Linthgebiet
09.08.2019
10.08.2019 18:33 Uhr

CHANDIRAMANIS BÖRSENWOCHE NR 32

Zurzeit streut der Handelskrieg USA-China und ein dadurch entstandener Währungskrieg weiterhin Pessimismus über die Aktienmärkt - Zinsen weisen eine fallende Tendenz auf, es gibt jetzt sogar teilweise negativ verzinsliche Staatsanleihen. Auch die geopolitischen Konfliktherde sorgen für Unruhe. Beim Gold ist das Interesse wieder erwacht, 7-Jahres-Hoch.

Schon in der Vorwoche sorgte in den USA das Gerangel betreffend Leitzinssenkung für schlechte Stimmung an den Aktienbörsen. Aber der grosse Paukenschlag, welcher aus der Sommerruhe wach rüttelte, folgte zu Wochenbeginn, als US-Präsident Trump neue Zölle für die Chinesen angekündigt hatte. Folglich werteten die Asiaten überraschend und als Gegenmassnahme ihre eigene Währung ab. Wir haben somit neben dem Handels- auch einen Währungskrieg zwischen den Grossmächten. Diese Turbulenzen sorgten auch für Unruhe bei den Wechselkursen. Dollar und Euro kamen wiederholt unter Druck und der Schweizerfranken droht einmal mehr, mit seiner Stärke und als sicherer Hafen ein Opfer des eigenen Erfolges zu werden. Auch weitere Konfliktherde auf der Welt sorgten für Verunsicherung, namentlich die Irankrise, Venezuela, der Kashmir-Konflikt zwischen Indien und Pakistan, und nicht zuletzt auch die Unruhen in der chinesischen (früher britischen) Sonderverwaltungszone Hong-Kong. In Europa steckt Italien mitten im Sommer wieder einmal in einer Regierungskrise. In der Folge all dieser Sorgen stieg auch Goldpreis auf ein Siebenjahreshoch (USD 1‘500 pro Feinunze, CHF 47‘000 pro Kilo).

In der Schweiz startete die Börsenwoche ebenfalls mit einer kleinen Zitterpartie. Die wirtschaftliche Stimmung hat sich generell eingetrübt (Einkaufsmanager-Index unter 50, nachlassende Wachstumserwartungen). Zeitweise fielen die Aktienkurse bis zu drei Prozent pro Tag. Erst in der zweiten Wochenhälfte gab es ein Gegenrally. Am Mittwoch kamen vor allem die Papiere von Novartis vorübergehend unter Druck nach Vorwürfen der US-Gesundheitsbehörden, Gentherapie-Resultate verschleppt oder verschwiegen zu haben. Im Übrigen waren die Halbjahresergebnisse der Unternehmungen überraschend gut. Vor allem die Zahlen der der Zürich Versicherungen, Galenica, Vifor, Swiss Prime Site (Immobilien) waren positiv und sorgten für eine spürbare Erholung der Papiere im weiteren Verlauf. Nestlé dominierte wiederum unter den Gewinnern der Indexschwergewichte. Die Ems-Chemie Gruppe hält ihre Generalversammlung am kommenden Samstag, 10. August ab. Auch hier sollten die Ergebnisse und Aussichten nicht enttäuschen. Marktbeobachter erwarten demnächst wirkungsvollere Massnahmen der Schweizerischen Nationalbank gegen die Frankenstärke.

Aussichten und Empfehlung

In einer Zeit grosser Schwankungen an den Aktienmärkten, immer teurer werdenden Immobilien und Negativzinsen auf Obligationen lohnt sich ein Blick auf Gold und Edelmetalle. Gold hatte immer etwas Mythisches an sich, ist sehr schwer, hat einen speziellen gelblichen Glanz und hat die Menschen schon immer fasziniert. Gold ist weitgehend korrosionsbeständig, wird für Digitalisierung und E-Mobilität immer mehr gebraucht und ist weiterhin das schönste Metall für Uhren und in der Schmuckverarbeitung. Gold ist zwar weit verbreitet, aber nur in Kleinstmengen, sonst bezüglich Gesamtvolumen eigentlich äusserst knapp. Andere Edelmetalle wie Platin und Palladium werden ebenfalls in der Industrie verwendet (Katalysatoren), Silber ist neben Kupfer der beste Leiter für Elektrizität. Alle Edelmetalle werden immer als sogenannte Krisenversicherung oder Depotbeimischung empfohlen. Aber die Transaktionskosten sind hoch, je nachdem der Handel teilweise sogar steuerpflichtig. Ein realer Krisenmodus ist - analytisch gesehen - im Moment zwar nicht sichtbar. Edelmetalle-Anteile in einem grösseren Depot sind jedoch vertretbar, aber nur in kleinen Mengen und vor allem sind Goldmünzen besser handelbar.

Christopher Chandiramani