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Uznach
30.08.2019
01.09.2019 00:43 Uhr

Uznach: Wanderung der Sport Fit Frauen

Die Uzner Sport Fit Frauen erlebten zwei stimmungsvolle Wandertage.

«Alles paletti» stand auf einem der Wanderkäppi. Es hat wirklich alles perfekt gepasst am 24. und 25. August 2019: Programm, Stimmung, Wetter. 21 wanderfreudige Sport Fit Frauen durften den Piz Buin hautnah erleben, so wie es die beiden Leiterinnen Sandra und Carla angekündigt hatten. Sie genossen tolle Ausblicke auf den Berg und dazu ein Weekend voller Naturerlebnisse, Geselligkeit und unvergesslicher Hüttenromantik.

Das alles will verdient sein. Der Wecker reisst uns am Samstag ähnlich früh aus dem Schlaf wie die Schwingerfans am Eidgenössischen. Am Bahnhof fühlen sich die meisten noch schlaftrunken, doch auf der Zugsfahrt wird schon munter diskutiert und gelacht, und wir kommen bereits vor 9 Uhr im  Unterengadin an. Nach dem Kafi-Gipfeli–Stopp kann es von Lavin aus losgehen.

Wellness und Hüttenromantik

Nach einem schweisstreibenden Aufstieg erwartet uns in Guarda ein Dorfbrunnen mit köstlichem Trinkwasser. Die Erfrischung wirkt Wunder. Am Schellenursli-Weg vorbei wandern wir immer höher ins Val Tuoi hinauf. Geissen und Kühe schätzen die würzig-reine Luft ebenso. Vor uns thront bald einmal der spektakuläre Piz Buin. Gerade im richtigen Moment plätschert ein Bergbach am Wegrand. Herrlich, wie erholt sich müde Füsse nach einem kurzen Eintaucher anfühlen. «Letzte Duschgelegenheit für heute», scherzen wir.

Der Nachmittag in der Chamanna Tuoi vergeht mit Kartenspiel und Apero im Nu. Die 80-plätzige SAC-Hütte füllt sich, und der Lärmpegel wächst. Zum Nachtessen verwöhnt uns das Hüttenteam reichlich, und gegen 22 Uhr verkriechen wir uns ins gemeinsame Lager zur Nachtruhe. Im grossen Schlafraum beginnt das Hüttenleben erst so richtig. Ob Wand- oder Fenster- oder Mitteplatz, ob untere oder obere Etage, alles hat seine Vor- und Nachteile. Wie Teenager im Klassenlager kichern wir auf den dünnen Matten eine Weile, bevor langsam Ruhe einkehrt, und allerlei Schnauf- und Schnarch-Geräusche die Szene übernehmen. Später leuchten Taschenlampen auf, und die Türe geht immer wieder sachte auf und zu. Die Toilette liegt zwei Stockwerke tiefer. Hier ein Fluch von einer, die sich im Schlafsack verheddert, dort ein Autsch, weil sie versehentlich von der Bettnachbarin getreten wurde. Gegen Morgen sind die meisten erschöpft und dösen vor sich hin. Um halb sechs piepst ein Wecker. Bis die Eigentümerin gefunden und das Ding abgestellt ist, sind alle wach.

Lai Blau

Die ungewohnte Höhe und vielleicht das Gläschen vom Vorabend tragen ihr Übriges dazu bei, dass mancher Kopf am Morgen etwas brummt. Da helfen Kaffee, ein ausgiebiges Frühstück und die eindrückliche Bergkulisse. Den Alpinweg zum Lai Blau hoch säumen prächtige Bergblumen. Schneefelder sind in Sicht, aber wir brauchen keine zu durchqueren. Auch unsere älteste Turnerin Anne hält tapfer mit. Neugierige Murmeltiere wundern sich ab der bunten Frauenschar und lassen sich portraitieren. Welche Idylle dann am See, der seinem Namen alle Ehre macht. Wir setzen uns ans steinige Ufer, schmausen Picknick, fotografieren, ruhen, geniessen. Zwei von uns lassen sich durch die bitterkalte Wassertemperatur auf 2600 Metern nicht abschrecken und wagen einen kurzen Schwumm.

Evelyne Glaus-Bachmann, Sport Fit Frauen Uznach