Gommiswald
23.07.2019
28.07.2019 06:28 Uhr

Gastfreundschaft auf der Alp Rotstein erlebt

Die ernetschwiler Alpgenossenschaft hat zusammen mit der Pfarrei Ernetschwil zum Alpgottesdienst auf die Alp Rotstein eingeladen.

Die Teilnehmenden wurden für ihren Optimismus mit Sonnenstrahlen, Jodelgesang und einem eindrücklichen Gottesdienst, begleitet von Kuhglockenklängen, belohnt.

Beim Blick aus dem Fenster am Sonntagmorgen haben wohl einige gedacht, dass der Alpgottesdienst ins Wasser fällt und die Feier statt in Gottes freier Natur in die Pfarrkirche Ernetschwil verschoben werden muss. Fiel beim Aufstieg zur Alp Rotstein noch mancher Regentropfen vom Wolken verhangenen Himmel, lichtete sich dieser zusehends. Mit dem Beginn des Gottesdienstes, welcher wegen des nassen Bodens zum Stall der Alp verschoben wurde, zeigte sich die Sonne. Und es war, als ob Gott selbst das Eingangslied des Jodlerklubs Benken schon am Morgen gehört hat: «Herrgott los üs zue!» Die Gebete um passendes Wetter für die Feier draussen schienen erhört worden zu sein.

Gemeinschaft gepflegt

So konnte auf der Alp bei trockenem Wetter die Gastfreundschaft genossen werden. Gastfreundschaft war denn auch des Leitthema der gottesdienstlichen Feier, welche der Seelsorger Jürg Wüst gestaltete. In seinem Predigtwort erinnerte er daran, dass Gastfreundschaft zu leben und Gastfreundschaft zu erfahren bereichernde Erfahrungen im Leben sind. Die biblischen Texte, welche zur Liturgie des Sonntags gehörten, berichteten von erfahrener Gastfreundschaft und verbanden diese mit der Gottesbegegnung. Abraham empfängt in der Geschichte aus dem ersten Testament drei Männer bei seinem Nomandenzelt und in diesen Männern ist Gott selbst bei ihm und seiner Frau Sara zu Gast. «Wo Menschen einander offen begegnen, da kann Gott in unseren menschlichen Beziehungen erfahren werden», betonte Wüst.

Dass dazu zwei Grundhaltungen zu einem erfüllenden Leben führen können, zeigte die Geschichte von Maria und Marta, bei denen Jesus zu Gast war. In der Predigt wurde deutlich, dass mal die Diensthaftigkeit und Nächstenliebe der Marta, mal die Musse und das betrachtende Dasein der Maria hilfreich sind. Brauche es im Alltag oft die Haltung der Marta, würden nun die Teilnehmenden wie Maria Jesus gleichsam zu Füssen sitzen und auf sein Wort hören, führte Wüst aus. Dass die ermutigenden und bestärkenden Gebetsworte auf offene Herzen stossen konnten, dazu trug auch der ergreifende Jodelgesang das Seine bei. Nach dem Gottesdienst wurde die Gemeinschaft bei Würsten, Grillanden und Getränken weiter gepflegt. Auch der Jodlerklub Benken rundete mit weiteren Liedern den gelungenen Vormittag und Mittag ab.

Katholisches Pfarramt Gommiswald