufsständen und den Vergnügungsbahnen sind Kommunikation und das gesellige Beisammensein zentrale Punkte des Kaltbrunner Jahrmarktes. Am Markttag war wenigstens das Wetter besser als an der Viehschau am Tag zuvor.

Die 250 Marktstände und viele Verpflegungsstände lockten gegen 4000 Besucher an und sorgten dafür, dass kaum ein Durchkommen war.

Das riesige Angebot an Waren und kulinarischen Verführungen reichte von Gewürzen, Wurstwaren, Käse, Maroni, Backwaren, Zuckerwatte, Mandeln und Magenbrot, asiatische Gerichte bis zu Zier- und Gebrauchsgegenstände. Schmuck, Lederwaren, Spielwaren, Kleider und Haushaltwaren konnte man fast an jedem zweiten Stand kaufen.

Zum Markt gehören auch verschiedene Festbeizli, um sich nach einem tollen Rundgang mit Bratwurst, Cervelat oder Raclette zu verköstigen. Bei einem Bier oder Glas Wein, frischem Apfelsaft oder Suser werden die neusten Nachrichten ausgetauscht.

Die Marktfahrer waren sichtlich zufrieden. «Das Wetter war perfekt, das spielt in unserem Job eine grosse Rolle» meinte ein langjähriger Marktfahrer. Eine Marktbesucherin sagte Linth24: «Ich kaufe sehr gerne Niedelzältli, geröstete Mandeln und einige Berliner. Auf dem Heimweg geniesse ich die ersten Maroni. Kleider kaufe ich prinzipiell im Fachgeschäft, da kann ich sie in aller Ruhe anprobieren.»

Bereits am Mittwochnachmittag und dann in den Abendstunden waren die Bahnen in Betrieb. Sie bieten für Jung und Alt die Attraktionen.

Besonders bei grösseren Bahnen sind die Fahrpreise deutlich gestiegen. Ein Schausteller erklärte, dass Platzmiete, Personalkosten, Strom, Anschaffung neuer Bahnen die Fahrpreise in die Höhe treiben. Früher habe eine neue Bahn so um die 100'000.- Franken gekostet. Heute gebe man gut und gern über eine Million Franken aus. Dementsprechend ziehen sich immer mehr Schausteller vom Geschäft zurück.

Die Bahnen laufen aber nur, wenn die Akustik stimmt und die dumpfen Bässe der elektronischen Musik jede Sprache und jedes Kreischen übertönen.

Kaum war die Sonne untergegangen, wurde es kühler und es roch nach Herbst. «Es wird eine lange Nacht geben» meinten einige festerfahrene Jugendlichen.
Auch 2019 bewies erneut: Das Linthgebiet lebt mit dem Kaltbrunner-Jahrmarkt.

Werner Hofstetter, Linth24
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