Kanton
10.09.2019
10.09.2019 20:34 Uhr

Wie sinnvoll sind Wahlplakate?

Im Vorfeld der National- und Ständeratswahlen setzen Parteien Wahlplakate als Werbemittel ein. Aussagekräftiger sind wohl Online-Informationen.

Seit letzter Woche lachen sie wieder überall von den Plakatwänden, entlang der Strassen. Die Kandidatinnen und Kandidaten für den National- und Ständerat kämpfen mit Grossplakaten um ihre Wieder- oder Neuwahl. Die Damen und Herren, jedes Alters, die ab 20. Oktober in Bern ein Wörtchen mitreden wollen, setzen ein mehr oder weniger gezwungenes Lächeln auf oder starren um die Wette.

Plakate für Personenwerbung sind keine Auslaufmodelle, sondern noch immer die viel eingesetzte «Schnellinformation» der Parteien. Auch die Kernbotschaften bleiben dieselben.

Ein Lächeln als Botschaft

Plakate sind Aufmerksamkeitserreger. Ob die netten bis lieblich lächelnden Mitbürger aber die richtigen Volksvertreter in Bern sind, ist so nicht herauszufinden. Nur vom Hinschauen auf die Plakate kann kein Wähler oder Wählerin die richtige Entscheidung treffen. Nur mit einem Hingucken auf die Plakatwand kaufen wir die Katz im Sack.

Einziges Kriterium ist die Sympathie. Diese ist aber ein schlechter Ratgeber. Ein Blick in die Inseratwerbung bringt ebenfalls wenige Entscheidungsgrundlagen.

Die Plakat-Vorschriften

Das Aufstellen von Plakaten ist nicht unproblematisch. Der Kanton St. Gallen hat die Plakatierung reglementiert, damit Autofahrer nicht abgelenkt werden. Geregelt sind Werbezeit, Normgrösse, Abstand zur Strasse, Wildplakatierung, Plakatflut, usw.

Reklameanlagen am Strassenrand, zu denen auch Werbeplakate gehören, sind Bewilligungspflichtig. Sie müssen auch fachmännisch platziert werden, damit bei Windböen nicht die Gefahr besteht, dass sie auf die Fahrbahn geraten.

Die Alternative: Online Porträts

Linth24 und die Partnerplattformen www.wil24.ch, www.uzwil24.ch und www.gossau24.ch setzen auf ein moderneres Informationsmittel. In einer Online-Liste (https://linth24.ch/kanton/wahlen-2019) werden alle 255 Kandidaten des Kantons St.Gallen mit Wohnort, Alter und Beruf dargestellt. Ausserdem erfährt man, wer schon bisher im Nationalrat war. Zusätzlich zu den Grundinformationen haben einige Kandidaten ein Foto und ein Kurzporträt erstellt, welches ebenfalls publiziert wird.

Wer also jemanden nicht persönlich kennt – und das dürfte bei den meisten Leserinnen und Lesern der Fall sein – der kann sich mit der Online-Wahlliste ein besseres Bild der Kandidaten machen.

Werner Hofstetter, Linth24