Uznach
18.08.2019
19.08.2019 11:39 Uhr

Pilze: Geniessbar, Ungenissbar, Giftig

Seit kurzen kontrolliert Willy Kuster wieder die Pilze für die Gemeinden Uznach, Gommiswald, Kaltbrunn, Schänis und Schmerikon. Linth24 besuchte ihn bei einer seiner Kontrolle.

Willy Kuster. Schreiner und Küchenbauer in Uznach und Schmerikon ist seit rund 40 Jahren engagierter Pilzsammler. Als Mitglied im Pilzverein March besuchte er den wöchigen Kurs für Pilzkontrolleure in Landquart. Seit 2002 ist er amtlicher Pilzkontrolleur für die Gemeinden Uznach, Gommiswald, Kaltbrunn, Schänis und Schmerikon. Jeweils am Mittwoch, Samstag und Sonntag von 18.00 bis 19.00 Uhr kontrolliert er das Sammelgut im Werkhof, Uznach.

Am Samstagabend besuchte Linth24 den Kontrolleur  und in dieser Zeit kamen acht Pilzsammler, die ihr Sammelgut kontrollieren liessen.  Von den rund 10 Kilogramm vorgelegten Pilze musste Kuster 3 Kilo als ungeniessbar zurückbehalten. Doch giftige Pilze waren keine festzustellen. Wie wichtig eine Bestimmung der Pilze ist zeigt, dass schon 45 Gramm von einem Knollenblätterpilz tödlich sein kann.

Am Kontrolltag wurden Steinpilze, Frauen-Täubling, div. Stäublinge, Röhrlinge, Eierschwämme und Champignons vorgelegt.  Enttäuscht war eine ganze Familie, die einen Korb voll Pilze vorlegte, von denen aber nur wenige am Sammeltagabend genossen werden konnten.

Bei Giftpilzen wird die Polizei informiert

In den Saisonmonaten des letzten Jahres hat Kuster 120 Pilzkontrollscheine ausgestellt, für die er die volle Verantwortung tragen musste. In den 17 Jahren als Kontrolleur hat er doch einiges erlebt, viele Pilzsammler beraten und sie vor Schlimmerem bewahrt.  Auf die Frage ob ihm auch schon hochgiftige Pilze vorgelegt wurden, antwortete er knapp «aber sicher».

Wer beispielweise einen Knollenblätterpilz, Gifthäubling, Gift-Schirmling oder Raukopf zur Kontrolle bringt, diese aber unbedingt behalten will, muss auf dem Kontrollformular unterschriftlich bestätigen, dass er den Pilz ausschliesslich als Studienzweck nutzen will. Vorsorglich wird der Fall der Polizei gemeldet.

Pilzkontrolleur Willy Kuster ist Meister seines Faches. Er kennt sich aus in den Pilzarten, in der Toxikologie und Ökologie.ergnügen.

Wie man als Anfänger Pilze sammelt

Der Pilzkontrolleuer leistet einen wichtigen Dienst an der Allgemeinheit. Jedes Jahr findet er tödliche, giftige Pilzarten im Sammelgut von Hobby-Pilzsammler. Die Entsorgung dieser Pilze verhindern grosses Unheil. Beim Verzehr giftiger Pilze spürt man lange nichts. Doch wenn die Symptome nach 8-10 Stunden eintreffen, ist es oft zu spät und die Schäden an den inneren Organen bereits fortgeschritten.

Kuster hat noch einen Tipp für alle die sich erstmals auf Pilzjagd wagen:  «Wenn jemand frisch beginnt, sollte er nur mit einer oder zwei Sorten starten und nicht gleich versuchen, bis zu zehn Sorten zu sammeln.» Das Wissen erweitert sich erst mit der Zeit. Ein Pilz müsse man mit allen Sinnen wahrnehmen. Vor allem Riechen sei wichtig erklärte der Pilzkontrolleur.

Nach der Kontrolle ist vor dem Genuss: Mit einem Korb voll selbstgesammelten Schwämme heimzukehren und diese im Olivenöl mit Salz und Pfeffer zu braten und zu verzehren bleiben Highlights. Und dies nach dem Kontrollgang zu tun, erhöht das Vergnügen.

Werner Hofstetter, Linth24