Rapperswil-Jona
11.09.2019
11.09.2019 16:32 Uhr

RJ: Franz Curti Festival 2020

In enger Zusammenarbeit mit der Stadt Rapperswil-Jona wird im Mai 2020 auf Initiative der Familien Curti ein dreitägiges Festival stattfinden.

Die Geschichte der Familie Curti ist seit dem 17. Jahrhundert eng mit der Stadt Rapperswil verknüpft. Die Benennung der Curtihäuser und des Curtiplatzes am See erinnern an diese über Jahrhunderte alte Verbindung. Dank zahlreicher privater Engagements, Stiftungen und mit Unterstützung der Stadt und der Ortsgemeinde Rapperswil-Jona sowie des Kantons Appenzell-Innerrhoden wird nun einem ihrer berühmtesten Vorfahren, dem Musiker und Komponisten Franz Curti (1854 – 1898), im nächsten Jahr ein eigenes Musikfestival gewidmet sein. Franz Curti verbrachte einen großen Teil seiner Kindheit und Jugend bei seinem Onkel Alexander in Rapperswil. Wie wenige Schweizer Komponisten seiner Generation erfuhr Franz Curti internationale Anerkennung und galt zu Lebzeiten als Vertreter der romantischen Musik zwischen Richard Wagner und Gustav Mahler. Seine vielfältigen Lieder, Opern und Musikstücke brachten ihm große Bewunderung im deutschsprachigen Europa ein. In Dresden, wo er 1898 früh verstorben ist, galt er als einer der besten Tonkünstler aus der Schweiz. Gar mit 30 Vorstellungen an der Metropolitan Opera in New York wurde Franz Curti in Übersee gefeiert. Für die Leitung des Festivals 2020 zeichnen der 1950 geborene Schweizer Musiker, Komponist und Dirigent Jean-Marie Curti sowie Daniela Bischofberger und Gisela Dahl. Aus der Feder von Jean-Marie Curti und Gisela Dahl stammt auch die Monografie über Franz Curti.

Während des Franz Curti Festivals werden vom 15. bis 17. Mai 2020 in Rapperswil-Jona verschiedene Werke von Franz Curti zu hören sein. Zum Auftakt am Freitag, 15. Mai, wird im Rathaussaal ein Geschichten- und Liederabend mit historischem Diskurs über das Leben von Franz Curti stattfinden. Historiker Basil Vollenweider und Musikwissenschaftler David Schwarb werden aus dem Leben des berühmten Musikers und Dirigenten erzählen. Sybille Diethelm-Vollenweider (Sopran) und Fabienne Romer (Piano) werden dazu eine Auswahl seiner schönsten Kompositionen vortragen. Franz Curtis Lieder waren bei den damals hoch geachteten Eidgenössischen Sängerfesten enorm populär. Dies ist mit ein Grund, dass auch der Männerchor „Alpstee“ aus Brülisau einige Lieder mehrstimmig vortragen wird. Der traditionsreiche Chor aus dem Kanton Appenzell-Innerrhoden gehört zu den erfolgreichsten lokalen Gesangsformationen und zeugt von der für die Zeit typischen engen thematischen Verbundenheit Franz Curtis mit der romantischen Bergwelt des Appenzellerlandes.

Am Samstag, 16. Mai wird die letzte Oper aus der Feder von Franz Curti, „Das Rösli vom Säntis“, im großen Saal des Schlosses aufgeführt. Der Komponist verstarb wenige Tage vor der Uraufführung und konnte deshalb die Begeisterung des damaligen Publikums über diese dramatische Geschichte von Liebe, Tod und Verrat nicht mehr miterleben.

Am Sonntagnachmittag, 17. Mai, wird zum Abschluss „Die Gletscherjungfrau“ im Kreuzsaal in Jona zu hören und zu sehen sein. Das monumentale Werk von Franz Curti aus dem Jahr 1882, eine Art dramatische Kantate, wird von fast 100 Musikern (Les Musiciens d’Europe), Sängern (Le Coeur des Trois Frontières CH/D/F) und Solisten aus dem In- und Ausland vorgetragen. Es erzählt die tragische Geschichte der mystischen Gletscherjungfrau, welche mit ihrem Fluch bereits unzählige Verehrer in den Tod gestürzt hat. Der wagemutige Wilfried versucht dennoch sein Glück. Ein Glücksfall auch, den in der Region heute kaum mehr bekannten Franz Curti über dieses Festival neu zu entdecken.

Weitere Informationen: https://www.franzcurtifestival.ch/

OM