Rapperswil-Jona
19.09.2019
20.09.2019 06:42 Uhr

Wahl 19: Bürgerliche Spitzenkandidaten

Von links: Marcel Dobler, Barbara Keller-Inhelder, Yvonne Suter, Brigitte Bailer, Beni Würth
Am Donnerstagabend fand bei der Weidmann Holding AG eine Podiumsdiskussion zur nationalen Wahl am 20. Oktober statt.

Daniel Tschudi, Mitglied der Geschäftsleitung der Weidmann Holding, begrüsste die Zuschauer und die fünf Kandidaten. Der organisierende Arbeitgeberverband hatte ausschliesslich bürgerliche Politiker eingeladen.

  • Benedikt Würth (CVP) für den Ständerat (bisher)
  • Barbara Keller-Inhelder (SVP) für den Nationalrat (bisher)
  • Marcel Dobler für den Nationalrat (bisher) und den Ständerat (neu)
  • Brigitte Bailer (FDP) für den Nationalrat (neu)
  • Yvonne Suter (CVP) für den Nationalrat (neu)
Daniel Tschudi, Präsident Arbeitgeberverband (links) und Linus Hofmann, Geschäftsführer Arbeitgeberverband (rechts)

Linus Hofmann übernahm die Gesprächsführung für die drei Themen Umwelt&Verkehr, Altersvorsorge&Reformbedarf sowie EU-Rahmenabkommen&bilaterale Verträge.

Umwelt und Verkehr

Alle Kandidaten fanden, dass es in der Schweiz auf den Strassen Verbesserungsbedarf gibt.
Benedikt Würth warf ein, dass die Engpässe, von denen jeweils gesprochen wird, faktisch aber nur in den Spitzenzeiten entstehen. Eine Überbelastung der Strassen sei während des Tages kein Thema. Er schlug sodann vor, die Spitzenzeiten breiter zu fächern, indem das Nachtfahrtverbot aufgehoben werde. Er sei sich aber auch bewusst, dass sich eine Abstimmung zur Abschaffung des Nachtfahrverbotes als schwierig erweisen würde.
Die Kandidaten waren sich vor allem in dem Punkt einig, dass überfüllte Strassen nicht das Wirtschaftswachstum beeinflussen dürfen.

Altersvorsorge und Reformbedarf

Bei der Altersvorsorge waren Alle für eine Erhöhung der Pensionsalter für beide Geschlechter auf 65 Jahre. Die Kandidaten standen zudem einer Flexibilisierung des Rentenalters positiv gegenüber.
Barbara Keller-Inhelder meinte, dass zusätzlich zur Erhöhung des Rentenalters der Umwandlungssatz gesenkt und die Beiträge erhöht werden müssen.
Marcel Dobler sprach sich für eine Verknüpfung des Rentenalters mit der Lebenserwartung aus. Seiner Meinung nach ist ein fixes Rentenalter nur eine kurzfristige Lösung.
Alle Kandidaten, ausser Benedikt Würth, gaben auf die Frage von Linus Hoffmann, ob sie die Idee «AHV21» unterstützen würden, ein Nein als Antwort.

Linus Hofmann befragte die fünf bürgerlichen Kandidaten.

EU-Rahmenabkommen

Falls das EU-Rahmenabkommen in der heutigen Fassung an die Urne käme, hätte es bei vier der fünf Kandidaten keine Chance. Keller Inhelder hat kein Vertrauen in die EU. Für Dobler ist das Rahmenabkommen nicht mehrheitsfähig. Würth kritisierte, dass das Abkommen viel weiter gehe als die bisherigen bilateralen Verträge. Yvonne Suter würde ebenfalls Nein stimmen. Brigitte Bailer ist die einzige der Befragten, welche JA sagt. Sie meint, das Abkommen könne zugunsten der Schweiz ausgelegt werden.

Nach eineinhalb Stunden endete die Podiumsdiskussion und die Teilnehmer wurden von den drei dutzend Zuschauern mit einem warmen Applaus verabschiedet.

Bericht: Luca Lehmann, Linth24, Fotos: Hans Peter Rathgeb / Luca Lehmann
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