Kaltbrunn
09.10.2019
09.10.2019 21:30 Uhr

Bezirks-Tierschau in Kaltbrunn

Wer den Geruch von Stroh, Kühen und spezieller Landluft mag, der kommt jeweils am Tag vor dem Jahrmarkt in Kaltbrunn auf den Viehschauplatz.

Die Landwirte führen ihre besten Stücke nicht mehr auf der Strasse zum Schauplatz, dafür fährt ein Transporter nach dem andern und bringt so das Vieh auf den Platz. Dass der Wettergott kein Landwirt ist, hat er an diesem Tag gezeigt. Nach sieben sonnigen Viehschauen öffnete er von der frühen Morgenstunde durchgehend die Schleusen. Während sich die Bauern von unten bis oben schützen konnten, war es für die Tiere eine richtige Tortur. Immer wieder schüttelten sie sich und brüllten in die kalte Welt.

Viehschau in Kaltbrunn ist nicht nur dazu da, die schönsten und leistungsstärksten Tiere zu prämieren, sondern auch um Freunde zu treffen. Doch das Wetter lockte nicht viele zum Brauchtum an, denn wer will schon von unten bis oben nass werden?

Ich sprach mit einem Bauern. Der meinte: «Ich bin auf einem Hof aufgewachsen und besuche schon über 50 Jahre Herbstviehscheuen. Über die Sommermonate bin ich auf der Alp. Für mich ist die Viehschau wichtig, um das Brauchtum zu pflegen und um den Züchternachwuchs zu fördern. In Kaltbrunn kann man die Tiere mit dem Kollegen vergleichen und feststellen, wo sie in der Aufzucht stehen.» Neben diesem Alt-Bauern waren viele Jungbauern und Bäuerinnen am Stierenmarkt.

Das OK der Bezirkstierschau, des Betriebs-Cups und des Jungzüchter-Wettbewerbs sorgt jedes Jahr für eine attraktive Vorführung der Tiere im Schauring. Dank des Experten erhalten die Besucher wichtige Informationen und Erklärungen. Da wird von Tiergrösse, Flankentiefe, Beckenlage, Sprunggelenk, Euteraufhängung, Zizenlage gesprochen.

Leider wurde nur ein Stier gezeigt, dafür war er ein «Prachtsmuni», der doch schon 14 Lebensjahr auf dem Buckel hat.

Ohne Hemmungen traten auch Kinder in den Ring und präsentierten ihre «Chälbli». Dazu wurden Gedichte vorgetragen, gesungen und gejodelt. Leider musste auch ihr Auftritt wetterbedingt eingeschränkt werden.

Gespannt verfolgt wurde die Bewertungen des Bezirks-Cup 2019, die Schöneuterbewertung, die Milchwert-Punkte und am Schluss die Kürung des Rinderchampions 2019.

Kaum waren die Erinnerungsplaketten überreicht oder das Siegerband umgehängt, verzogen sich die wenigen Schaugäste ins Festzelt. Und die Bauern verluden ihre Tiere wieder in die Tiertransportanhänger.

Ausschnitt aus der Rangliste

Endresultat vom Betriebs-Cup 2019
Hubert Kühne, Goldingen
Ruth Marti, Schänis
Hubert Raymann Walde

Jungzüchterwettbewerb 2019
Schirmer Karin Goldingen
Robin Kühne Goldingen
Marcel Schirmer Goldingen
Florian Riget Schänis
Daniel Elmer Rüeterswil

Schöneuter Ruth Marti, Schänis

Milchwert-Punkte Edwin Schirmer

Zellzahlstar Ruth Marti, Schänis

Rinderchampion Hans Elmer, Rüeterswil

Werner Hofstetter, Linth24
Melden Sie sich jetzt an: