Kanton
03.10.2019

Wahl19: Gelbe Kleber und Rote Küsse

Je näher der Entscheid vom 20. Oktober kommt, umso hektischer wird der Wahlkampf. Aktuell kocht es bei FDP, Grünen und CVP.

Der Streit zwischen der FDP und den Grünen erreichte gestern Abend kurzfristig den Siedepunkt.

Am Morgen früh reklamierte die St.Galler FDP-Parteileitung, dass auf einige Ihrer Wahlplakate gelbe Klebern angebracht worden waren. Auf den Klebern stand: «22% Klimaverträglich». (Bericht Linth24: https://linth24.ch/articles/2852-fdp-wehrt-sich-gegen-gelbe-kleber). Die Freisinnigen schrieben: «Grüne Kreise verunstalten Wahlplakate und verweigern die Diskussion».

Die Grüne Partei des Kantons St.Gallen outete sich ein paar Stunden später, exakt um 12:03 Uhr auf ihrer Facebook-Seite: «Ist die FDP gegen Transparenz? Der Kleber deklariert den Inhalt. Wem 100% Nachhaltigkeit wichtig sind, wählt GRÜN.»

Flapsige Bemerkung der Grünen

Exakt 3 Stunden und 5 Minuten später, um 15:08 Uhr, relativierten die Grünen ihre flapsige Facebook-Bemerkung.

Sie schrieben eine längere Medienmitteilung mit dieser zentralen Passage: «Die Grünen sind nicht Urheber dieser Aktion, können aber die Aufregung der FDP nicht ganz nachvollziehen. Die Kleber sorgen für etwas mehr Transparenz zu den politischen Inhalten in einer ganz entscheidenden Zukunftsfrage. Wer wie die FDP dringend notwendige Massnahmen zum Klimaschutz noch immer als ‘sozialistische Umverteilungs- und Verbotsträume’ abtut, hat schlicht den Ernst der Lage nicht erkannt. Und wer mit so abgedroschen Schlagworten argumentiert, zeigt zudem wenig Offenheit für eine faire Debatte.»

FDP droht mit rechtlichen Konsequenzen

Das wiederum stiess der FDP-Parteileitung sauer auf. Erneut veröffentlichte sie ein Mediencommunique, dieses Mal ein kurzes. «Das tut allerdings nichts zur Sache, liebe Grüne. Fakt ist: Die Grünen haben offensichtlich keinen Respekt vor dem Eigentum anderer. Das zeigen sie mit ihrer Reaktion.»

Offen ist noch, ob die Freisinnigen nun die angedrohten rechtlichen Schritte einleiten. Fortsetzung folgt.

Rote Küsse für christlichen Politiker

Nur eine kurze Fortsetzung hatte eine andere Plakataktion am Wochenende. Auf mehreren Werbetafeln für den St.Galler Ständeratskandidaten Beni Würth tauchten am Samstag rote Küsse auf und der Spruch: «Die erotische Stimme in Bern».

Woher die Küsse und die erotische Anspielung für den mehrfachen und verheirateten Familienvater und CVP-Politiker aus Rapperswil-Jona kamen, wurde nicht klar.

Doch diese Aktion einiger Witzbolde, fand ein Stadtrat von Rapperswil-Jona gar nicht lustig. Er schrieb ein paar Bekannten über WhatsApp, dass da «jemand S’Chalb macht». Er habe subito alle Plakate entfernt und durch korrekte Plakate ersetzt.

Streng nach dem christlichen Motto: Nächstenliebe ja – Erotik nein!

Mario Aldrovandi, Linth24
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