Rapperswil-Jona
02.04.2019

SHORTHAND: SIND DIE LAKERS SCHON GERETTET?

Die Serie gegen den HCD ist nach dem glücklichen 3-2 Auswärtssieg am letzten Samstag wieder offen. Die Rapperswiler könnten heute Dienstag die Serie ausgleichen.

Für einen Sieg der Einheimischen braucht es, ausser auf der Goalie-Position, eine eklatante Leistungssteigerung der ganzen Mannschaft. Ich befürchte, falls diese Steigerung heute Abend nicht eintritt, wird man am 11. April das erste Spiel in der Liga-Qualifikation gegen den Meister aus der Swiss League antreten müssen. Dieser Gegner dürfte dann Langenthal sein, denn das Team führt in der Serie gegen den HC La Chaux-de-Fonds in überzeugender Manier mir 3:0. Die Langenthaler strotzen also vor Selbstvertrauen. Es versteht sich von selbst: Ein allfälliger Kampf gegen Langenthal wird kein Spaziergang. Die Berner werden voller Stolz antreten und haben nichts zu verlieren.

Wollen Langenthal oder La Chaux-de-Fonds aufsteigen?

Die Frage, ob Langenthal oder La Chaux-de-Fonds überhaupt aufsteigen wollen oder können, erhält zurzeit mehr Medienpräsenz als die Spiele selbst. Der Tenor in den Medien ist klar: Beide Swiss League Playoff-Finalisten seien für einen Aufstieg in die National League nicht gerüstet. Das weiss man selbst in diesen beiden Clubs. Die finanziellen Investitionen in Infrastruktur und Mannschaften sind für beide Aufstiegskandidaten kaum zu bewältigen. Die NLA ist für diese Clubs mit derart vielen Risiken verbunden, dass bei einem Scheitern die Existenz selbst auf dem Spiel steht.

Die jetzigen Spiele gleichen einer Farce, titelte gestern beispielsweise der Blick. Trotzdem gilt: Die beiden Teams haben sich für den Aufstieg in die NLA beworben. Natürlich liegt die Vermutung nahe, die B-Vertreter seien mehr am finanziellen Benefit der kommenden Ligaquali interessiert, als am Aufstieg selbst. Aber was ist, wenn’s dann doch anders kommt?

Diskussion schadet dem NLA-Vertreter

Bekanntlich beeinflussen solche Gerüchte die Spieler, auch wenn diese von den Verantwortlichen abgeschirmt werden. Manch ein Spieler wird seine Leistungskurve unmerklich absenken und denken: «Ach die wollen ja gar nicht». Und dies kann in einem Duell auf Augenhöhe der entscheidende Faktor sein. Egal ob der Swiss-League Vertreter aufsteigen will oder nicht: Diese Diskussion schadet vor allem dem NLA Team in der Ligaquali.

Die Rapperswiler tun gut daran, sich nicht von dem medialen Theater erfassen zu lassen.

Denn das könnte ins Auge gehen. Dann nämlich, wenn der Swiss League Vertreter aller Medienberichten zum Trotz noch Lust bekommt, aufzusteigen. Auch weil man das seinen Fans schuldig ist. Und ein offizieller Aufstiegs-Verzicht liegt weder von den Langenthalern noch von den Jurassiern vor.

Dass der Vertreter der Swiss League zum Stolperstein für einen höherklassigen Gegner werden kann, ist nicht abwegig. Dies musste letzte Saison der gejagte EHC Kloten erfahren. Hoffen wir, dass der Gejagte dieses Jahr nicht Rapperswil ist.

Im Gegensatz zur letzten Saison hoffe ich, dass die aktuelle für die Rapperswil Jona Lakers lieber gestern als Morgen zu Ende ist.

Daniel Altorfer